Asiatische Hornisse frisst an Weintrauben - Foto: Jörg Tilmans/NABU-naturgucker.de
Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland weiter aus
Globalisierung und Klimawandel begünstigen die eingeschleppte Art
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Appetit auf Süßes: Asiatische Hornissen an Fallobst - Foto: Gerd Barth/NABU-naturgucker.de
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Asiatische Hornisse an Mahonie - Foto: Gerhard Turznik/www.naturgucker.de
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Asiatische Hornisse - Foto: Bodo Stephan/www.naturgucker.de
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Asiatische Hornisse mit Beute - Foto: Ulrich vor dem Esche/NABU-naturgucker.de
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gehört wie die Europäische Hornisse (Vespa crabro), die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) oder die Deutsche Wespe (Vespula germanica) zu der Unterfamilie der „Echten Wespen“ (Vespinae). Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse, und an dem dunkleren Körper und gelben Füßen von der rotbraun und gelben heimischen Art leicht zu unterscheiden. Die Staaten der Asiatischen Hornisse sind mit bis zu 2.000 Tieren viel individuenreicher als die der heimischen Hornisse mit bis zu 700 Individuen.
Vespa velutina baut ihre Gründungsnester in ähnlichen Orten wie heimische soziale Wespen, zum Beispiel in Schuppen oder Rollladenkästen. Der Staat zieht jedoch im Hochsommer um und baut sein sogenanntes Sekundärnest weit oben in Baumwipfeln. Oft werden diese Nester erst bemerkt, wenn die Bäume im Herbst kahler werden. In der Umgebung von alten, nicht entfernten Nestern kommt es im Folgejahr zu vermehrten Neugründungen.
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Asiatische Hornisse im Flug, mit typisch hochgestellten Hinterbeinen - Foto: Ulrich vor dem Esche/www.naturgucker.de
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Asiatische Hornisse an Dahlie - Foto: Andreas Wagner/www.naturgucker.de
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Asiatische Hornisse beim Nestbau - Foto: Francis Ithurburu (CC BY-SA 3.0)
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Sekundärnest der Asiatische Hornisse in Baumkrone - Foto: Michael Lutz/NABU-naturgucker.de
FAQ: Fragen und Antworten zur Asiatischen Hornisse
Aufgrund mangelnden Wissens über die Asiatische Hornisse gerät auch die heimische, besonders geschützte Europäische Hornisse zunehmend in Gefahr. Viele Bürger*innen können die beiden Arten nicht auseinanderhalten und töten die Tiere – befeuert von medial geschürter Panik. Wir beantworten daher einige Fragen zur Asiatischen Hornisse.
Wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse?
Wenn man einer einzelnen Vespa velutina begegnet, ist man nicht in Gefahr. Genau wie die Europäische Hornisse gehen die Tiere weder an unser Marmeladenbrot noch wollen sie irgendetwas mit uns zu tun haben. Jedoch können sie ihre Nester aggressiv verteidigen, weshalb hier Vorsicht geboten ist.
Auch bei Ertragsverlusten im Obstanbau oder in der Imkerei kann sie problematisch werden. Als invasive Art stellt sie eine potenzielle Gefahr für die Biodiversität, also vor allem die heimische Natur, dar. Allerdings leiden Insekten und generell unsere heimische Biodiversität unter vielen anderen stärkeren Einflüssen. Die Etablierung einer invasiven Art ist also ein Zusatzfaktor, und nicht der Haupttreiber vom Artenschwund.
Wie weh tut der Stich einer Asiatischen Hornisse?
Der Stich ist schmerzhaft und wird von Betroffenen als Hornissenstich eingeordnet, also ist er vergleichbar mit einem Stich der einheimischen Hornisse. Wie unsere Europäische Hornisse verteidigt die Art die unmittelbare Umgebung und das Nest selbst. An Blüten oder auf Nahrungssuche sind sie nicht auffällig aggressiv.
Das Gift der Europäischen und Asiatischen Hornisse ist generell nicht toxischer als das Gift von Honigbienen oder anderen Faltenwespen. Der Stich kann aber etwas schmerzhafter sein, da das Gift den Stoff Acetylcholin enthält, und der Stachel etwas länger ist als bei den kleineren Verwandten. Für Menschen mit allergischen Reaktionen auf Hornissenstiche kann ein Stich allerdings durchaus gefährlich werden.
Wie unterscheide ich die Asiatische Hornisse von der Europäischen Hornisse?
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse: Arbeiterinnen sind beispielsweise 17 bis 25 mm groß, die Arbeiterinnen der einheimischen Art werden 19 bis 32 mm groß. Die Asiatische Hornisse hat insgesamt einen dunkleren Körper, einen schwarz gefärbten Kopf und gelb gefärbte Füße. Der Körper der Europäischen Hornisse ist insgesamt eher geldgelb, sie hat außerdem rotbraune Beine.
Ist die Asiatische Hornisse ein Problem für Bienen beziehungsweise andere Insekten?
Für die Imkerei kann Vespa velutina durchaus ein Problem darstellen, vor allem in Regionen, in der die Art bereits stark etabliert ist. Auch für Wildbienen und andere Insekten kann die Art einen zusätzlichen Prädationsdruck erzeugen, da sie generell Insekten als Proteinquelle für ihre Nachkommen jagen. Dies tun andere Wespen, wie die Europäische Hornisse auch, allerdings sind die Nester der Asiatischen Hornisse weitaus individuenreicher, weshalb ein Nest dieser Art einen größeren Einfluss haben kann.
Was soll ich tun, wenn ich eine Asiatische Hornisse gefunden habe?
Schritt 1: Sicherstellen, dass es sich wirklich um eine Asiatische Hornisse handelt.
Schritt 2: Fund melden über die Meldeplattform des jeweiligen Bundeslandes und über die Meldeaktion Hornissen des NABU in Zusammenarbeit mit NABU|naturgucker. Zur leichteren Bestimmung enthält die Aktionsseite zahlreiche Bilder, auch von Verwechslungsarten wie Europäische Hornisse, Wespen und Wespenschwebfliegen.
Schritt 3: Das Nest, wenn möglich, professionell entfernen lassen. Als invasive Art ist die Asiatische Hornisse vom allgemeinen Schutz wildlebender Tiere (§39 Bundesnaturschutzgesetz) ausgeschlossen. Der NABU rät aber dringend davon ab, sich selbst an einer Nestentfernung zu versuchen. Die Nester sind sehr groß, meist in Baumkronen und wenn man sich den Nestern auf zwei Meter oder weniger nähert, reagieren die Hornissen meist aggressiv. Hier sollten unbedingt Expert*innen herangezogen werden. Meist können Kontakte über die Unteren Naturschutzbehörden, örtliche NABU-Gruppen oder Imkervereine erfragt werden.
Soll ich die Asiatische Hornisse oder ihr Nest melden?
Die Sichtung Asiatischer Hornissen ist nicht mehr meldepflichtig, da sie als etabliert eingestuft wurden.
Wir empfehlen, die Asiatische Hornisse oder ihr Nest zu melden, bei NABU|naturgucker oder den offiziellen Meldestellen der Bundesländer, um eine größere Datenmenge zur Verfügung zu haben. Soweit vorhanden, sollte zur Identifikation unbedingt ein Bild des beobachteten Insekts mitgeschickt werden. Vor allem außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes ist die Gefahr einer Verwechslung sehr hoch.
Offizielle Meldestellen der Bundesländer:
- Baden-Württemberg: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
- Bayern: Melde- und Fundportal Bee warned
- Berlin: E-Mail an kontakt@hymenopterendienst.de
- Brandenburg: E-Mail an vvmeldung@imker-brandenburgs.de
- Bremen: Meldeportal Neobiota Nord
- Hamburg: Meldeportal Neobiota Nord oder E-Mail an invasive-arten@bukea.hamburg.de
- Hessen: Meldeportal Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
- Mecklenburg Vorpommern: Meldeportal Neobiota Nord
- Niedersachsen: Meldeportal Neobiota Nord
- Nordrhein-Westfalen: Melde- und Fundportal Neobiota in NRW
- Rheinland-Pfalz: Artenfinder-Serviceportal
- Saarland: Velutina-Meldeportal Saarland oder E-Mail an asiatische-hornisse@umwelt.saarland.de
- Sachsen: E-Mail an artenerfassung.lfulg@smekul.sachsen.de (Meldehinweise)
- Sachsen Anhalt: Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
- Schleswig Holstein: Meldeportal Neobiota Nord
- Thüringen: E-Mail an poststelle@tlubn.thueringen.de
Darf ich die Asiatische Hornisse töten?
Als gebietsfremdes Insekt steht Vespa velutina nicht unter Allgemeinem Schutz laut Bundesnaturschutzgesetz. Wir raten jedoch stark davon ab, Individuen zu töten, geschweige denn Nester zu entfernen, ohne Expert*innen einzubinden. Viele Menschen können auf den ersten schnellen Blick nicht zwischen der invasiven Art und ihren heimischen Verwandten unterscheiden. So werden oft auch geschützte heimische Arten getötet. Gerade Fallen, wie selbstgebaute Fallen mit Apfelsaft oder gekaufte Lichtfallen, sind absolut nicht spezifisch und töten neben der Asiatischen Hornisse auch andere Wespen, Bienen und weitere Insekten, die sich von ihnen anlocken lassen.
Wie kann man die Verbreitung der Asiatischen Hornisse aufhalten?
Aufhalten kann man die Verbreitung von Vespa velutina in Deutschland nicht mehr, dafür ist die bereits in zu vielen Teilen des Landes etabliert. Jedoch können wir die Verbreitung verlangsamen, damit neue und spezifischere Managementmethoden entwickelt werden können. Außerdem sollte dieser Fall als Negativbeispiel bei zukünftigen neu ankommenden invasiven Arten betrachtet werden und die Erfahrungen hierbei für eine frühere und bessere Reaktion nutzen.
Vespa velutina als invasive Art
Die Asiatische Hornisse stammt aus Südostasien. Sie wurde über Warentransporte 2004 nach Frankreich verschleppt und breitet sich seitdem in Europa aus. Die Einwanderung ist in Europa mittlerweile unumkehrbar. Die EU hat Vespa velutina im Jahr 2016 auf die Unionsliste der invasiven Arten gesetzt. Jedes Mitgliedsland muss daher Maßnahmen zur Bekämpfung der Art umsetzen. Die Maßnahmen variieren je nach Grad der Etablierung der Art. In Deutschland wurde sie 2025 offiziell als „etabliert“ eingestuft.
Eine invasive Art wird definiert als gebietsfremde Art mit besonderer Fähigkeit sich auszubreiten und einem negativen Einfluss auf die heimische Biodiversität. Längst nicht jede gebietsfremde Art ist also auch invasiv. Als soziale Art mit großen Staaten, ist die Asiatische Hornisse jedoch stark invasiv. So ist zum Beispiel auch die in Europa heimische Deutsche Wespe in den USA und Neuseeland stark invasiv.
Als Proteinquelle für ihre Nachkommen jagen alle Wespen andere Insekten oder Spinnen. Vespa velutina fängt, wie die Europäische Hornisse auch, viele Honigbienen, da diese sehr häufig sind, aber auch andere soziale Wespen, Fliegen, Wildbienen und weitere Insekten. Durch ihre hohe Individuenzahl kann sie daher eine Gefahr für die heimischen Insektenarten und die Imkerei darstellen. Außerdem wurden in Frankreich und Spanien bereits Ernteverluste durch das Anknabbern von Früchten (vor allem Weintrauben) verzeichnet.
Die Asiatische Hornisse ist nicht aggressiver als die Europäische Hornisse. Sie greift Menschen auch nicht an, solange man sich dem Nest nicht zu sehr nähert. Vereinzelt gibt es jedoch Meldungen zu stärkeren allergischen Reaktionen auf die Stiche.
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Jetzt Insekten-Patenschaft übernehmen!Die Lage in Deutschland
Der erste Nachweis einer Asiatischen Hornisse erfolgte 2014 in Waghäusel (nördlich von Karlsruhe). In Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist sie bereits stark verbreitet. Die Klimakrise mit ihren milderen Wintern begünstigt die Ausbreitung. Die Hornisse breitet sich laut Studien mit einer Geschwindigkeit von knapp 80 Kilometern pro Jahr aus, doch vor allem Verschleppungen etwa durch Transportwege können die Ausbreitungszeit stark verkürzen. So wurden schon Einzelfunde in Hamburg, Bremen und Berlin gemeldet. Zunächst konnte die weitere Ausbreitung dort aber verhindert werden.
Bisher besiedelt die Asiatische Hornisse erst rund ein Drittel des Bundesgebietes. Dennoch ist sie seit März 2025 offiziell eine etablierte Art. Das ist deswegen von praktischer Bedeutung, weil nun für Vespa velutina in Deutschland nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben zur Früherkennung und Verhinderung der Ausbreitung gelten (Artikel 16 der EU-Verordnung zu invasiven Arten). Stattdessen greifen Maßnahmen zum Management einer etablierten Art (Artikel 19). Der größte Unterschied: Die Bekämpfungspflicht der Naturschutzbehörden fällt weg. Andererseits können die Kosten jetzt über den Naturschutz hinaus auf verschiedene Töpfe aufgeteilt werden.
Eindämmung konsequent umsetzen
Trotz der weiten Verbreitung der Art im Westen Deutschlands ist die Asiatische Hornisse in vielen anderen Bundesländern längst noch nicht etabliert. Hier kann eine Ausbreitung zumindest verlangsamt werden, um Zeit zu gewinnen und somit effektivere Bekämpfungsmethoden zu entwickeln. Der NABU appelliert an die Naturschutzbehörden in Bayern, Thüringen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Berlin, die Maßnahmen zur Eindämmung konsequent umzusetzen. Denn eine Etablierung der Asiatischen Hornisse kommt mit weiteren Kosten (Ernteausfälle, Imkerei, Gesundheitssektor) einher. Die von der Regierung vorgegebenen Maßnahmen greifen allerdings zu kurz und sind teils kontraproduktiv.
Entwarnung: Asiatische Hornisse ist nicht gleich Asiatische Riesenhornisse
Bei der hier beschriebenen, nach Europa eingeschleppten Hornisse Vespa velutina handelt es nicht um die Riesenhornisse (Vespa mandarinia), die seit 2020 in den USA als „Honigbienenkillerin“ und gelegentlich (bei allergischen Reaktionen) auch für den Menschen gefährliche Art Schlagzeilen macht. Die Riesenhornisse Vespa mandarinia kommt in Deutschland nicht vor, auch in keinem anderen europäischen Land. Dass die Riesenhornisse 2025 in die EU-Liste der invasiven Arten aufgenommen wurde, ist eine reine Vorsorgemaßnahme. Die EU-Staaten sollen sich für den Fall der Fälle vorbereiten, um eine mögliche Ansiedlung frühzeitig bekämpfen zu können.
Weitere Informationen:
Dr. Stephan Härtel
Sprecher der NABU-Bundesarbeitsgemeinschaft Hymenopteren
E-Mail SHaertel@NABU-Berlin.de, mobil +49-178-9319710
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