Tierische Helfer für gutes Gedeihen

Nützlinge im Garten

Marienkäfer, Hummel und Co. halten „Schädlinge“ in Schach, indem sie diese fressen. Auf den Einsatz von Pestiziden können wir so getrost verzichten. Wir geben Tipps, wie die kleinen Helferlein in den Garten kommen.
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© Foto: NABU/Thomas Dröse

Chemie raus, Natur rein! Der beste Magnet für alle Gartennützlinge ist ein Garten, in dem auf den Einsatz von Gift verzichtet wird und viele verschiedene heimische Pflanzen stehen. Sehr praktisch: Ein wenig Laissez-faire im eigenen Garten wirkt auf Nützlinge sehr anziehend. Ein Holzhaufen, Schnittgut oder liegengelassenes Laub bieten den Nützlingen einen guten Lebensraum. Wir stellen fünf Gartenhelden vor und geben Tipps, wie man sie in den Garten lockt: 

Florfliegen

Die hübschen Netzflügler mit ihren grün-schillernden Flügeln sind Fressfeinde der Blattläuse, aber auch Spinnmilben, Thripse und Raupen stehen auf ihrem Speiseplan. Besonders die Larven der Florfliegen haben einen enormen Appetit auf die kleinen „Schädlinge“, die sich gerne in Kolonien an den zarten Pflanzentrieben aufhalten. Weil jedes Florfliegenweibchen drei Mal pro Jahr rund 350 Eier legt und jede geschlüpfte Larve etwa 450 Blattläuse verspeist, vertilgt der Nachwuchs eines einzigen Florfliegenweibchens die erstaunliche Anzahl von rund 500.000 Blattläusen pro Jahr!

Florfliege© Foto: NABU/CEWE/Hermann Timmann

Marienkäfer:

Marienkäfer sind generell ein gern gesehener Gast im Garten, immerhin sagt man ihnen nach, dass sie das Glück mitbringen. Und das tun sie auch, denn viele Marienkäferarten fressen Blattläuse – und halten so die Pflanzen gesund. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer frisst zwischen 100 und 150 Blattläuse pro Tag, seine hungrigen Larven verspeisen in der Zeit bis zu ihrer Verpuppung nochmal je 400 bis 600. Die Nachkommen eines einzigen Marienkäfers können so während des Sommers rund 100.000 Läuse vertilgen. Einige Marienkäferarten, zum Beispiel der Sechzehnfleckige Marienkäfer, fressen zudem Mehltau.

© Foto: NABU/CEWE/Fotograf*in

Schlupfwespen

Die Gruppe der eleganten Schlupfwespen sind wahre Alleskönner und spezialisieren sich individuell auf ganz verschiedene Arten von „Schädlingen“ wie viele Arten von Blattläusen, Minierfliegen oder Apfelwickler. Sie parasitieren ihre Beute und halten somit ihre Population im Zaum. Viele, wie zum Beispiel die Ameisenbläulings-Schlupfwespe, haben sogar ganz besonders ausgefeilte Jagdstrategien entwickelt, die nur einer ganz bestimmten Art gilt.

Holzwespe© Foto: Frank Derer

Laufkäfer

Zugegeben, Laufkäfer gehören nicht zu den Sympathieträgern im Garten. Die kleinen, meist sehr dunklen Käfer sehen nicht sehr hübsch aus, flitzen auf ihren robusten Beinchen flott über den Gartenboden und können, wenn sie sich bedroht fühlen, ein übel riechendes Sekret abgeben. Doch zu sehen bekommt man die fleißigen Insekten ohnehin selten, denn ihr nützliches Werk verrichten sie in der Nacht: Dann vertilgen sie ungeliebte Schneckeneier, Kartoffelkäferlarven, Drahtwürmer, Läuse und Milben. Klingt das nicht gut?

Laufkäfer© Foto: Rolf Jürgens

Hummeln

Klar, ein blühender Obstbaum ist eine Augenweide. Aber wie schön ist es, wenn Baum und Strauch später saftige Früchte tragen? Damit die Ernte reich ausfällt, müssen zuerst Bestäuber ran. Zu denen gehören neben den Bienen auch die sympathischen Hummeln. Sie erreichen mit ihren langen Rüsseln auch tiefe Blüten, an die andere Bestäuber nicht gelangen. Außerdem beginnen sie mit dem Bestäuben bereits früher als alle anderen und sind zudem auch in Schlechtwetterperioden einsatzbereit, denn anders als Honigbienen haben Hummeln die Fähigkeit, ihre Körpertemperatur bei kaltem Wetter zu erhöhen.

Wiesenhummel© Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

Gartenhelden in Aktion

In unseren Tabellen geben wir eine Übersicht, welcher Nützling welches Problem lösen kann und welche chemischen Hilfsmittel sie ersetzen. Wir zeigen zudem weitere Maßnahmen, mit denen die fleißigen Helfer in den Garten gelockt werden können.

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