Lachseeschwalbe steht im flachen Wasser.
Lachseeschwalbe© Foto: Mathias Schäf

Sterna nilotica

Lachseeschwalbe

Bei uns nur noch ein sehr seltener Brutvogel, ist die Lachseeschwalbe als Brutvogel auf allen Kontinenten vertreten. Dort kommt sie in den Halbwüsten- und Steppenregionen vor, weshalb sie in Europa vor allem auf den Süden konzentriert ist. In Deutschland und Dänemark hat sie ihre nördliche Verbreitungsgrenze erreicht. Ehemals ein Brutvogel der Flachseen und Heidemoore sowie der Dünen der Nordseeinseln, ist die Lacheeschwalbe heute auf wenige Kolonien an der Elbemündung konzentriert.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

vom Aussterben bedroht

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

37 - 37 Brutpaare

Bestands­trend

- 13 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von April bis August zu beobachten

Größe

35-42 cm groß, Flügelspannweite 76-86 cm

Besonderheit

Jagd über Grünlandbereichen

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Lachseeschwalben brüten deutlich weniger dicht als andere Seeschwalbenarten. Aus diesem Grund besetzen sie neben dem Nestplatz noch einen kleinen Ruheraum.

Die Lachseeschwalbe ist ein sehr seltener Brutvogel in Deutschland.© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Lachseeschwalben können auf den ersten Blick mit Brandseeschwalben verwechselt werden, haben jedoch einen kürzeren und dickeren komplett schwarzen Schnabel. Ferner hat die adulte Seeschwalbe im Prachtkleid eine eisgraue Ober- und eine weißliche Unterseite sowie eine schwarze Haube auf dem Kopf.

Lachseeschwalbe im Prachtkleid© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Lachseeschwalben jagen ihre Nahrung über Grünlandbereichen oder sammeln Insekten in einer Art schrägem Sturzflug von der Wasseroberfläche. Dabei vermitteln sie eher den Eindruck von einer Möwe als von einer Seeschwalbe.

Lebensraum

Die in Deutschland brütenden Lachseeschwalben findet man in eingedeichten Kögen und Flussvorländern an der Nordsee. Dort brüten sie auf Schwemmflächen mit niedriger bis lückiger Vegetation nahe der Hochwasserlinie und in der Nähe größerer Kolonien von Flussseeschwalben und Lachmöwen.

Gefährdung

Um sich anzusiedeln, benötigt die Lachseeschwalbe eine Kombination aus Süß- und Brackwasserbereichen sowie ausreichend Feuchtgrünland zur Nahrungssuche. Daher ist sie nicht nur durch intensive Landwirtschaft, sondern auch durch Entwässerung und Überdüngung gefährdet. Zudem machen ihr ein Rückgang der Insekten durch Pestizideinsatz und vermehrte Störungen in Kombination mit erhöhter Prädationsrate zu schaffen.

Nahrung

Sie ernähren sich hauptsächlich von Landtieren, wodurch sie sich deutlich von anderen Seeschwalben unterscheiden. Auf ihrem Speisezettel stehen Insekten, Regenwürmer, Amphibien, Mäuse und kleine Eidechsen.

Stimme/Laute

Wie ihr Name bereits vermuten lässt, erinnert der etwas nasale „kä-wick“-Ruf der Lachseeschwalbe an ein Lachen. Bei Erregung wird dieser Ruf schnell und oft wiederholt: „gwic-gwic-gwic.“

Zugverhalten

Die Winterquartiere der europäischen Lachseeschwalbe liegen in den Tropen und Subtropen Afrikas. Kleinere Überwinterungsgebiete liegen in Westafrika, ein großes zusammenhängendes Überwinterungsgebiet zieht sich entlang des Nils vom Mündungsbereich in Nordafrika über die ostafrikanische Seenlandschaft bis nach Mosambik.

Beobachtungstipps

Wer Lachseeschwalben beobachten möchte, sucht am besten die letzten verbliebenen Kolonien am Neufelder Koog und am Friedrichskoog in Dithmarschen auf. Einzelne Tiere kann man auch immer wieder an der Nordseeküste, mit deutlicher Konzentration im Elbmündungsgebiet, beobachte. Dabei können sie jedoch leicht zwischen anderen Seeschwalben untergehen.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

In der Nähe der letzten Brutplätze in Dithmarschen sollte man sich unbedingt an die Schutzgebietsregeln halten, damit die Kolonien möglichst nicht gestört werden. Denn jede Störung bietet Nesträubern die Chance, die Eier oder die Küken der Lachseeschwalbe zu rauben.

Vogelporträt: Lachseeschwalbe - NABU