Kohlenstoffärmer bedeutet nicht klimafreundlich
Erdgas: Fossiler Energieträger mit Risiken

Erdgas entstand vor Jahrmillionen aus organischem Material und ist ein brennbares Gasgemisch, das überwiegend aus Methan besteht. Es wird zur Wärmeversorgung und Stromerzeugung verwendet sowie für industrielle Prozesse.
Lange galt Erdgas als sogenannte „Brückentechnologie“ auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Angesichts der Klimakrise sind jedoch drastischere Reduktion der Treibhausgasemissionen und der zügige Ausbau erneuerbarer Energien notwendig. Neue Investitionen in fossile Strukturen führen dabei zu weiteren Verzögerungen beim notwendigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern.
Warum Erdgas keine Energiequelle der Zukunft ist
Zunächst spricht sich der NABU gegen die oben beschriebene Methode des Frackings aus unkonventionellen Erdgasvorkommen aus. Zu den Problemen des Verfahrens gehören vor allem der hohe Wasserverbrauch und potenzielle Belastungen von Grund- und Trinkwasser durch die Verpressung von sogenanntem Rückflusswasser. Diese kann außerdem geologische Spannungen beeinflussen und in Einzelfällen Erdbeben auslösen. Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission Fracking kommt zwar zu dem Schluss, dass sich verschiedene Risiken durch technische Maßnahmen reduzieren lassen, verweist aber weiterhin auf Restrisiken und die Notwendigkeit umfassender Überwachung und Bewertung.
Problem: Methan
Die Kritik des NABU richtet sich nicht allein gegen einzelne technische Verfahren, sondern gegen die mit der Förderung fossiler Energieträger verbundenen Umwelt- und Klimafolgen. Eine zentrale Herausforderung bei Erdgas ist sein Hauptbestandteil: Methan. Dieses Treibhausgas wirkt über einen Zeitraum von 20 Jahren um ein Vielfaches klimaschädlicher als Kohlendioxid und trägt erheblich zur globalen Erwärmung bei.
Methan kann bei der Förderung, Verarbeitung, Speicherung und beim Transport von Erdgas unbeabsichtigt entweichen. Bereits geringe Leckagen können die vermeintlichen Vorteile von Erdgas gegenüber anderen fossilen Energieträgern deutlich verringern. Deshalb beschränkt sich die Klimawirkung von Erdgas nicht auf seine Verbrennung, sondern auch sogenannte Vorkettenemissionen müssen berücksichtigt werden. Die EU hat deshalb 2024 eine Methanverordnung eingeführt, die Betreiber fossiler Energieinfrastrukturen zu einer systematischen Erfassung und Verringerung von Methanemissionen verpflichtet.

Neben den Klimafolgen führt Erdgas auch zu weiteren Umweltbelastungen: Bohr- und Förderanlagen, Pipelines, Speicher und Importterminals beanspruchen Flächen, zerschneiden Lebensräume und können Natur und Landschaft beeinträchtigen.
Schließlich ist die Hoffnung von Erdgas als Brückentechnologie eine Illusion. Denn je mehr in dessen Förderung investiert wird, umso größer ist die Gefahr, dass damit Investitionen in Energieeffizienz, klimafreundlichere Technologien und erneuerbare Energien blockiert werden. Vor allem der Einsatz der Fracking-Technologie würde das Zeitalter der fossilen Energien deutlich verlängern.
Fazit
Klimafreundliche Welt ohne fossile Energieträger
Die Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise kann nicht durch die Erschließung neuer fossiler Lagerstätten gelingen. Statt neue Abhängigkeiten von Erdgas zu schaffen, müssen Energieeinsparung, Effizienzsteigerungen und der naturverträgliche Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt werden. Nur so lassen sich Klima und Umwelt schützen und Versorgungssicherheit realisieren.
Letzte Aktualisierung: 07/2026


