Ein Paar von Bienenfressern auf einem Ast.
Bienenfresser© Foto: NABU/Moritz Gasche

Merops apiaster

Bienenfresser

Die Farbenpracht des Bienenfressers wirkt exotisch, denn kaum ein Brutvogel hat bei uns ein so buntes Gefieder. Sein Brutvorkommen ist jedoch sehr zersplittert: Es gibt nur wenige Brutpaare, die meist in warmen Regionen in Rheinland-Pfalz, am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt brüten. Der Bienenfresser jagt nicht nur Bienen, sondern auch andere fliegende Insekten. Zum Überwintern zieht er in den Süden Afrikas.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

4.700 – 6.000 Brutpaare

Bestands­trend

+ 3.029 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

in den Sommermonaten zu beobachten

Größe

25-29 cm groß

Besonderheit

buntes Gefieder

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Wenn er ein Beutetier gefangen hat, reibt oder schlägt er es zunächst mehrmals auf eine Unterlage, um es bewegungsunfähig zu machen.

Bienenfresser © Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Der Bienenfresser ist unverwechselbar: Der Scheitel und der Mantel sowie die Flügeloberseite sind rotbraun gefärbt. An den Schultern sind die Federn gelblich. Die Unterseite und der Schwanz sind leuchtend blau. Die Kehle ist leuchtend gelb, und über die Augen zieht sich ein schwarzer Zügelstreif.

Der Bienenfresser ist ein Vogel mit bunten, kräftigen Farben.© Foto: Moritz Gasche

Verhalten

Von einem Ansitz aus erspäht der Bienenfresser seine Beute. Hat er ein Insekt entdeckt, unternimmt er häufig einen kurzen und raschen Jagdflug und verspeist seine Beute dann an der Warte. Zum Brüten gräbt er über zwei Meter lange horizontale Röhren in die Erde, an dessen Ende sich seine Brutkammer befindet.

Lebensraum

Als wärmeliebender Vogel brütet der Bienenfresser in offenen, warmen und sonnigen Gebieten. Zum Brüten benötigt er häufig Abbruchkanten an Gewässern oder in Sand- und Kiesgruben.

Gefährdung

Der Bienenfresser gilt in Deutschland nicht als gefährdete Art und als Profiteur des Klimawandels.

Nahrung

Der Bienenfresser ernährt sich häufig von größeren fliegenden Insekten wie Bienen, Heuschrecken oder Libellen, die er in der Luft fängt.

Stimme/Laute

Er ist sehr ruffreudig und besitzt einen rollenden, weichen „püt“-Ruf.

Zugverhalten

Als Langstreckenzieher überwintern Bienenfresser meist in Westafrika bis Angola. In seinen Brutgebieten ist er von April bis September.

Was den Bienenfresser besonders macht

Der tropisch anmutende Vogel siedelt hierzulande erst seit den 1990er Jahren, aber seither mit stetig wachsenden Bestandszahlen. Vor allem in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, aber auch in Rheinland-Pfalz, Bayern, Sachsen und Nordrhein-Westfalen fühlt er sich wohl. Wegen dieser Ausbreitung nach Norden, wird der Bienenfresser oft auch als Gewinner des Klimawandels bezeichnet. Vermutlich sind steigende Sommertemperaturen und abnehmende Niederschläge Faktoren, die zur Ausbreitung seiner Art nach Norden beitragen.

Allerdings findet der Bienenfresser nur selten geeignete und ungestörte Brutplätze für seine Brutröhren in Steilwänden. Die wenigen natürlichen Standorte, wie Abbruchkanten oder Steilufer, sind häufig durch Ufersicherungsarbeiten bedroht. Ein Großteil der Brutplätze befindet sich in aktiv genutzten Abbaugruben, wo Kies, Sand, Braunkohle oder Ton auch während der Brutzeit von Mai bis August abgebaut werden. Stillgelegte Gruben wachsen zu und sind auch als Lebensraum ungeeignet, wenn sie – wie häufig der Fall – als Motocross- oder Schießgelände umgenutzt sowie als Deponie missbraucht werden. Auch durch direkte Verfolgung, vor allem auch auf dem Durchzug und in mediterranen Brutgebieten, kommt es immer noch zu Verlusten bei dieser Vogelart.

Der Einsatz von Pestiziden und die Intensivierung der Landwirtschaft verringern das Vorkommen großer Fluginsekten. Für den Bruterfolg des Insektenfressers ist aber eine gute Nahrungsversorgung entscheidend, weswegen der NABU sich für blütenreiche Wiesen und Brachen, Streuobstbestände, Hecken und Kleingewässer einsetzt. Zum Schutz der Bienenfresser ist es außerdem wichtig, neue Steilwände in nahrungsreichen Lebensräumen anzulegen sowie vorhandene Brutplätze in Gruben in Absprache mit den Abbauunternehmen zu sichern – während und auch nach dem Abbau.

Beobachtungstipps

Es gibt in Deutschland nur wenige lokale, aber dafür regelmäßige Brutvorkommen des Bienenfressers. Manchmal entdeckt man auch seine Brutröhren an steilen Abbruchkanten.

Tipps für die Anschaffung von Ferngläsern und Spektiven

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Bienenfresser von hinten auf einem Ast.

Sachsen-Anhalt

Forschungsprojekt

In Sachsen-Anhalt wurden 80 Bienenfresser mit winzigen Ortungschips ausgestattet, um die Zugwege der seltenen Vögel sowie ihre Winterquartiere zu erforschen. Damit legt das Projekt einen entscheidenen Grundstein zum internationalen Schutz der bunten Weltenbummler.

Wo überwintern die Bienenfresser?