
Podiceps grisegena
Rothalstaucher
Wenn beim abendlichen Spaziergang am Schilfgürtel plötzlich ohrenbetäubender Lärm ertönt oder einen das Gefühl beschleicht, eine Herde Ferkel käme gleich aus dem Schilf gerannt – keine Sorge: Vermutlich sind Sie nur Rothalstauchern in der Paarungszeit auf der Spur. Das Kreischen ist wirklich einzigartig. Diese Vertreter der Lappentaucher mit dem roten Hals trifft man auf flachen schilfumgebenen Gewässern vor allem im Norden und Osten Deutschlands an.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
1.500 - 2.300 Brutpaare
Bestandstrend
+ 11 % (stabil)
Beschreibung
Aussehen
Rothalstaucher sind etwas kleiner als Haubentaucher. Sie sind im Prachtkleid am rotbraunen Hals gut zu erkennen. Die weißen Wangen zeichnen sich deutlich von der schwarzen Kappe ab. Im Schlichtkleid sind sie durchgehend gräulich gefärbt. Kappe und hinterer Hals sind dunkler grau, Wangen und Brust etwas heller.
Verhalten
Im Winter sind sie eher unauffällig, auch zur Mauser verschwinden sie lieber im Schilf. Zur Paarungszeit dagegen balzen und verteidigen sie ihr Revier lautstark. Die Rufe sind dann bei Tag und Nacht, oft im Duett zu vernehmen und können lange andauern. Rothalstaucher sind monogam. Beide Eltern kümmern sich um die Aufzucht der Jungen.
Lebensraum
Sie bevorzugen kleine, flache Gewässer mit dichtem Röhricht wie Seen und Fischteiche für die Brutzeit. Zur Nahrungssuche trifft man sie zuweilen auch auf dem Meer an. Im Winter sind sie ebenfalls an der Küste und auf größeren Gewässern unterwegs.
Gefährdung
Sie sind nicht gefährdet.
Nahrung
Rothalstaucher ernähren sich von Wasserinsekten, deren Larven, Krebsen, Muscheln, Würmern und Kaulquappen. Auch kleine Fische und Amphibien stehen öfter auf dem Speiseplan.

Stimme/Laute
Der wiehernde, fast ferkelähnlich kreischende Balzlaut ist sehr durchdringend. Neben dem langgezogenen Laut lässt der Rothalstaucher auch ein hohes „keck“ von sich hören.
Zugverhalten
Sie sind das ganze Jahr über bei uns zu sehen, im Winter jedoch häufiger an der Nord- und Ostsee unterwegs. Vögel nordöstlicher Herkunft überwintern ebenfalls häufig bei uns an der Küste.
Beobachtungstipps
Da Rothalstaucher oft hinter den Schilfgürteln vor Blicken gut versteckt sind, lohnt es sich, die Ohren aufzusperren. Gerade an kleinen, stark bewachsenen Gewässern im Norden und Osten Deutschlands kann es gut sein, dass Sie Rothalstaucher zu Gehör bekommen. Im Winter sind sie gerne weit draußen auf dem Meer unterwegs.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der Schutz und Erhalt von Wasservogelreservaten und Schutzgebieten ist auch für den Rothalstaucher von Bedeutung. Hier findest du eine Liste aller NABU-Schutzgebiete.





