Fliegende Schwatzkopfmöwe
© Foto: Mathias Schäf

Ichthyaetus melanocephalus

Schwarzkopfmöwe

Die ehemals von der Schwarzmeerküste stammende Möwe ist über Südosteuropa nach Mitteleuropa eingewandert und zunehmend auch in Deutschland zu beobachten. Gerne in großen Kolonien zusammen mit anderen Möwen brütend, kann sie aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit der Lachmöwe leicht übersehen werden. Die Bestände der erst seit 1951 als deutscher Brutvogel registrierten Schwarzkopfmöwe sind regional größeren Schwankungen unterworfen, weshalb Meldungen gerne gesehen sind.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

470 - 500 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 1002 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

von März bis September zu beobachten, vereinzelt auch im Winter

Größe

37-40 cm groß, Flügelspannweite 94-102 cm

Besonderheit

reinweiße Schwungfedern

Reise

Kurzstreckenzieher

Funfact

Wenn Schwarzkopfmöwen keinen Partner finden, können Mischbruten mit Lach- oder Sturmmöwen entstehen. Auch die Adoption der Küken von Lachmöwen wurde beobachtet.

© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Schwarzkopfmöwen können auf den ersten Blick mit den häufigeren Lachmöwen verwechselt werden. Wie diese besitzen sie im Prachtkleid einen schwarzen Kopf sowie einen roten Schnabel und rote Beine. Von der Lachmöwe unterscheidet sie sich durch ihre reinweißen Schwungfedern und den kräftigeren Schnabel.

Verwechslungskandidat Lachmöwe

Lachmöwe auf einem Holzgeländer.

Chroicocephalus ridibundus

Lachmöwe

Mit dem dunklen Kopf im Sommerkleid ist die Lachmöwe unverwechselbar. Ihren Namen verdankt sie ihrem Ruf, der an spöttisches Gelächter erinnert.

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Verhalten

In Mitteleuropa brüten Schwarzkopfmöwen häufig am Rand oder inmitten von Lachmöwen-, Sturmmöwen- oder Seeschwalbenkolonien. Da sie die Nester mit viel Material wie Gras, Algen oder Zweigen auslegen, können diese relativ gut in gemischten Kolonien gefunden werden. Die Jungvögel weisen eine recht hohe Brutortstreue auf, allerdings sind auch Ansiedlungen abseits des Brutplatzes bekannt.

Lebensraum

Die Bruthabitate der Schwarzkopfmöwe sind vielfältig. Neben den Küstengebieten mit ihren Inseln, Dünen und dem Vorland brütet sie auch im Binnenland an Flussniederungen, in Abbaugebieten oder an Seen. Außerhalb der Brutzeit hält sie sich auch abseits der Küste, mehr oder weniger auf offener See oder im Binnenland an größeren Seen auf.

Zwei Schwatzkopfmöwen am Wasser© Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

Gefährdung

Neben den natürlichen Verlustursachen – wie beispielsweise die Überflutung der Brutplätze, eine ungünstige Witterung oder das Ausrauben der Gelege – sind Schwarzkopfmöwen durch Störungen am Brutplatz oder verschlechterte Nahrungsbedingungen betroffen.

Nahrung

Auf dem Speisezettel der Schwarzkopfmöwe steht vor allem tierische Kost. Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten, je nach Nahrungsangebot aber auch von Fischen, Kleinsäugern, Würmern, Weich- oder Krebstieren. Diese Kost kann sie durch Abfälle ergänzen.

Stimme/Laute

Die Rufe der Schwarzkopfmöwe können gut von denen der Lachmöwe unterschieden werden. Sie rufen auffallend tief und nasal „kwerr“ oder „kwäp“. Aber auch ein „a ön a“ ist häufig zu hören.

Zugverhalten

Schwarzkopfmöwen sind Kurzstreckenzieher, die an den Küsten West- und Südeuropas überwintern. So sind beispielsweise Ringfunde aus Großbritannien und Frankreich bekannt. Aber auch den Mittelmeerraum suchen sie zum Überwintern auf.

Beobachtungstipps

In Deutschland brüten Schwarzkopfmöwen vor allem an den Küsten, im brandenburgisch-sächsischen Raum sowie an der Unteren Elbe. Vereinzelt sind weitere Vorkommen im Binnenland möglich. In größeren Lachmöwenkolonien können die ähnlich aussehenden Vögel leicht untergehen, ihr Ruf ist jedoch gut von diesen zu unterscheiden. Unser Tipp in Sachsen: Das NABU-Zentrum Teichhaus Eschefeld

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Vogelporträt: Schwarzkopfmöwe- NABU