
Stercorarius longicaudus
Falkenraubmöwe
Die kleine Falkenraubmöwe kommt bei uns nur sehr selten vor. Sie ist eine Ausnahmeerscheinung, da sie vor allem auf dem offenen Meer in ihr Winterquartier und zurück zieht. Mit viel Glück sieht man sie im Frühling und Herbst an der Nordsee, seltener an der Ostsee. Die kleinste unter den Raubmöwen ist eine elegante Erscheinung. Neben ihrer leichten, seeschwalbenähnlichen Flugweise fällt sie vor allem durch ihre langen Schwanzspieße auf.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
unbekannt
Bestandstrend
stabil
Steckbrief
Beobachten
im Mai und August/September zu beobachten
Größe
35-41 cm groß, Flügelspannweite 88-105 cm
Besonderheit
steht in der Luft und erspäht von dort Beutetiere
Reise
Langstreckenzieher, überwintert im Südatlantik
Funfact
Der Bruterfolg der Falkenraubmöwen steht in engem Zusammenhang mit der Lemmingpopulation.
Beschreibung
Aussehen
Die schlanke Falkenraubmöwe hat ein braungraues Gefieder, eine deutliche schwarze Kappe und einen kräftigen schwarzen Schnabel. Brust und Hals sind weiß, wobei der Hals eine leichte Gelbtönung aufweist. Die langen Schwanzspieße sind biegsam und sehr auffällig. Im Jungkleid ist die Raubmöwe graubraun, wobei das Gefieder stark variieren kann.

Verhalten
Auf der Suche nach Beute schwebt die schlanke Raubmöwe für längere Zeit in der Luft und hält Ausschau. Hat sie ein Tier erspäht, schlägt sie schnell zu. Die Falkenraubmöwe jagt eher selten anderen Vögeln ihre Beute ab, sondern jagt lieber selbst. Ihr Nest legt sie in Bodenmulden an, gern etwas erhöht mit gutem Überblick.
Lebensraum
Falkenraubmöwen sind im Brutgebiet hauptsächlich in der trockenen Tundra und in Heiden der Hochebenen anzutreffen. Auf dem Vogelzug und im Winter halten sie sich vor allem auf dem offenen Meer des Südatlantiks und Pazifiks auf.
Gefährdung
Falkenraubmöwen sind nicht gefährdet.
Nahrung
Sie ernähren sich überwiegend von Lemmingen, Rötelmäusen und anderen Kleinsäugern. Auch Insekten, kleinere Vögel und Eier werden gefressen, in schlechten Jahren auch Beeren. Auf See nimmt die Falkenraubmöwe hauptsächlich Fische und Krebse zu sich.
Stimme/Laute
Die Falkenraubmöwe macht mit hohen, schrillen Rufen auf sich aufmerksam. Unter anderem gehören ein „kju“ und ein „kriip“ zum Repertoire. Zur Balzzeit lässt sie öfter ein „kir kir“ oder ein klagendes „GLII-äh“ verlauten.
Zugverhalten
Im Herbst ziehen sie in ihr Überwinterungsgebiet im Südatlantik und Pazifik. Die genaue Route ist noch unklar, sie bleiben dann aber bevorzugt auf dem offenen Meer. Brutvögel der nördlichen Regionen ziehen mit weniger als 100 Individuen seltener bei uns durch.
Beobachtungstipps
Im Mai und August/September können Sie mit sehr viel Glück eine Falkenraubmöwe an der Nordseeküste beobachten.
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