Rothalstaucher im Wasser
© Foto: Foto: Frank Derer

Podiceps grisegena

Rothalstaucher

Wenn beim abendlichen Spaziergang am Schilfgürtel plötzlich ohrenbetäubender Lärm ertönt oder einen das Gefühl beschleicht, eine Herde Ferkel käme gleich aus dem Schilf gerannt – keine Sorge: Vermutlich sind Sie nur Rothalstauchern in der Paarungszeit auf der Spur. Das Kreischen ist wirklich einzigartig. Diese Vertreter der Lappentaucher mit dem roten Hals trifft man auf flachen schilfumgebenen Gewässern vor allem im Norden und Osten Deutschlands an.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

1.500 - 2.300 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 11 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

40-50 cm groß, Flügelspannweite 77-85 cm

Besonderheit

zur Paarungszeit unverwechselbare Stimme

Reise

Jahresvogel, im Winter an der Küste

Funfact

Lappentaucher haben statt Schwimmhäuten kleine Schwimmlappen zwischen den Zehen.

© Foto: NABU / Klemens Karkow

Beschreibung

Aussehen

Rothalstaucher sind etwas kleiner als Haubentaucher. Sie sind im Prachtkleid am rotbraunen Hals gut zu erkennen. Die weißen Wangen zeichnen sich deutlich von der schwarzen Kappe ab. Im Schlichtkleid sind sie durchgehend gräulich gefärbt. Kappe und hinterer Hals sind dunkler grau, Wangen und Brust etwas heller.

Verhalten

Im Winter sind sie eher unauffällig, auch zur Mauser verschwinden sie lieber im Schilf. Zur Paarungszeit dagegen balzen und verteidigen sie ihr Revier lautstark. Die Rufe sind dann bei Tag und Nacht, oft im Duett zu vernehmen und können lange andauern. Rothalstaucher sind monogam. Beide Eltern kümmern sich um die Aufzucht der Jungen.

Lebensraum

Sie bevorzugen kleine, flache Gewässer mit dichtem Röhricht wie Seen und Fischteiche für die Brutzeit. Zur Nahrungssuche trifft man sie zuweilen auch auf dem Meer an. Im Winter sind sie ebenfalls an der Küste und auf größeren Gewässern unterwegs.

Gefährdung

Sie sind nicht gefährdet.

Nahrung

Rothalstaucher ernähren sich von Wasserinsekten, deren Larven, Krebsen, Muscheln, Würmern und Kaulquappen. Auch kleine Fische und Amphibien stehen öfter auf dem Speiseplan.

Rothalstaucher mit Fisch im Schnabel© Foto: Foto: Frank Derer

Stimme/Laute

Der wiehernde, fast ferkelähnlich kreischende Balzlaut ist sehr durchdringend. Neben dem langgezogenen Laut lässt der Rothalstaucher auch ein hohes „keck“ von sich hören.

Zugverhalten

Sie sind das ganze Jahr über bei uns zu sehen, im Winter jedoch häufiger an der Nord- und Ostsee unterwegs. Vögel nordöstlicher Herkunft überwintern ebenfalls häufig bei uns an der Küste.

Beobachtungstipps

Da Rothalstaucher oft hinter den Schilfgürteln vor Blicken gut versteckt sind, lohnt es sich, die Ohren aufzusperren. Gerade an kleinen, stark bewachsenen Gewässern im Norden und Osten Deutschlands kann es gut sein, dass Sie Rothalstaucher zu Gehör bekommen. Im Winter sind sie gerne weit draußen auf dem Meer unterwegs.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Der Schutz und Erhalt von Wasservogelreservaten und Schutzgebieten ist auch für den Rothalstaucher von Bedeutung. Hier findest du eine Liste aller NABU-Schutzgebiete.

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