Sandregenpfeifer
© Foto: Frank Derer

Charadrius hiaticula

Sandregenpfeifer

Beim Spaziergang entlang der Nord- und Ostseeküste trifft man ihn zwar zunehmend seltener an, noch können wir ihn dort aber zum Glück hin und wieder beobachten. Der Sandregenpfeifer ist ein flinker Watvogel, der mit seiner Augenbinde wie ein kleiner Panzerknacker anmutet. Trotz seiner Größe verteidigt er mutig sein Nest und folgt einem entlang des Spülsaums in Bögen fliegend, bis man sein Revier wieder verlassen hat. Auch an ungestörten See- und Flussufern taucht er zuweilen auf.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

vom Aussterben bedroht

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

1.000 - 1.100 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

- 40 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

von März bis Oktober zu beobachten

Größe

17-20 cm groß

Besonderheit

stoppt seinen Lauf entlang des Ufers immer wieder unvermittelt

Reise

Kurz-und Langstreckenzieher, überwintert in Westeuropa und Nordwestafrika

Funfact

Bei der Jagd trippelt der Vogel in rascher Folge extrem schnell auf der Stelle. Dieses Fußtrillern vibriert im Boden und lockt Würmer sowie kleine Krebse an die Oberfläche.

Sandregenpfeifer am Strand© Foto: Foto: Frank Derer

Beschreibung

Aussehen

Sandregenpfeifer sind an Rücken und Kopf graubraun mit weißer Nackenbinde. Der Bauch ist weiß. Der schwarze Halsring ist deutlich zu erkennen und geschlossen. Im Prachtkleid ist auch die schwarze Augenmaske gut erkennbar, der gelbe Augenring ist kaum zu sehen. Die kurzen Beine sind orange, der Schnabel im Prachtkleid orange mit schwarzer Spitze.

Nicht zu verwechseln mit:

Flussregenpfeifer auf einer Wiese.
Vogel des Jahres 1992

Charadrius dubius

Flussregenpfeifer

Der Flussregenpfeifer mit dem gelben Augenring bewohnt karge Sand- und Kiesflächen. Sein melancholischer Ruf steht im Gegensatz zum emsigen Getippel.

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Verhalten

Typisch für den Regenpfeifer ist das flinke Entlangrennen am Ufer, mit plötzlichen Stopps, um Nahrung aufzupicken. Auch das schnelle Trippeln am Platz ist ihm eigen. Sein Nest baut er direkt am Strand in einer Kies- oder Sandmulde. Kommt man ihm zu nahe, verteidigt er es vehement. Feinde versucht er zu verleiten und abzulenken.

Lebensraum

Sie bevorzugen ungestörte Küstenabschnitte und flache Seeufer. Sandbänke, Kiesabschnitte und kurzrasige Flächen nutzen Sandregenpfeifer zum Brüten. Sie rasten auf ihrem Zug an der Meeresküste, im Watt und in Flussniederungen.

Gefährdung

Sandregenpfeifer sind bei uns vom Aussterben bedroht.

Nahrung

Die Nahrung besteht aus Insekten, Krebsen, Würmern, Schnecken und Larven.

Stimme/Laute

Der charakteristische weiche, flötende Ruf des Sandregenpfeifers ist ein helles „tüü ih“ mit Betonung auf der zweiten Silbe. Der Ruf im Balzflug ist ein aneinandergereihtes „düje“. Er warnt mit einem pfeifenden „tihp“.

Zugverhalten

Sandregenpfeifer ziehen in Trupps im Herbst nach Westeuropa und Afrika. Dann trifft man sie auch im Binnenland an. Im Frühling kehren sie zurück an die Küsten.

Zur Zugzeit befinden sich deutlich mehr Vögel hierzulande, dann sind auch kleine Trupps im Binnenland zu sehen© Foto: Mathias Schäf

Beobachtungstipps

Von März bis August sind die kleinen Watvögel im Brutgeschäft. Dann fallen sie durch ihr Balzverhalten oder das Verteidigen ihrer Nester eher auf. Halte unbedingt Abstand, da die Gelege und Jungen am Boden sehr schnell übersehen werden. Am besten kann man ihnen an örtlichen Vogelbeobachtungsplätzen in Ruhe zuschauen.

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Um die Brut vor Eierdieben wie Möwen öder Füchsen zu schützen, werden über die Gelege grobmaschige Schutzkörbe gesetzt. Die Vögel spüren regelrecht, dass sie dort in Sicherheit sind und nehmen die Körbe schnell an. Durch Spenden kannst du die Schutzaktionen fördern. Vielerorts konnte sich der Bruterfolg durch die Gelegeschutzprojekte zuweilen sogar verdoppeln. Direkte Hilfe für die Strandbrüter

Das macht der NABU

Sandregenpfeier brütet in einem Drahtkädig

Michael-Otto-Institut Bergenhusen

Schutz des Sandregenpfeifers

Der Sandregenpfeifers zählt zu den vom Aussterben bedrohten Brutvogelarten an unseren Küsten. Das MOIN forscht seit dem Jahr 2015 für seinen Erhalt.

Sandregenpfeifer im Fokus

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