Steinschmätzer im Prachtkleid
Steinschmätzer im Prachtkleid© Foto: Frank Derer

Oenanthe oenanthe

Steinschmätzer

Steinschmätzer bevorzugen steiniges Gelände, wo sie mit ihrem Gefieder optimal getarnt sind. Man kann sie darum bei uns sowohl im felsigen Hochgebirge als auch auf kargen Inseln und an Stränden antreffen. Typisch für Steinschmätzer ist das charakteristische Schwanzmuster, das wie ein umgedrehtes schwarzes „T“ aussieht. Daran und an der dunklen Gesichtsmaske sind die kleinen Sperlingsvögel gut zu erkennen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

vom Aussterben bedroht

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

2.300 - 3.500 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 88 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

etwa von April bis Oktober zu beobachten

Größe

14-17 cm groß

Besonderheit

knickst häufig und bewegt den gefächerten Schwanz

Reise

Langstreckenzieher, überwintert in Afrika

Funfact

Grönländische und kanadische Steinschmätzer legen jährlich auf ihrem Vogelzug 30.000 Kilometer zurück.

Der kleine Steinschmätzer fliegt bis zu 30.000 Kilometer in seine Brutgebiete - ein Rekord unter den Singvögeln© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Das Männchen ist am Rücken und Scheitel aschgrau gefärbt. Die Flügel sind dunkelbraun, der Bauch ist weiß. Im Frühjahr ist die Brust rosabeige getönt. Auffällig ist die schwarze Augenmaske mit weißem Überaugenstreif. Das Weibchen ist braungrau, die helle Unterseite beige gefärbt. Der Überaugenstreif ist ebenfalls beige.

Verhalten

Sie sitzen beim Singen gern erhöht, zum Beispiel auf Felsbrocken. Bei der Futtersuche hüpfen sie flink am Boden und zwischen Steinen und Felsbrocken hin und her. Immer wieder halten sie an, auch mit Futter im Schnabel, knicksen und bewegen den Schwanz. Das Nest bauen sie in Steinhaufen, Steinmauern, Nischen und manchmal in Holzstößen.

Lebensraum

Offenes, steiniges Gelände ist der bevorzugte Lebensraum des Steinschmätzers. Dies kann im Flach- wie auch im Bergland der Fall sein. Sowohl im Gebirge als auch in der Heide, an Strandwiesen und steinigen Küsten und Klippen ist er unterwegs.

Gefährdung

Steinschmätzer sind durch Lebensraumverlust vom Aussterben bedroht. Durch ihre Vorliebe für vegetationsarme Offenflächen besiedeln sie gern Abbaugebiete und Brachen, die schnell zu Bauland werden. Viele natürliche Lebensräume wie Sandheiden wachsen durch Stickstoffdüngung aus der Luft immer weiter zu und werden so ungeeignet.

Nahrung

Steinschmätzer erbeuten überwiegend Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken. Im Herbst sind seltener auch Beeren Teil des Speiseplans.

Stimme/Laute

Der Gesang des Steinschmätzers ist sehr abwechslungsreich und variabel. Er enthält zwitschernde sowie wohlklingende und harte knirschende Laute. Auch andere Vögel imitiert er. Weiterhin gehört ein hartes „töck“ oder „tschack“ zu seinem Repertoire.

Zugverhalten

Steinschmätzer verlassen uns im Winter und ziehen nach Afrika. Vögel aus nördlicheren Gefilden ziehen im Herbst und Frühling bei uns durch und legen dabei bis zu 15.000 km in ihr Überwinterungsquartier zurück.

Beobachtungstipps

Die selten gewordenen Steinschmätzer trifft man am häufigsten noch im felsigen Hochgebirge an. Auch in Heide- und Dünenlandschaften sind sie regelmäßige Brutvögel. Mit etwas Glück kann man den Steinschmätzer aber auch mitten in Berlin auf dem Tempelhofer Feld beobachten:

Mehr erfahren

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Wenn du zur Brutzeit einen Steinschmätzer entdeckst, melde ihn bitte dem Naturschutzamt oder der NABU-Gruppe vor Ort. So können Nistplätze gesichert oder Ersatzlebensräume geschaffen werden.

Übersicht aller NABU-Gruppen

Das macht der NABU

NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Der Steinschmätzer im Naturparadies Grünhaus

In Südbrandenburg zieht der Steinschmätzer seine Jungen unter idealen Bedingungen auf. Ab April kann man den seltenen Brachevogel dort beobachten.

Mehr erfahren

Weitere vom Aussterben bedrohte Vögel