Kolbenente auf dem Wasser
Kolbenente© Foto: Frank Derer

Netta rufina

Kolbenente

Die Kolbenente hat ihren Namen wohl aufgrund des auffällig großen Kopfes des Männchens. Dieser Eindruck wird durch eine ausgeprägte rotbraune Federhaube auf dem Kopf erzeugt. Die Federhaube dürfte vor allem während der Balzzeit von Vorteil sein, wenn der Erpel ein ausgeprägtes Balzverhalten zeigt, um das Weibchen zu beeindrucken. Daher kann man die Männchen im Prachtkleid auch in größeren Entenansammlungen kaum übersehen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Nicht gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

850 - 1.100 Brutpaare

Bestands­trend

+ 73 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

53-57 cm groß, Flügelspannweite 85-90 cm

Besonderheit

großer gerundeter Kopf

Reise

Standvogel oder Kurzstreckenzieher

Funfact

Die Kolbenente legt einen außergewöhnlich hohen Teil ihrer Eier in fremde Nester. Diese werden dann von einem anderen Weibchen ausgebrütet.

Kolbenentenweibchen sind schlichter gefärbt.© Foto: Frank Derer

Beschreibung

Aussehen

Wie bei den anderen Enten sind die Männchen und Weibchen der Kolbenente unterschiedlich gefärbt. Die Männchen weisen im Prachtkleid ein schwarzes und graues Gefieder mit einem weißen Oval an den Flanken und einem orangenen Kopf sowie einem roten Schnabel und Augen auf. Die Weibchen hingegen sind eher schlicht bräunlich gefärbt, wobei die hellen Kopfseiten auffallen.

Die Männchen zeigen einen knall roten Schnabel und Augen.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Obwohl eigentlich zu den Tauchenten gehörend, taucht und gründelt die Kolbenente etwa gleich oft. Ihr Nest baut sie meist in dichter Vegetation in Gewässernähe. Dabei zeigt sie kaum territoriales Verhalten. Die Jungen führt meist das Weibchen, wobei das Männchen stets in der Nähe bleibt und die kleine Gruppe im Auge behält.

Lebensraum

Die Kolbenente bevorzugt große flache Binnenlandseen mit reicher Unterwasser- und Ufervegetation. Man findet sie aber auch in Brackwasserlagunen. Da ihre Nahrungswahl sehr speziell ist, ist ihr Vorkommen vor allem an die Nahrungspflanzen unter Wasser und damit an saubere Gewässer gebunden.

Gefährdung

Aufgrund der Nahrungsspezialisierung der Kolbenente und der Beschränkung auf wenige Brutgebiete in Mitteleuropa ist sie potenziell gefährdet. In Osteuropa sieht sich die Art bereits weitreichenden Lebensraumveränderungen (Eutrophierung, Umwandlung der Gewässer) und zunehmenden klimatischen Schwierigkeiten durch starke Trockenheit ausgesetzt.

Nahrung

Die Kolbenente ernährt sich sehr spezifisch von Armleuchteralgen und bestimmten anderen Wasserpflanzen wie beispielsweise Laichkräutern.

Stimme/Laute

Die Kolbenente ist ein eher schweigsamer Geselle. Vereinzelt hört man aber „bäixt“- oder „whra-whra-whra“-Rufe.

Zugverhalten

Die Mauser- und Überwinterungsgebiete der Kolbenenten lagen ursprünglich im Mittelmeer- und Schwarzmeergebiet, haben sich jedoch zunehmend aufgrund verbesserter Lebensraumbedingungen auf Voralpenseen verlagert. Teilweise wurde beobachtet, dass sogar Kolbenenten aus südeuropäischen Populationen diese Gebiete zum Mausern aufsuchen.

Beobachtungstipps

Da sich die Enten während der Brut eher heimlich verhalten, kann man sie am besten bei der Gruppenbalz oder in den Rastgebieten während des Zugs beobachten. Bei der Gruppenbalz buhlen mehrere Männchen um die Aufmerksamkeit des Weibchens. Je mehr Enten bereits verpaart sind, desto häufiger kann man auch eine Einzelbalz beobachten, bei der das Männchen dem Weibchen Nahrung präsentiert. Nach der Brut versammeln sich große Teile der mitteleuropäischen Kolbenenten zur Mauser und Überwinterung am Bodensee und an den Voralpenseen, beispielsweise im Ismaninger Teichgebiet bei München.

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