Pirol in einer Baumkrone.
Vogel des Jahres 1990
Pirol© Foto: Prof. Dr. Werner Heinrichs

Oriolus oriolus

Pirol

Obwohl er so leuchtend gelb ist, kann man den Pirol nur schwer entdecken. Er fliegt schnell und behände in den höchsten Baumhöhen herum und ist sehr scheu. Der bei uns seltene, wunderhübsche Vogel gibt sich eher mit seinem geflöteten „didlioh“ zu erkennen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

39.000 – 70.000 Brutpaare

Bestands­trend

+ 37 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von Mai bis August zu beobachten

Größe

22-25 cm groß

Besonderheit

eher zu hören als zu sehen

Reise

Langstreckenzieher, überwintert im tropischen Afrika

Funfact

Nach seinem Pfeifen wurde der Vogel früher auch „Vogel Bülow“ genannt. Der französische Name des Pirols lautet „Loriot“.

Pirolweibchen haben im Gegensatz zum Männchen einen schmutzig weißen Bauch.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Das Männchen ist leuchtend gelb mit schwarzen Flügeln, schwarzem Schwanz und schwarzen Zügeln zwischen dem Auge und dem kräftigen roten Schnabel. Das Weibchen ist etwas verwaschener, grünlich gelb auf der Oberseite und schmutzig weiß am Bauch. Der Zügel ist dunkelgrau. Der Pirol ist etwa so groß wie eine Amsel.

Da er sehr scheu ist, kann man den Pirol trotz seiner knalligen Farbe nur schwer entdecken.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Pirole halten sich weit oben in hohen Bäumen auf und sind sehr versteckt unterwegs. Sie fliegen schnell zwischen den Baumkronen hin und her. Bei längeren Strecken fliegen sie in langen, flachen Bögen. Ihre Nester flechten sie korbartig in Astgabeln.

Lebensraum

Pirole bewohnen lichte, sonnige Wälder und Parks, gern in Gewässernähe. Auch in großen Gärten trifft man sie manchmal an. Sie halten sich bevorzugt hoch im Laubwerk und in den Baumkronen auf.

Gefährdung

Der Pirol ist auf der Vorwarnliste gefährdeter Arten wegen Lebensraumverlusten in Auwäldern durch Flussbegradigung und Bau von Staustufen.

Nahrung

Er ernährt sich überwiegend von Insekten, deren Larven und Raupen. Auch Früchte und Beeren verschmäht er nicht.

Stimme/Laute

Am bekanntesten ist sein geflöteter Ruf, der mit „didlioh“ oder „büloooh“ wiedergegeben wird und sehr melodisch klingt. Rau und etwas heiser ist hingegen sein „wjäähk“. Er warnt mit einem hohen „gickgickgick“.

Zugverhalten

Pirole überwintern im tropischen Afrika. Sie haben dabei keine besondere Zugroute, sondern nehmen mehr oder weniger den direkten Weg ins Überwinterungsgebiet.

Beobachtungstipps

Man trifft sie in den neuen Bundesländern mit sonnigen, lichten Laub- und Mischwäldern häufiger an. In Naturschutzgebieten mit hohen Baumbeständen können Sie auch mancherorts Glück haben. Spitzen Sie in jedem Fall gut die Ohren, vielleicht hören Sie das melodische Pfeifen des Pirols.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Er ist ein typischer Bewohner von Auwäldern und profitiert daher besonders davon, dass sich der NABU an vielen Flüssen für intakte Auwälder einsetzt.

Vogelporträt: Pirol - NABU