Naturverträgliche Schneckenbekämpfung
Tipps gegen Schnecken im Garten

Nehmen Nacktschnecken im Garten überhand, dann ist etwas aus dem Lot. Es empfiehlt sich deshalb vor allem, natürliche Feinde der Schnecken wie Kröten oder Blindschleichen im Garten zu fördern. Diese Tiere fühlen sich am ehesten in einem naturnah gestalteten Garten wohl.
Außerdem sollte man um gefährdete Pflanzen herum den Boden möglichst offen halten und nicht oder nur sehr dünn mulchen, damit der Boden abtrocknen kann. Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit - Trockenheit ist deshalb ihr größter Feind. Ein probates Mittel ist es auch, rund um die Beete eine breite Schicht aus Sägemehl und Kalk zu streuen. Schnecken meiden raue Oberflächen, und der Kalk verätzt ihre Sohle. Bei Regen ist diese Methode aber nur bedingt wirksam oder muss häufig wiederholt werden.
Igel: kein Garant für einen schneckenfreien Garten
Igel fressen vorrangig Laufkäfer, Regenwürmer, die Larven von Nachtschmetterlingen und Ohrwürmer. Zudem ernähren sie sich auch von Hundert- und Tausendfüssern, Spinnen und sonstigen Insekten. Obst und Gemüse ist nichts für sie. Schnecken machen nur einen sehr geringen Teil ihrer Nahrung aus. Sie gelten eher als Notnahrung und werden nur bei schlechter Verfügbarkeit der bevorzugten Nahrung angenommen. Zudem übertragen sie häufig für den Igel schädliche Parasiten. Daher können Igel allein lediglich einen kleinen Beitrag zur Schneckenreduktion im Garten leisten. Ein Garant für einen schneckenfreien Garten können und sollen sie nicht darstellen.
Sehr wirksam, weil schnecken-, aber nicht umweltgiftig, ist auch der Einsatz von Kaffee und Kaffeesatz. Im Fachhandel gibt es zudem Schneckenzäune zu kaufen, die von den Tieren nicht überklettert werden können.
Bei starkem Befall ist ein regelmäßiges Absammeln der Tiere sinnvoll. Hohl liegende Bretter mit pflanzlichen Abfällen als Köder oder große Blätter (zum Beispiel Rhabarber) dienen als Verstecke für die Schnecken, unter denen man sie dann täglich absammeln kann. So kann man auch der sich stark ausbreitenden Spanischen Wegschnecke Herr werden, die bei Massenvorkommen andere Nacktschneckenarten verdrängt. Sie wird wegen ihrer starken Schleimabsonderung selbst von Kröten meist verschmäht und ist auch gegen Trockenheit vergleichsweise wenig empfindlich.
Bei allem Ärger über Fraßschäden sollte man jedoch bei der Schneckenbekämpfung nicht zu eifrig vorgehen. Schnecken sind der Gesundheitsdienst im Garten. Sie fressen auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und sind damit ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft. Zudem zersetzen sie Pflanzenreste und helfen so bei der Humusbildung mit.

Nicht alle Schnecken machen Ärger
Beachten sollten Gartenbesitzer auch, dass längst nicht alle Schneckenarten Schäden anrichten. Die meisten Gehäuseschnecken wie zum Beispiel die häufigen Bänderschnecken fallen als Schädlinge praktisch nicht ins Gewicht. Sie leben überwiegend von totem Pflanzenmaterial. Die große Weinbergschnecke – sie steht übrigens unter Naturschutz – hilft dem Gärtner sogar, denn sie frisst auch die Eigelege der Nacktschnecken auf. Unter den gehäuselosen Nacktschnecken bereiten neben der Spanischen Wegeschnecke vor allem die Gartenwegschnecke und die Ackerschnecke Probleme.
Die bis vier Zentimeter große Gartenwegschnecke ist grau bis schwarz gefärbt, ihre Sohle ist gelblich bis orange. Sie bevorzugt ein Leben am Boden und in der obersten Bodenschicht. Hauptnahrung sind demgemäß Wurzeln und weniger die grünen Pflanzenteile. Farbe: gelblichweiß bis braun, oft mit netzartiger Zeichnung. Die Sohle ist hell gefärbt. Die Ackerschnecke wird bis fünf Zentimeter groß. Sie klettern gerne auf Pflanzen hinauf, um dort zu fressen. Die Jungschnecken leben dagegen vorwiegend im Boden. Gefährdet sind also alle Pflanzenteile und Pflanzenarten.
Die Maßnahmen im Einzelnen
Letztes Update dieser Infoseite am 16. Juni 2020.


