Trottellumme im Wasser
Trottellumme im Prachtkleid© Foto: Mathias Schäf

Uria aalge

Trottellumme

Als Laie könnte man vermuten, die Trottellume wäre ein Pinguin. Das liegt an der Gefiederfärbung, der Ähnlichkeit der stromlinienförmigen Gestalt und am aufrechten Sitzen an Land. Der reine Meeresvogel kommt jedoch nur äußerst selten an Land, meist nur zur Brut. Anders als Pinguine kann die Trottellumme außerdem fliegen. In Deutschland brüten etwa 2000 bis 2500 Brutpaare jährlich auf der Hochseeinsel Helgoland. Gegenüber dem Menschen weist sie ein geringes Fluchtverhalten auf.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Extrem selten

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

8.014 Individuen

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 172 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

meist nur während der Brut zu beobachten

Größe

38-46 cm groß

Besonderheit

pinguinähnlicher Meeresvogel

Reise

Standvogel und Kurzstreckenzieher

Funfact

Elterntiere erkennen ihr Ei anhand der charakteristischen Flecken auf der Schale.

Trottellumme im Prachtkleid auf Helgoland, dem einzigen Brutplatz in Deutschland. Im Schlichtkleid hat sie eine weiße Kehle© Foto: © imageBROKER.com / Friedhelm Adam

Beschreibung

Aussehen

Der Kopf und die Oberseite der Trottellummen sind dunkelbraun bis schwarz. Die Unterseite ist weiß. Sie haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Tordalk, besitzen aber einen deutlich schmaleren und spitzeren Schnabel.

Nicht zu verwechseln mit:

Schwimmender Tordalk

Alca torda

Tordalk

Der Tordalk hat Ähnlichkeit mit der Trottellumme, besitzt jedoch einen deutlich breiteren Schnabel. Bei uns brütet er nur auf Helgoland.

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Verhalten

Sie brüten abwechselnd ein einziges birnenförmiges Ei direkt auf dem Boden aus. Nur wenige Wochen alte, flugunfähige Jungvögel wagen den „Lummensprung“ vom Felsen und werden im Meer von den Eltern erwartet, die sie dort weiter füttern und betreuen.

Das Ei der Trottellumme ist birnenförmig und rollt so weniger schnell von den Klippen als wenn es eierförmig wäre© Foto: Frank Derer

Lebensraum

Außerhalb der Brutzeit verbringen sie ihr Leben auf dem Meer. Zum Brüten suchen sie in Kolonien steile Klippen auf. Auf Helgoland brüten sie am nach ihnen benannten Lummenfelsen.

Gefährdung

Das Vorkommen der Trottellummen ist in Deutschland auf Helgoland beschränkt. Die zunehmende Meeresverschmutzung macht auch dieser Art zu schaffen. Durch den Klimawandel wandern Futterfische ab, und Nahrung wird knapper.

Nahrung

Trottellummen ernähren sich in erster Linie von kleinen Schwarmfischen, die im Meer erbeutet werden. Auch Krebs- und Weichtiere stehen auf dem Speiseplan.

Stimme/Laute

Am Brutplatz geben sie ein lautes „ha-aaahr“ von sich.

Zugverhalten

Trottellummen sind überwiegend Standvögel oder Kurzstreckenzieher. Sie ziehen auf das offene Meer hinaus, mitunter fernab des Brutfelsens, aber ohne einheitliche Zugrichtung.

Beobachtungstipps

Im Sommer kann man Trottellummen am Lummenfelsen auf Helgoland bei der Brut, der Jungenaufzucht und beim Lummensprung beobachten. Dort werden auch Führungen angeboten. Der NABU Hamburg bietet regelmäßig Exkursionen auf die Insel an:

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