Mit den Meeren verbinden wir oft Urlaub, Strand und eine faszinierende Vielfalt. Doch für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, die weniger als 60 Kilometer von den Küsten entfernt lebt, bedeuten sie viel mehr. Denn die Fischerei sichert das Einkommen von zehn bis zwölf Prozent der Weltbevölkerung, und für mehr als drei Milliarden Menschen sind die Meere und ihre Bewohner eine überlebenswichtige Proteinquelle.
Der weltweite Konsum von Fisch und Meeresfrüchten steigt seit langem überproportional zum Bevölkerungswachstum. Lag der durchschnittliche Konsum von Fischprodukten pro Kopf im Jahre 1961 noch bei neun Kilogramm, so waren es 2017 schon rund 20 Kilogramm. Immer mehr Fangfahrzeuge machen Jagd auf Fisch – mit dramatischen Folgen für Fischbestände und marine Ökosysteme. Entgegen der lang verbreiteten Annahme, dass Bestände unerschöpflich sind, wissen wir es heute besser!
Auf einen Blick
Für eine nachhaltige Fischerei fordert der NABU:
- Die strikte Einhaltung der wissenschaftlichen Empfehlungen bei der Festlegung der Fangquoten sowie die Erstellung von mehrjährigen Fangplänen;
- die weitestgehende Vermeidung von Beifang, zum Beispiel durch die Nutzung alternativer Fangmethoden,
- ein Verbot von grundberührender Fischerei durch Schleppnetze sowie Stellnetzen in Natura-2000-Gebieten,
- den Verzicht auf jegliche menschliche Nutzung in mindestens 50 Prozent der deutschen Natura-2000-Gebiete,
- Fangverbote für gefährdete Arten, wie Aal, Thunfisch, Haie oder Rochen.



