Rotschenkel
© Foto: Mathias Schäf

Tringa totanus

Rotschenkel

Der Rotschenkel macht seinem Namen alle Ehre: Beide Geschlechter haben leuchtend rote Beine. Er ist ein Charaktervogel, der lebhaft seine Brut vor Eindringlingen verteidigt. In Deutschland brüten etwa 15.000 Paare, 75 Prozent davon in Küstenbereichen. Aber auch in Sumpfgebieten oder auf Feuchtwiesen ist der mittelgroße Watvogel zu Hause. Die Trockenlegung vieler Flächen sowie die Prädation durch Säugetiere und Vögel machen dem Rotschenkel das Leben nicht leicht.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Stark gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

11.000 - 11.500 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 3 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von März bis Ende September zu beobachten

Größe

24-27 cm groß

Besonderheit

leuchtend rote Beine

Reise

Mittel- und Langsteckenzieher

Funfact

Rotschenkel gehören zu den Watvögeln, die auch Limikolen genannt werden. Unter Vogelkundlern sind sie sehr beliebt und werden häufig liebevoll mit „Limis“ abgekürzt.

© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Sieht man neben den roten Beine auch den roten Schnabelansatz oder den weißen Keil unter den Flügeln, handelt es sich sicher um Rotschenkel. Der weiße Keil wird dabei genauso wie der breite weiße Hinterrand der Flügel erst im Flug sichtbar. Jungvögel haben gelbe Beine und eine deutlich gestrichelte Unterseite.

Verhalten

Rotschenkel bauen kleine Nistmulden auf dem Boden, in welche die Weibchen Ende April oder Anfang Mai vier Eier legen. Beide Geschlechter bebrüten und pflegen den Nachwuchs. Die Jungvögel sind Nestflüchter, zusammen mit den Eltern verlassen sie kurz nach dem Schlupf das Nest.

Lebensraum

Rotschenkel leben auf Salzwiesen an der Küste, im Marschland, in Sumpfgebieten oder auf Feuchtwiesen. Sie brauchen lückenhafte Vegetation und einen feuchten Boden.

Gefährdung

Rotschenkel sind mittlerweile in Deutschland stark gefährdet (Rote Liste Deutschland (2020), weil sich Wiesenlebensräume durch landwirtschaftliche Nutzung weiter verschlechtert haben.

Nahrung

In weichen Böden stochern Rotschenkel nach Würmern, Schnecken, Krebsen oder Insekten. Manchmal erbeuten sie sogar kleine Fische. Um die Umgebung abzusichern, heben die Vögel dabei häufig ihre Köpfe und wirken deshalb etwas hektisch.

Im Wattenmeer durchpflügt der Rotschenkel den Schlamm oft mit weit geöffnetem Schnabel, um Beute blind zu erfühlen© Foto: Christoph Moning

Stimme/Laute

Vor allem, wenn Sie auf einer Nordseeinsel spazieren gehen, können Sie ein lautes, flötendes „tjuu“ hören. Der Gesang ist ebenfalls laut und klangvoll, und die einzelnen Elemente ähneln dem Ruf. Er wird häufig im Flug vorgetragen.

Zugverhalten

Rotschenkel überwintern im Mittelmeerraum oder in Zentral- bis Westafrika. Auch Überwinterungsquartiere in Ostafrika fliegen sie an.

Beobachtungstipps

In den Küstenregionen trifft man Rotschenkel häufiger an. Wenn du mit einem Fernglas an einer Salz- oder Feuchtwiese spazieren gehst, achte auf seinen Ruf. Wer nicht im Norden von Deutschland wohnt, sollte im April oder im Spätsommer matschige Gewässerränder absuchen.

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Solltest du in einem geeigneten Lebensraum unterwegs sein, zum Beispiel am Rand einer Feuchtwiese, bleib auf den Wegen und lein deinen Hund an. Störungen können zur Aufgabe des Geleges führen.

Das macht der NABU

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