Rostgans
© Foto: Kathy Büscher, NABU Rinteln

Tadorna ferruginea

Rostgans

Vor einigen Jahren noch relativ selten zu beobachten, haben sich die ursprünglich in den Steppen und Halbwüsten Asiens und Nordafrikas beheimateten Tiere in Deutschland etabliert. Bei vielen handelt es sich um Nachkommen von ehemals in Gefangenschaft gehaltenen Tieren, doch auch eine natürliche Zuwanderung ist möglich. Da die Art als nomadisch gilt, sind weitere Ausbreitungen zu erwarten. Ihr aggressives Verhalten während der Brutzeit lässt vermuten, dass ihre Anwesenheit Auswirkungen auf heimische Brutvögel haben kann.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

Die Bestandszahl stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

390 - 480 Brutpaare

Bestands­trend

Der Bestandstrend stammt aus "Gerlach et. Al (2025): Vögel in Deutschland - Bestandssituation 2025. DDA, BfN, LAG VSW, Münster."

zunehmend

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

58-70 cm groß, Flügelspannweite 110-135 cm

Besonderheit

kleine rostrote Gans

Reise

Standvogel, Kurz- bis Mittelstreckenzieher

Funfact

Als Höhlenbrüter brüten sie vor allem in Baum-, Fels- oder Erdhöhlen. Ab und zu nisten die Tiere aber auch in verlassenen Greifvogelnestern.

Rostgänse besiedeln offene Bereiche wie Sümpfe, Flüsse oder Seen© Foto: Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Bei der Rostgans handelt es sich um eine kleine Gans, die etwas größer ist als eine Brandgans. Sie hat ein rostrotes Gefieder und einen hell abgesetzten Kopf. Zudem trägt das Männchen im Prachtkleid einen schwarzen Halsring. Im Flug ist vor allem die schwarz-weiße Flügeloberseite gut erkennbar.

Verhalten

Während der Brutzeit sind die sonst als gesellig geltenden Gänse eher aggressiv. Als Höhlenbrüter bauen sie ihr Nest vor allem in Baumhöhlen, Felsspalten und auch in Nistkästen und verteidigen ihr Revier vehement gegen andere Arten und Brutpaare. Außerhalb der Brutzeit leben die Vögel jedoch in kleinen Trupps zusammen.

Während der Brutzeit sind die sonst als gesellig geltenden Gänse eher aggressiv und verteidigen ihr Revier vehement gegen andere Arten und Brutpaare© Foto: Stefan Wenzel

Lebensraum

Die Rostgans besiedelt offene Landschaften wie Brackwasserlagunen, Binnenseen, Sümpfe oder Flüsse. Ebenso ist sie in gewässerreichen Parkanlagen oder schütter bewaldeten Gebieten zu finden, teilweise sogar an felsigen Berghängen in Süßwassernähe. Ihre Winterquartiere befinden sich an großen Seen, Strömen und Flüssen mit kleinen Inseln oder Sandbänken.

Gefährdung

Die Art ist vor allem in ihren Herkunftsgebieten gefährdet. Hier werden ihre Lebensräume durch Trockenlegung, Flussbegradigung und durch klimatisch bedingte Austrocknung bedroht. Bei uns wächst die Population.

Nahrung

Sie ernährt sich zu großen Teilen pflanzlich, beispielsweise mittels Gräsern und Samen. Daneben frisst sie aber auch tierische Kost, die aus Insekten, Würmern, Fischen und Fröschen bestehen kann.

Stimme/Laute

Die hupenden oder trompetenden Rufe der Rostgans sind meist über weitere Distanzen zu hören. Typische Rufe sind „aang“ oder „choor“ sowie ein rollendes „arorr“.

Zugverhalten

Rostgänse sind Teilzieher. Während ein Teil der Population den Winter in der Nähe ihrer Brutplätze verbringt, macht sich ein anderer Teil der Population auf den Weg in die Winterquartiere, die von der Türkei bis nach Äthiopien reichen.

Beobachtungstipps

Sie halten sich meist während des gesamten Jahres in der Nähe von Gewässern auf. Dabei kann es sich sowohl um durch Brackwasser als auch durch Süßwasser beeinflusste Gebiete handeln. Während sie im Westen Deutschlands in wachsender Zahl zu beobachten sind, fehlen sie im Nordosten Deutschlands noch weitgehend. Außerhalb der Brutplätze kann man sie häufig in Trupps beobachten, beispielsweise bei der Nahrungssuche, aber auch während der Mauser- und der Wanderungszeiten.

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