Die NABU-Geschichte in aller Kürze

NABU-Chronik

Von der Gründung bis heute: Wann wurden die ersten Schutzgebiete gekauft, wann der erste Landesverband gegründet? Lies hier die lange Geschichte des NABU in aller Kürze.
Demo "Wir haben es satt!" 2019
Auch auf Demos sind NABUs regelmäßig aktiv© Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Von der Gründung bis zum ersten Weltkrieg

1899

  • Am 1. Februar Gründung unter dem Namen „Bund für Vogelschutz“ (BfV) durch Lina Hähnle (Vorsitzende bis 1938).
  • Festlegung des „Glücksrezepts“: Ein besonders niedriger Jahresbeitrag von 50 Pfennigen für Erwachsene und 10 Pfennigen für Kinder.
  • Erstes betreutes Schutzgebiet ist die Vogelinsel bei Giengen an der Brenz.
  • Mitgliederstand am Jahresende: 3.500.

1902

  • Herausgabe des ersten Jahresheftes (erschienen bis 1974).
  • Beginn der Kampagnen zur Rettung der Edelreiher und Paradiesvögel, die wegen ihrer prächtigen Federn bejagt wurden (Damenhüte).
  • Mitgliederstand am Jahresende: 6.100.

1906

  • Werbeaktion in Adelskreisen. Unter anderem werden Mitglied: die Könige von Schweden, Rumänien und Bulgarien, das württembergische Königspaar und fast alle deutsche Fürsten; 1912 tritt US-Präsident Wilson ebenfalls dem BfV bei.

1908

  • Kauf des ersten Schutzgebietes: Die Nachtigalleninsel im Neckar bei Lauffen.
  • Erster großer Lobby-Erfolg: Die Novellierung des Reichs-Vogelschutzgesetzes.
Illustrationen gegen die Federmode in den Jahresheften des Bundes für Vogelschutz 1914.
Illustrationen gegen die Federmode in den Jahresheften des Bundes für Vogelschutz 1914© Foto: Stiftung Naturschutzgeschichte

1910

  • Gründung der ersten Landesverbände (Württemberg, Baden, Bayern und Schleswig-Holstein; einzelne Gruppen gab es aber reichsweit).
  • Ausrichtung des Ersten Deutschen Vogelschutztages in Berlin.
  • Mitgliederstand am Jahresende: 21.900 Mitglieder in 341 örtlichen Gliederungen. 

1911

  • Gründung der Landesverbände Berlin und Rheinprovinz.
  • Kauf der ersten 74 Hektar Moor- und Wiesenflächen am oberschwäbischen Federsee, heute mit 3.000 Hektar, davon rund 1.000 Hektar Eigenbesitz, eines der größten NABU-Schutzgebiete.
  • Einrichtung weiterer Schutzgebiete unter anderem auf Hiddensee und auf der Mellumplatte.
  • Zweiter großer Lobby-Erfolg: Unterschutzstellung aller Paradiesvogelarten in den deutschen Kolonien Neu-Guinea und Samoa.

1912

  • Eintragung als „e. V.“ in das Vereinsregister, damit der Verband zum Beispiel bei Grundstückskäufen als eigenständige juristische Person handeln kann.
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NABU-Chronik 1899 bis 1918

Von der Gründung bis zum Ersten Weltkrieg

Die Gründungsversammlung des Bundes für Vogelschutz (BfV) findet am 1. Februar 1899 in der Stuttgarter Liederhalle statt. Gelenkt werden die Geschicke des BfV in den Folgejahren wechselweise von den Wohnsitzen der Familie Hähnle in Stuttgart und in Giengen aus.

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Vom ersten Weltkrieg bis zur NS-Zeit

1914

  • Vorläufiger Höchststand mit 41.323 Mitgliedern, danach durch den 1. Weltkrieg leichte Rückgänge.

1920

  • Gründung der „Zeitschrift für Vogelschutz und andere Gebiete des Naturschutzes“ als Organ des BfV (nach zahlreichen Umbenennungen heute als „Natur und Landschaft“ herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz).

1924

  • Rückgang der Mitgliederzahl durch die Wirtschaftskrise auf unter 30.000.
  • Kauf erster Flächen im Wollmatinger Ried (Bodensee).
  • Gründung einer Deutschen Sektion des „Internationalen Rates für Vogelschutz“ (IRV), deren größtes Mitglied der BfV ist. 1993 folgt die Umwandlung in BirdLife International, alleiniger deutscher Vertreter wird der NABU.

1925

  • Beginn langjähriger Versuche zur biologischen Schädlingsbekämpfung im verbandseigenen Biber-Schutzgebiet Steckby an der Elbe.

1928

  • Beginn des Kampfes gegen die Landschaftszerstörung durch Flurbereinigung.
  • Kauf des Birkwitzer Sees bei Dresden und Pacht der Halbinsel Mettnau am Bodensee, weitere Schutzgebiete am Knechtsand und auf der Hamburger Hallig.

1935

  • Auf Anordnung des Reichsforstministeriums Umbenennung in „Reichsbund für Vogelschutz“ (RfV).

1938

  • Beginn der Präsidentschaft von Reinhard Wendehorst (bis 1943).

1939

  • Anschluss aller deutschen Vogelschutzvereine durch Erlass Hermann Görings in den RfV.
  • Während des Krieges entstehen auch in den besetzten Gebieten RfV-Gruppen, und sogar Geschäftsstellen.
  • Mitgliederstand zum Jahresende: 53.000.
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NABU-Chronik 1919 bis 1945

Weimarer Republik und Drittes Reich

Da es zu Beginn der Weimarer Republik nach wie vor keinen reichsweiten Naturschutzverband gibt, wird im BfV verstärkt über eine Namensänderung diskutiert. Doch am Ende schreckt die Verbandsführung zurück.

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Hirsch mit Nebel im Wald

Aus der Naturschutz heute

Der Vogelschutzbund im Nationalsozialismus

Mit begeisterten Worten begrüßt der BfV die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Nur Ergebenheitsrhetorik, oder verspricht man sich auch einen größeren Stellenwert des Naturschutzes?

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Nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Wende

1945

  • Langsamer Wiederaufbau in Westdeutschland unter dem Namen BfV, zuerst noch nach Landesteilen und Besatzungszonen getrennt.
  • In Ostdeutschland gehen die Vogelschutzgruppen schließlich in den Kulturbund der DDR ein.

1948

  • Offizielle Neugründung auf Bundesebene.
  • Beginn der Präsidentschaft von Hermann Hähnle (bis 1965).

1951

  • Endgültiger Vollzug des Zusammenschlusses aller (teilweise wie in Berlin erst 1950 von den Besatzungsmächten wieder zugelassenen) westdeutschen Landesgruppen des BfV mit Ausnahme des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV). Dieser stößt als bayerischer Partner erst 50 Jahre später wieder zum NABU.

1961

1966

  • Umbenennung in „Deutscher Bund für Vogelschutz“ (DBV) und Umstrukturierung in einen Dachverband mit den erstarkten Landesverbänden als Mitgliedern.
  • Erklärung des Weißstorchs zum Wappenvogel (Zuteilung als „Nationalvogel“ durch den IRV)
  • Beginn der Präsidentschaft von Sebastian Pfeifer (bis 1969), Verlegung der Geschäftsstelle von Giengen an Pfeifers Wohnort Frankfurt am Main in Hessen.
  • Mitgliederstand am Jahresende: 57.000.

1969

  • Beginn der Präsidentschaft von Dr. Claus König (bis 1984).
  • Erstmalige Herausgabe der Mitgliederzeitschrift Wir und die Vögel (zuerst nur in Baden-Württemberg, ab 1971 bundesweit). 1985 folgt die Umbenennung in Naturschutz heute.
  • Einrichtung einer Geschäftsstelle in Stuttgart, 1973 Einstellung eines Geschäftsführers.

1970

  • Verstärkung der Jugendarbeit. Wahl Klaus Ruges zum Bundesjugendleiter.
  • Austritt des Landesverbandes Hamburg aus dem Dachverband (Wiedereintritt am 1.1.1978).

1971

  • Kür des Wanderfalken zum ersten Vogel des Jahres (zuvor 1970 mit dem Graureiher regionaler Probelauf in Baden-Württemberg).
  • Gründung des „DBV-Verlages“. 1980 wird er erweitert um einen Versandservice und die DBV-Tours. 1987 wird der Verlag verkauft.
Der Wanderfalke war der erste gekürte „Vogel des Jahres“© Foto: Eric Fischer

1974

  • Rückumwandlung des Dachverbandes in einen vertikal gegliederten Bundesverband.

1975

  • Erwerb des 300 Hektar großen Teichgutes Wallnau auf Fehmarn, in der Folge Ausbau zum Vogelreservat.
  • Wie vom DBV seit 1908 immer wieder gefordert nun endlich Jagd- und Handelsverbot für Greifvögel, zuerst in Baden-Württemberg, später bundesweit.

1980

  • Kauf von Gut Sunder am Rande der Meißendorfer Teiche, Beginn des Ausbaus zum Naturschutzseminar (Einweihung 1983).
  • Mitgliederstand zum Jahresende: 101.600.

1982

  • Gründung einer eigenständig arbeitenden DBV-Jugend.
Stand des DBV in Rheinhausen 1979© Foto: NABU-Archiv

1984 

  • Präsidentschaft von Prof. Dr. Berndt Heydemann (bis November), Beginn der Präsidentschaft von Dr. Hans Scholten (bis 1988).
  • Mitgliederstand am Jahresende: 125.350.

1986

  • Einrichtung einer Lobby-Geschäftsstelle in Bonn, die in den Folgejahren weitere Aufgaben übernimmt.
  • Erste öffentliche Stellungnahme des DBV gegen die Atomenergienutzung.
  • Mitgründung des alternativen „Verkehrsclub Deutschland“ (VCD).

1987

  • Umbenennung der DBV-Jugend in „Naturschutzjugend im DBV“.

1988

  • Beginn der Präsidentschaft von Klaus Dürkop (bis 1992).
Bach im Harz

Persönliche Erinnerungen

Kurt Kretschmann über den DDR-Naturschutz

Kurt Kretschmann erinnert an den Beginn und die Entwicklung des Naturschutzes in der DDR.

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Nach der Wende

1990

  • Auflösung der „Gesellschaft für Natur und Umwelt“ und Gründung des „Naturschutzbundes der DDR“.
  • Der spätere NABU-Vizepräsident Prof. Dr. Michael Succow setzt innerhalb weniger Monate das DDR-Nationalparkprogramm durch.
  • Umbenennung des DBV in „Naturschutzbund Deutschland“ (NABU) und dann Vereinigung mit dem Naturschutzbund der DDR. Nach DDR-Muster Einrichtung einer Fachausschuss-Struktur zusätzlich zur vertikalen Gliederung.
  • Mitgliederstand zum Jahresende: 138.900.

1992

  • Beginn der Präsidentschaft von Jochen Flasbarth (bis Februar 2003).
  • Start der erfolgreichen Kampagne zur Aufnahme eines „Staatsziels Umweltschutz“ in das Grundgesetz.

1997

  • Eröffnung des Infozentrums Blumberger Mühle im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
  • Endgültige Auflösung der Teilgeschäftsstelle Kornwestheim.

1999

  • 100. Geburtstag des NABU mit Festakt in Stuttgart und Zukunftskongress in Hamburg.
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NABU-Chronik 1946 bis 1998

Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Millennium

So wie der Kollaps von Staates und Gesellschaft vollständiger ist als nach dem Ersten Weltkrieg, so ist auch der Zusammenbruch des Bundes für Vogelschutz weitaus gravierender. Nur langsam kann das Naturschutzleben in den Besatzungszonen wiederbelebt werden.

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Die frühen 2000er

2003

  • Olaf Tschimpke wird zum neuen Präsidenten gewählt (bis 2019).

2004

2005

2007

  • Tschüss Rheinland, hallo Berlin: Umzug der Bundesgeschäftsstelle in die Hauptstadt.
Einzug in die Charitéstraße in Berlin© Foto: NABU/ S. Engelhardt

2010

  • Nach einem regionalen Probelauf 2009 startet die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ als weitere Citizen-Science-Aktion, die in den Folgejahren regelmäßig mehr als 100.000 Teilnehmer*innen anzieht. Im Corona-Jahr 2021 sind es sogar 236.000.

2014

  • Der NABU hat erstmals mehr als eine halbe Million Mitglieder.

2019

  • Beginn der Präsidentschaft von Jörg-Andreas Krüger.

2024

  • Der NABU wird 125 Jahre alt, zum Jahreswechsel hat er die Marke von 940.000 Mitgliedern und Förderern überschritten.
  • Bundesweit betreuen wir über 5.000 Schutzgebiete und unterhalten rund 80 Naturschutzzentren.
  • In der Bundesgeschäftsstelle und unseren Außenstellen sind fast 400 Mitarbeiter*innen beschäftigt.
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NABU-Chronik von 1999 bis 2010

Naturschutz im neuen Jahrtausend

Mit Schwung geht der NABU in seine zweiten 100 Jahre. Dabei besinnt er sich bei aller thematischen Ausweitung auch wieder verstärkt auf den klassischen Arten- und Naturschutz sowie seine besondere Stärke durch die flächendeckende Präsenz vor Ort.

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