Blaukehlchen auf einem Holm.
Blaukehlchen© Foto: Mathias Schäf

Luscinia svecica

Blaukehlchen

Das Blaukehlchen macht seinem Namen alle Ehre: Die leuchtend blaue Kehle des Männchens ist unverkennbar. Ihn zu entdecken, ist aber nicht einfach, denn er lebt meist versteckt im Gebüsch. Begradigte und befestigte Flüsse sowie die Abtorfung unserer Moore haben das Blaukehlchen zudem selten werden lassen. Glücklicherweise erholt sich der Bestand seit den 1970er Jahren wieder.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

29.000 – 50.000 Brutpaare

Bestands­trend

+ 556 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

von Ende März bis September zu beobachten

Größe

13-14 cm groß

Besonderheit

leuchtend blaue Kehle

Reise

Mittel- bis Langstreckenzieher

Funfact

In den Alpen gibt es teilweise rotsternige Blaukehlchen, die sonst in Skandinavien beheimatet sind. Ob es sich um Eiszeitrelikte oder Neuansiedlungen handelt, ist unklar.

Blaukehlchen im Rastgebiet© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Beide Geschlechter haben einen auffälligen hellen Überaugenstreif und eine rostbraune Binde unter der Blaufärbung an der Brust. Nur bei den Männchen ist jedoch auch die Kehle leuchtend blau, und je nach Unterart besitzen sie darauf einen roten, weißen oder gar keinen Fleck (rotsternige und weißsternige Blaukehlchen).

Blaukehlchen mit leuchtend blauer Kehle© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Das Verhalten und die Gestalt des Blaukehlchens erinnern ein wenig an das bekannte Rotkehlchen: Es wirkt sehr hochbeinig und wippt häufig mit Schwanz und Oberkörper. Es kann mit seinem komplexen Gesang auch Stimmen anderer Vögel imitieren.

Lebensraum

Das Blaukehlchen fühlt sich in feuchten und halboffenen Lebensräumen zu Hause. In Deutschland bewohnt es Schilfgebiete mit Weidengebüsch an Gewässern oder Gräben, Moore, Auwälder oder auch Berghänge mit einzelnen Sträuchern.

Gefährdung

Blaukehlchen sind nicht gefährdet.

Nahrung

Mit seinem spitzen, langen Schnabel jagt das Blaukehlchen in Bodennähe nach Insekten. Aber auch Beeren und Sämereien stehen gelegentlich auf dem Speiseplan.

Stimme/Laute

Der Gesang des Blaukehlchens lässt sich schlecht mit Worten beschreiben. Er ist sehr kräftig und erinnert ein wenig an eine Nachtigall („Nachtigall des Nordens“). Nach einem zögernden metallischen „sri-sri-sri“ folgt eine Folge diverser schneller, oft melodischer Elemente. Der Ruf ist ein hartes „tack“, was an das Schlagen einer Leine an einen Fahnenmast erinnert.

Zugverhalten

Unsere weißsternigen Blaukehlchen sind überwiegend Langstreckenzieher und überwintern vor allem in Ostafrika. Die rotsternigen Vögel ziehen ebenfalls nach Afrika, aber auch Richtung Osten bis nach Indien.

Beobachtungstipps

Für die Beobachtung von Blaukehlchen sind Ort und (Jahres-)Zeit entscheidend. Suchen Sie am besten ein großes Schilfgebiet oder ein Moor auf und achten Sie auf einzelne Weidengebüsche. Von hier aus singen die Männchen im April ihre hübschen Lieder, und Sie haben vor allem morgens und abends die besten Chancen auf eine Sichtung. Im Nordwesten Deutschlands gibt es die meisten Blaukehlchen.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern und Spektiven

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Wie bei vielen anderen Arten ist die Sicherung des Lebensraumes die beste Methode, um den Blaukehlchen zu helfen. Mit Ihrer Entscheidung für torffreie Gartenerde helfen Sie mit, die Abtorfung unserer letzten Moore zu stoppen und damit den Lebensraum der Blaukehlchen zu erhalten.

Blaukehlchen | NABU