Tipp 1: Größe und Standort analysieren
Bevor der Balkon gestaltet werden kann, sollten die Größe und die Lichtsituation ermittelt werden. Mit dem Wissen über die Größe des Balkons lässt sich besser kalkulieren, wie viel Platz den Pflanzen und Möbeln zur Verfügung stehen. Am besten ist es also, sich zuerst einen Grundriss mit den richtigen Maßen vom Balkon sowie die Standorte von Möbeln und Kübeln zu zeichnen. Außerdem sollte vermerkt werden, wo der Balkon tagsüber die meiste Zeit in der Sonne liegt und wo im Schatten. Einige Pflanzen lieben nämlich einen Sonnenplatz, etwa Tomaten, Thymian oder Lavendel, andere kommen mit Schatten zurecht. Je besser die Pflanzen zum Standort passen, desto wohler fühlen sich später.

Tipp 2: Passende Pflanzen wählen
Heimische Stauden und Gehölze:
Bei der Bepflanzung von Kübeln und Kästen sollte man am besten auf heimische, mehrjährige, winterharte Pflanzen wie kleine Gehölze und Stauden setzen. Sie liefern Pollen und Nektar für Bienen, Käfer und Schmetterlinge, Beeren und Samen für Vögel und überstehen den Winter auf dem Balkon, es ist also nicht nötig, jedes Jahr neue Pflanzen zu kaufen – ein echter Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Blühende Kletterpflanzen
Blühende mehrjährige Kletterpflanzen wie Waldrebe, Geißblatt oder Kletterrosen verschönern nicht nur Geländer und Fassaden, sondern bieten auch Nektar und Pollen.
Gemüse, Kräuter und Obst
Gemüse, Naschobst und Küchenkräuter ergänzen nicht nur den eigenen Speiseplan. Wenn man sie blühen lässt, haben auch die Insekten was zu futtern. Wenn Pflanzen gesät, werden, sollten sie später vereinzelt werden, damit sie genug Platz haben.
Genug Platz einplanen
Beim Kauf der Pflanzen und des Saatguts sollte man darauf achten, wie viele im ausgewachsenen Zustand in die Kübel und Töpfe passen. Bei einem Balkonkasten setzt man etwa alle 15 bis 20 cm eine Staude. Sträucher und Rosen brauchen mehr Wurzelraum und fühlen sich in größeren Kübeln wohl. Weil sie tiefer wurzeln, kann man unterhalb noch Stauden pflanzen.
Frühblüher setzen
Die Lücken zwischen Stauden und Gehölzen sind perfekt für Zwiebelpflanzen wie Blaustern oder Traubenhyazinthe. Werden sie im Herbst gesteckt, blühen sie, wenn die ersten Insekten im Frühjahr auf Nahrungssuche gehen.
Tipp 3: Kübel richtig auswählen
Kübel sollten stabil und frostsicher sein und Löcher haben, damit das Wasser ablaufen kann. Je größer sein Volumen, desto mehr Erde passt hinein. Damit spart man Gießwasser, denn die Erde speichert das Wasser für die Pflanzenwurzeln. Eine Drainage von etwa 5 cm aus Tonscherben, Split oder Blähton hilft gegen Staunässe. Die mögen Pflanzenwurzeln nicht. Die Erde für die Kübel kann man entweder kaufen oder selbst mischen. Wichtig: Sie sollte torffrei sein.
Tipp 4: Nisthilfen für Vögel und Insekten
Insekten mögen es warm und sonnig. Nisthilfen für Wildbienen sollten deshalb in der vollen Sonne und außerdem regen- und windgeschützt aufgehängt werden. Vogelnisthilfen dürfen dagegen nicht in der prallen Sonne hängen, sondern sollten eher nach Osten oder Südosten ausgerichtet und idealerweise vor Wind und Regen geschützt hängen. Auf jeden Fall katzensicher, in etwa zwei bis drei Metern Höhe.
Für alle Nisthilfen gilt: fest anbringen, sodass sie nicht hin- und herschaukeln.
Tipp 5: Nachhaltige Möbel verwenden
Bei Möbeln und Licht stehen Nachhaltigkeit und Insektenfreundlichkeit im Vordergrund. Am besten ist, man baut Möbel selbst, nutzt gebrauchte Möbel und achtet beim Kauf von Holzprodukten auf solche aus nachhaltiger Forstwirtschaft (gekennzeichnet durch das FSC-Label).
Tipp 6: Insektenfreundliche Beleuchtung wählen
Nachtaktive Insekten werden von künstlicher Beleuchtung angezogen, die natürlichen Lichtquellen (Sternen, Mond) ähnelt. Dadurch verlieren sie wertvolle Energie, die sie zur Paarung oder zur Nahrungssuche benötigen. Wenn man auf die Beleuchtung nicht ganz verzichten kann – die beste Option – nutzt man arme LED-Leuchten mit geringem Ultraviolett- und Blauanteil und schaltet sie aus, wenn man den Balkon verlässt.
Im Video: Tipps für den naturnahen Balkon
Der Balkon sieht im Frühjahr noch kahl und leer aus? Wir geben praktische Tipps, wie aus dem Wintergrau eine bunte Oase wird, in der auch Insekten und Vögel ein Zuhause finden. Nachhaltigkeit inbegriffen. Viel Spaß beim Nachmachen!
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