In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände heimischer Insekten durch intensive Landwirtschaft, Flächenverlust und den massiven Einsatz von Pestiziden dramatisch eingebrochen. Das hat Folgen für uns alle: Der Großteil unserer Nutzpflanzen ist auf Insekten als Bestäuber angewiesen. Ohne sie kein Obst, kein Gemüse, keine Blumen. Und ohne Insekten fehlt vielen Vögeln die Nahrungsgrundlage. Als Gärtner*innen können wir direkt gegensteuern. Und das ohne großen Aufwand.
Mit einfachen Mitteln viel erreichen
Den Garten insektenfreundlich zu gestalten, lässt sich oft mit einfachen Maßnahmen in kurzer Zeit umsetzen – die Wahl der richtigen Pflanzen und das Schaffen von Bereichen wie einem Totholzhaufen oder einer wilden Ecke. Und davon profitieren nicht nur die Insekten, auch wir Menschen haben etwas davon. Die kleinen Nützlinge helfen uns bei der Bekämpfung von unerwünschten Gartentierchen und halten unsere Pflanzen im Garten gesund.
Natürlich können auch Balkonbesitzer etwas für Insekten tun. Eine Nisthilfe oder ein Topf mit Insektenpflanzen lässt sich auf kleinstem Raum realisieren.
Kurztipps für den Insektengarten
- Wilde Ecken zulassen: Eine der einfachsten Maßnahmen für den insektenfreundlichen Garten ist es, einfach eine wilde Ecke stehenzulassen, die weder gemäht noch betreten wird. Hier lassen wir Brennnesseln, Gräsern und Klee ihren Raum. Denn sie sind für viele unserer Insektenarten überlebenswichtig.
- Frühblüher setzen: Frühblüher sind für viele früh fliegende Insekten überlebensnotwendig. Daher sollte der insektenfreundliche Garten auf jeden Fall eine Auswahl der hübschen Frühblüher – wie zum Beispiel Schneeglöckchen, Krokusse oder Narzissen – enthalten.
- Ein Wildblumenbeet anlegen
Ein wohlduftendes Wildblumenbeet mit heimischen Pflanzen bereichert jeden Garten. Die farbenfrohen, flirrenden Hingucker sind einfach anzulegen und erfreuen ihre Besitzer über einen langen Zeitraum. Ein kleiner Streifen Wildblumen oder eine Mini-Ecke sind schon ein guter Anfang.
Heimische Pflanzen sind der Schlüssel
Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind auf heimische Pflanzen angewiesen, weil sich beide im Laufe der Evolution aufeinander eingespielt haben. An exotischen Zuchtformen oder gefüllten Blüten gehen viele Insekten leer aus. Wer es richtig machen will, setzt dabei auf ein ganzjähriges Blühangebot, um die Insekten die gesamte Saison über zu versorgen.
Eine wilde Ecke lassen
Eine der einfachsten Maßnahmen ist es, eine wilde Ecke stehenzulassen, die weder gemäht noch betreten wird. Wildkräuter wie Brennnesseln, Giersch oder Löwenzahn bekommen dort ihren Raum und sind für viele Insektenarten überlebenswichtig. Ein kleiner Reisig- oder Totholzhaufen in dieser Ecke bietet zusätzlich Nistmöglichkeiten für Wildbienen, Florfliegen und viele andere Arten.
Auch ohne Garten geht etwas
Auch ein Balkon lässt sich insektenfreundlich gestalten. Ein Insektenhotel an einem sonnigen, windgeschützten Platz und ein Topf mit insektenfreundlichen Kräutern reichen schon für einen spürbaren Beitrag.










