Beutelmeise an einem blühenden Ast.
Beutelmeise© Foto: Mathias Schäf

Remiz pendulinus

Beutelmeise

Das Nest der Beutelmeise ist ein kleines Meisterwerk: An einem herabhängenden Zweig einer Birke, Erle oder Weide baut sie ein flauschiges, beutelartiges Nest aus verschiedenen Naturmaterialien wie Bastfasern, Tierhaaren oder Samenhaaren von Pappeln oder Weiden. Abgesehen von der Einschlupfröhre ist dieser Beutel fast komplett geschlossen. Meist brütet sie in der Nähe von Flüssen, Seen oder Sumpfgebieten.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

vom Aussterben bedroht

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

1.400 – 2.400 Brutpaare

Bestands­trend

- 69 %

Steckbrief

Beobachten

nur im Winter nicht zu beobachten

Größe

10-11,5 cm groß

Besonderheit

schwarze Maske über den Augen

Reise

mehrheitlich Kurzstreckenzieher

Funfact

Es ist eindeutig, woher die Beutelmeise ihren Namen hat, wenn man einmal ihr Nest gesehen hat.

Beutelmeisenmännchen© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Der Kopf ist überwiegend grau-weißlich gefärbt. Eine schwarze Maske erstreckt sich über beide Augen, die an der Stirn rotbraun gesäumt ist. Diese Maske ist beim Weibchen deutlich schmaler als beim Männchen. Die Oberseite ist mehrheitlich dunkelrotbraun. Die Unterseite ist hellockerfarben, beim Männchen ist die Brust diffus rotbraun gefleckt.

Beutelmeisenweibchen© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Beutelmeisen besitzen ein kompliziertes Fortpflanzungssystem und leben polygam.

Lebensraum

Die Beutelmeise ist ausschließlich an Gewässern und Sumpfgebieten zu finden. Dort baut sie in Laubbäumen ihr Nest. Außerhalb der Brutzeit ist sie vor allem in Röhrichten und in Büschen anzutreffen.

Gefährdung

Der Brutbestand der nicht häufigen, aber bisher ungefährdeten Beutelmeise hat sich in wenigen Jahren halbiert und ist damit im Vergleich zum Langzeittrend sehr negativ. Sie wurde deshalb in der aktuellen Roten Liste direkt in die Kategorie 1 gestellt und gilt nun als vom Aussterben bedroht.

Nahrung

Sie ernährt sich in erster Linie von kleinen wirbellosen Tieren, die sie am Röhricht und im Schilf erbeutet. Dazu zählen zum Beispiel Raupen, Zweiflügler und Spinnen. Gerade im Winter ernährt sie sich auch von Pollen und Samen.

Stimme/Laute

Der Ruf der Beutelmeise ist ein feines abfallendes „psiiiu“. In den Gesang werden viele Pausen, Triller und Rufe eingebaut.

Zugverhalten

Die Beutelmeise überwintert mehrheitlich in Südwesteuropa und im nordwestlichen Mittelmeerraum.

Beobachtungstipps

Beutelmeisen kann man vor allem an Seen, Teichen oder Fließgewässern beobachten. Ihre Nester sind bauliche Meisterwerke, die man manchmal an herabhängenden Ästen zum Beispiel von Weiden entdecken kann.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern und Spektiven

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Vogelporträt: Beutelmeise - NABU