Eistaucher auf dem Wasser.
Eistaucher© Foto: Frank Derer

Gavia immer

Eistaucher

Diese prächtigen Seetaucher sind etwa so groß wie Kormorane. Am besten unterscheiden kann man sie auf den ersten Blick an ihrer Stirntolle und dem Schnabel. Sie sind bei uns äußerst seltene Wintergäste, die man vor allem an der Nordseeküste sehen kann. Eistaucher kommen hauptsächlich in Nordamerika und auf Island vor. Die isländischen Eistaucher überwintern bei uns an den Küsten oder ziehen durch.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

/

Bestands­trend

stabil

Steckbrief

Beobachten

von November bis März zu beobachten

Größe

73-88 cm groß, Flügelspannweite 122-148 cm

Besonderheit

eleganter Taucher und Schwimmer

Reise

Kurz- und Mittelstreckenzieher, überwintert in Nordsee und Atlantik

Funfact

Der Eistaucher ist als Nationalvogel Kanadas auf der Ein-Dollar-Münze zu sehen. Nach seinem englischen Namen wird die Münze auch Loonie genannt.

Eistaucher im Schlichtkleid© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Der Eistaucher im Prachtkleid zeigt ein schwarzes Federkleid mit weiß gestricheltem Halsring und weißem Würfelmuster auf dem Rücken. Im Schlichtkleid ist er unauffälliger braungrau mit heller Brust und weißem Vorderhals. Ein schwarzer Halskragen ist erkennbar. Die Stirn des Eistauchers ist relativ steil, im Jugendkleid ist die Tolle gut zu sehen.

Eistaucher im auffälligen Prachtkleid© Foto: Tom Dove

Verhalten

Eistaucher sind gute Schwimmer und Taucher. Auf Nahrungssuche tauchen sie bis zu zehn Meter tief, schaffen aber auch bis zu 60 Meter. Sie sind gesellig, während der Brutzeit aber nur paarweise unterwegs. Oft kann man Eistaucher beim „Wasserlugen“ beobachten, bevor sie in elegantem Bogen abtauchen.

Lebensraum

Lebensraum des Eistauchers sind zur Brutzeit Binnenseen der Tundra und Taiga. Beim Vogelzug rasten sie auf dem offenen Meer. Im Winter bevorzugen sie Küstengewässer und größere Seen entlang der Nordseeküste und des Atlantiks.

Gefährdung

Eistaucher gelten als nicht gefährdet.

Nahrung

Die Nahrung des Eistauchers besteht aus Fischen, Krebsen, Fröschen, Schnecken und Insekten, aber auch pflanzlicher Kost wie Trieben und Samen.

Stimme/Laute

Zur Balzzeit ist er ein ruffreudiger Vogel. Dann ist neben einem klagenden langgezogenen Kontaktruf auch ein etwas wahnsinniges Lachen zu hören: „ho-wüwüwüwüwüa“. Sein heulender Gesang ist ähnlich dem des Prachttauchers: „WÜH wü-a WÜH wü-a WÜH wü-a“. Im Flug ist ein kurzes bellendes „kwök“ zu vernehmen.

Zugverhalten

Im Herbst ziehen Eistaucher in die Gewässer des Atlantiks und der Nordsee, seltener auch der Ostsee. Im Frühjahr brechen sie wieder auf in ihre Bruthabitate.

Beobachtungstipps

Da die Zahl der Wintergäste bei uns nur etwa 100 Tiere beträgt, gehört schon eine Portion Glück dazu, einen Eistaucher hier zu Gesicht zu bekommen. Seit den 1970ern ist er immer mal wieder am Bodensee und an anderen Binnenseen in Deutschland zu Gast.

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Vogelporträt: Eistaucher - NABU