Bluthänfling auf einem Strauch.
Bluthänfling© Foto: Mathias Schäf

Linaria cannabina

Bluthänfling

Rosarot leuchtet die Brust des Männchens, wenn es im Frühling von exponierter Warte aus seinen Balzgesang zwitschert. Die meisten werden ihn schon einmal gesehen haben, da er in Deutschland überall heimisch ist. Auch wenn er ganz nach Finkenart wellenförmig über uns dahinfliegt, ist er an seiner roten Brust oft gut zu erkennen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

110.000 - 205.000 Brutpaare

Bestands­trend

- 73 %

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

12-14 cm groß

Besonderheit

im Frühjahr laut singend auf Heckenspitzen

Funfact

Der Name "Hänfling" leitet sich von seiner Vorliebe für Hanfsamen ab.

Männlicher Bluthänfling © Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Das Männchen trägt im Prachtkleid eine karminrote Brust und Stirn. Der Kopf ist grau, der Rücken einheitlich kastanienbraun. Der Schnabel ist grau, was ihn vom Birkenzeisig unterscheidet. Das Weibchen hat keine Rotfärbung. Rücken und Kopf sind graubraun, Bauch und Brust sind beige mit dunkler Streifung.

Bluthänfling Weibchen© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Bei der Nahrungssuche picken sie die Samen vom Boden auf oder direkt aus den Fruchtständen. Dafür haben sie feinste Techniken entwickelt. Während der Brutzeit sind Bluthänflinge als Pärchen unterwegs, außerhalb auch in großen Schwärmen. Sie fliegen dann wellenförmig von Standort zu Standort. Zur Balz singen die Männchen von Heckenspitzen aus.

Lebensraum

Bluthänflinge mögen Landschaften mit dichten Büschen und Hecken. Sie fühlen sich im offenen Gelände mit Busch- und Strauchbestand wohl, aber auch in Obstgärten, Parks, der Küstenheide und an Weinhängen.

Gefährdung

Bluthänflinge sind gefährdet. Ihr Bestand geht seit einigen Jahrzehnten kontinuierlich zurück aufgrund von Zerstörung von Ackerrändern und Feldrainen mit heimischen Wildkräutern, des Einsatzes von Herbiziden und der Beseitigung dichter Hecken im Offenland.

Nahrung

Samen, Früchte und Körner sind die Nahrung des Bluthänflings. In der Brutzeit verfüttert er auch kleine Insekten.

Stimme/Laute

Ein weiches, hüpfendes „tü gitt“ ruft er im Flug, ein „tett-ett-ETT“ ist beim Auffliegen zu hören. Sein Gesang umfasst trillernde, kurze und musikalische pfeifende Laute, unter anderem „piUU“, „trrüh“ und „tu-ki-jüüh“.

Zugverhalten

Sie sind das ganze Jahr über bei uns zu sehen. Ein paar Brutvögel ziehen im Winter etwas weiter nach Süden, ebenso kommen Vögel aus Nordosten im Winter zu uns.

Beobachtungstipps

In rund 60 NABU-Naturschutzzentren in ganz Deutschland können Sie die Natur hautnah erleben. Erleben Sie bei einem Ausflug ins Grüne seltene Vogel- und andere Tierarten und treffen Sie Menschen, die sich für diese Oasen engagieren. Häufig werden auch Exkursionen und andere Veranstaltungen angeboten. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Naturerlebnis für die ganze Familie

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Der Bluthänfling freut sich über dichte Hecken in Ihrem Garten, um dort sein Nest zu bauen. Außerdem frisst er im Herbst die Samen der Wildkräuter, wie etwa von Ampfer, Knöterich, Gänsefuß, Beifuß, Löwenzahn, Mädesüß und von Disteln. Lassen Sie die Kräuter also gerne in Ihrem Garten stehen, dann findet sich der Hänfling vielleicht dort zur Futtersuche ein.