
Oriolus oriolus
Pirol
Obwohl er so leuchtend gelb ist, kann man den Pirol nur schwer entdecken. Er fliegt schnell und behände in den höchsten Baumhöhen herum und ist sehr scheu. Der bei uns seltene, wunderhübsche Vogel gibt sich eher mit seinem geflöteten „didlioh“ zu erkennen.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Vorwarnliste
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
39.000 – 70.000 Brutpaare
Bestandstrend
+ 37 % (stabil)
Steckbrief
Beobachten
von Mai bis August zu beobachten
Größe
22-25 cm groß
Besonderheit
eher zu hören als zu sehen
Reise
Langstreckenzieher, überwintert im tropischen Afrika
Funfact
Nach seinem Pfeifen wurde der Vogel früher auch „Vogel Bülow“ genannt. Der französische Name des Pirols lautet „Loriot“.
Beschreibung
Aussehen
Das Männchen ist leuchtend gelb mit schwarzen Flügeln, schwarzem Schwanz und schwarzen Zügeln zwischen dem Auge und dem kräftigen roten Schnabel. Das Weibchen ist etwas verwaschener, grünlich gelb auf der Oberseite und schmutzig weiß am Bauch. Der Zügel ist dunkelgrau. Der Pirol ist etwa so groß wie eine Amsel.

Verhalten
Pirole halten sich weit oben in hohen Bäumen auf und sind sehr versteckt unterwegs. Sie fliegen schnell zwischen den Baumkronen hin und her. Bei längeren Strecken fliegen sie in langen, flachen Bögen. Ihre Nester flechten sie korbartig in Astgabeln.
Lebensraum
Pirole bewohnen lichte, sonnige Wälder und Parks, gern in Gewässernähe. Auch in großen Gärten trifft man sie manchmal an. Sie halten sich bevorzugt hoch im Laubwerk und in den Baumkronen auf.
Gefährdung
Der Pirol ist auf der Vorwarnliste gefährdeter Arten wegen Lebensraumverlusten in Auwäldern durch Flussbegradigung und Bau von Staustufen.
Nahrung
Er ernährt sich überwiegend von Insekten, deren Larven und Raupen. Auch Früchte und Beeren verschmäht er nicht.
Stimme/Laute
Am bekanntesten ist sein geflöteter Ruf, der mit „didlioh“ oder „büloooh“ wiedergegeben wird und sehr melodisch klingt. Rau und etwas heiser ist hingegen sein „wjäähk“. Er warnt mit einem hohen „gickgickgick“.
Zugverhalten
Pirole überwintern im tropischen Afrika. Sie haben dabei keine besondere Zugroute, sondern nehmen mehr oder weniger den direkten Weg ins Überwinterungsgebiet.
Beobachtungstipps
Man trifft sie in den neuen Bundesländern mit sonnigen, lichten Laub- und Mischwäldern häufiger an. In Naturschutzgebieten mit hohen Baumbeständen können Sie auch mancherorts Glück haben. Spitzen Sie in jedem Fall gut die Ohren, vielleicht hören Sie das melodische Pfeifen des Pirols.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Er ist ein typischer Bewohner von Auwäldern und profitiert daher besonders davon, dass sich der NABU an vielen Flüssen für intakte Auwälder einsetzt.
