Schlagschwirl
© Foto: Christoph Moning

Locustella fluviatilis

Schlagschwirl

Das Brutgebiet des Schlagschwirls reicht von Westsibirien bis nach Deutschland, bei uns erreicht er also seine westliche Verbreitungsgrenze. Besonders häufig kommt der Schlagschwirl im nordostdeutschen Tiefland vor, beispielsweise in den Flussniederungen Mecklenburg-Vorpommerns. Aufgrund seiner versteckten Lebensweise eher selten zu sehen, kann man das Männchen zu Beginn der Brutzeit vor allem hören. Solange das Männchen noch unverpaart ist, ist es ein ausdauernder Sänger.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

2.800 - 5.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 25 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von Mai bis August zu beobachten

Größe

14,5-16 cm groß

Besonderheit

wetzender, abgehackter Gesang

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Nur wenige Brutvögel sind so kurz bei uns wie der Schlagschwirl. Fast drei Viertel des Jahres ist er auf dem Zug oder in Afrika.

Unverheiratete Männchen singen während der Paarungszeit fast ununterbrochen die ganze Nacht durch© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Die Oberseite des Schlagschwirls ist recht einfarbig dunkelgraubraun gefärbt, während die Unterseite eher schmutzig weiß ist. Beste Bestimmungsmerkmale sind eine diffuse graue Strichelung auf der Brust und eine gebänderte olivbraune Unterschwanzdecke. Die Bruststrichelung kann jedoch bei einigen Individuen nur angedeutet sein. Daher ist der Gesang zur Bestimmung von Vorteil.

Verwechslungskandidaten

Rohrschwirl am Schilf.

Locustella luscinioides

Rohrschwirl

Der Gesang des Rohrschwirls klingt eher wie ein schwirrendes Insekts als ein Vogel. Am ehesten findet man ihn im dichten Schilf oder Röhricht.

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Singender Feldschwirl in einem Baum.

Locustella naevia

Feldschwirl

Feldschwirle sind unscheinbare Vögel, die eher den Eindruck einer kleinen Maus erwecken, wenn sie schnell am Boden ins nächste Dickicht huschen.

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Verhalten

Das Männchen ist ein sehr ausdauernder Sänger. Zu Beginn der Balz wird zu fast allen Tages- und Nachtzeiten gesungen, mit besonders hoher Aktivität in der Dämmerung. Als Sitzwarte dienen entweder Äste oder stabile Krautstängel. Wer ein Weibchen gefunden hat, kann sich etwas entspannen, denn dann wird nur noch in den frühen Morgen- und späten Abendzeiten gesungen.

Lebensraum

Der Schlagschwirl bevorzugt Flächen mit dichter und hoher Krautschicht, in denen Sträucher oder Bäume als Singwarten vorhanden sind. Daher kommt er beispielsweise in Ufergebüschen, in Krautbeständen am Rande von Lichtungen und Auwaldrändern oder in Verlandungszonen vor.

Gefährdung

Er gilt als ungefährdet. Wie viele andere Arten auch, wird der Schlagschwirl vor allem durch den zunehmenden Lebensraumverlust beeinträchtigt. Durch Entwässerung, Zerstörung von Auwäldern und Feuchtgrünländern oder Überbauung gehen die Lebensräume des Schwirls verloren.

Nahrung

Er ernährt sich vor allem von den Entwicklungsstadien kleinerer Insekten und Spinnen, die er am Boden oder in der Kraut- und Strauchschicht von den Blättern und Stängeln sammelt.

Stimme/Laute

Der Name des Schlagschwirls kommt von seinem Gesang, da er die einzelnen rasch aufeinander folgenden Strophen nur anschlägt. Daher klingt sein Gesang etwas maschinenartig mit kurzen Unterbrechungen. Typisch ist ein wetzendes „dze-dze-dze“ oder „zre-zre-zre“.

Zugverhalten

Im Juli und August erfolgt der Abzug in die Winterquartiere. Die Route führt vermutlich über den östlichen Mittelmeerraum und den Nordosten Afrikas bis ins südliche Afrika. Dort überwintern sie von Sambia und Malawi bis in den Westen Südafrikas und Botswanas. Etwa Anfang Mai kann man die ersten Durchzügler bei uns sehen.

Beobachtungstipps

Da Schwirle oftmals relativ versteckt in der Vegetation sitzen, können sie am besten anhand des Gesangs entdeckt werden. Wer einen ersten Hinweis auf einen Schlagschwirl in der Nähe hat, kann sich auf die Suche machen. Die Männchen suchen sich zum Singen Sitzwarten, die meist etwas besser einzusehen sind. Sie singen vermehrt früh morgens oder spät abends, zu Beginn der Brutzeit aber fast den ganzen Tag lang.

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