Schilfrohrsänger
TEST© Foto: Mathias Schäf

Acrocephalus schoenobaenus

Schilfrohrsänger

Beim Spaziergang durch dichte Schilfgürtel hört und sieht man den kleinen Rohrsänger in ganz Nord- und Mitteleuropa. Er gehört zur typischen Avifauna von vegetationsreichen Feuchtgebieten und ist zudem lebhaft und wenig scheu. Der Schilfrohrsänger ist also ein dankbarer kleiner Vogel bei ersten Beobachtungstouren in Schilf- und Binsenflächen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

32.000 - 50.000 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

+ 117 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von Ende April bis September zu beobachten

Größe

11,5-13 cm groß

Besonderheit

Er ist oft vorwitzig und ohne Deckung auf Futtersuche.

Reise

Langstreckenzieher, überwintert in Afrika südlich der Sahara

Funfact

Vor dem Zug nach Afrika frisst sich der Vogel eine gigantische Fettschicht an. Er verdoppelt sein normales Gewicht von ca. 12 Gramm fast vollständig, um den Marathonflug zu überstehen.

Schilfrohrsänger bewohnen Stauden, Schilf, Binsen sowie Weiden an Feuchtgebieten und Gräben© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Er hat eine beigebraune Grundfärbung, die Oberseite ist diffus dunkel gestreift, der Bauch weißlich gelb. Der markante Überaugenstreif ist breit, langgezogen und hellbeige. Der dunkle Augenstreifen zieht sich bis hinter das Auge. Beim Auffliegen ist der gelbbraun bis rostrote Bürzel gut zu erkennen. Seine Beine sind dunkler und grauer als beim Seggenrohrsänger.

Verwechslungskandidat Seggenrohrsänger

Seggenrohrsänger

Acrocephalus paludicola

Seggenrohrsänger

Der natürliche Lebensraum des Seggenrohrsängers sind Moore und nasse Wiesen. Zuletzt wurde er nur in einem einzigen Areal an der Oder nachgewiesen.

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Verhalten

Das Männchen steigt gern zu einem Singflug auf, verharrt kurz in der Luft und gleitet dann wieder nach unten. Der kleine Vogel ist sehr lebhaft und emsig im Schilf unterwegs. Er verlässt auch oft die Deckung, um direkt am Wasser nach Futter zu suchen oder von erhobener Warte aus seinen Balzgesang anzustimmen.

Lebensraum

Der Schilfrohrsänger fühlt sich in dicht bewachsenen Schilf- und Binsenflächen an Ufern und Gräben am wohlsten. Auch in gewässernahen hochgewachsenen Büschen und Weidensträuchern hält er sich auf.

Gefährdung

Der Schilfrohrsänger gilt nicht als gefährdet.

Nahrung

Zu seiner Nahrung gehören Insekten, Spinnen und kleine Schnecken, aber auch gegen Blattläuse hat er nichts einzuwenden.

Stimme/Laute

Aufgeregt und charakteristisch ist der Gesang des Schilfrohrsängers. Er hat viel zu erzählen meint man, wenn man seinem schnellen Schwatzen zuhört. Seinem knarrenden „zrüzrü-trrrt-pürrrrr-wrrwrrr“ folgt oft ein trillerndes, pfeifendes „Wi-Wi-Wi-lülülülü“. Auch laut schnalzendes „tsäck“ oder „tjeck“ ist von ihm als Warnruf zu hören.

Zugverhalten

Aufbruch ins Winterquartier ist im Herbst, der Schilfrohrsänger überfliegt dabei die Sahara. Im Mai kehrt er dann zurück.

Beobachtungstipps

Da der lebensfrohe Vogel oft frei und unbekümmert durch das Schilf hüpft, ist er dort gut zu beobachten. In der Morgen- und Abenddämmerung hört man seinen Balzgesang am besten.

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