
Somateria mollissima
Eiderente
Die Eiderente ist eine unserer größten heimischen Meeresenten. Früher war sie vor allem aufgrund ihrer Daunen bekannt. Diese wurden aus den Nestern aufgesammelt und aufwendig gesäubert, um dann als Füllung in Kissen und Decken zu landen. Auch heute noch erinnert ihr wissenschaftlicher Name an die Bedeutung ihrer isolierenden Daunen für die Menschen. Übersetzt bedeutet ihr Name nämlich „die Allerweichste mit dem schwarzen Körper“.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Nicht gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
1.700 - 1.900 Brutpaare
Bestandstrend
+ 166 % (zunehmend)
Steckbrief
Beobachten
ganzjährig zu beobachten
Größe
60-70 cm groß, Flügelspannweite 95-105 cm
Besonderheit
massige Ente mit großem fast dreieckigen Schnabel
Reise
Standvogel oder Kurzstreckenzieher
Funfact
Frisst die Eiderente Muscheln, werden diese im Ganzen verschluckt und im Muskelmagen mithilfe kleiner Steinchen zerkleinert.
Beschreibung
Aussehen
Die Eiderente ist eine große, kompakte Ente mit einem kurzen Hals und einem fast dreieckig wirkenden Schnabel, der flach in die Stirn übergeht. Das Männchen trägt im Prachtkleid ein schwarz-weißes Gefieder mit einem grünen Nacken, während das Weibchen ganzjährig braun gefärbt ist und eine dunkle Bänderung trägt.

Verhalten
Eiderenten sind gesellige Tiere. Sie brüten meist in kleinen Kolonien in Gewässernähe, wobei das Nest in flachen Bodenmulden angelegt und mit Daunenfedern ausgekleidet wird. War die Brut erfolgreich, bilden sich sogenannte Kindergärten, in denen ein scheinbar zufälliges Weibchen für die Betreuung der Küken aus mehreren Gelegen zuständig ist.
Lebensraum
Überwiegend kann man Eiderenten an den Küsten der Ost- und Nordsee beobachten. Sie tauchen nur vereinzelt im Binnenland auf. Als typische Meeresente ist sie zur Nahrungssuche auf dem Meer unterwegs und kommt zum Brüten an die Küsten. Die Nordsee bietet mit ihren zahlreichen Sandbänken und Inseln eine gute Möglichkeit, um in Ruhe das Federkleid zu wechseln.
Gefährdung
Früher war die Eiderente vor allem durch das Ausräumen ihrer Nester bedroht, da beim Sammeln der Daunen auch die Eier mitgenommen wurden. Heute ist die Eiderente einer erhöhten Meeresverschmutzung ausgesetzt und steht mit der Fischerei in Konflikt. Dies betrifft einerseits die Muschelfischerei, andererseits aber auch die Stellnetzfischerei.
Nahrung
Sie hat ein vielfältiges Nahrungsspektrum, konzentriert sich je nach Region aber auf wenige Arten. Besonders beliebt sind Mollusken wie Miesmuschel und Herzmuschel sowie Strandkrabben.
Stimme/Laute
Im Winter und im Frühjahr sind während der Balz immer wieder die erstaunten „a-OOH-e“-Rufe der Männchen zu hören, während die Weibchen mit einem fischkutterartigen Tuckern antworten: „gak-ak-ak-ak“.
Zugverhalten
Die meisten Eiderenten der Nordsee sind Standvögel. Mitte Juni treffen langsam Vögel aus dem Ostseeraum ein, um an der Nordsee zu mausern. Viele der Vögel bleiben dann über den Winter dort, um im Frühjahr wieder ihre Brutgebiete aufzusuchen.
Beobachtungstipps
In großen Zahlen können Eiderenten vor allem im Herbst und im Winter an der Nord- und an Teilen der Ostsee beobachtet werden. Meist sind sie jedoch weit von den Küsten entfernt, weshalb nur große Trupps massiger Enten ausgemacht werden können. Anders verhält es sich, wenn die Männchen ihr Prachtkleid tragen. Denn die Färbung erlaubt es, die Vögel auch auf große Distanzen einfach zu bestimmen.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Am besten schützt man die Eiderente, indem möglichst störungsfreie Bereiche für Brut und Mauser geschaffen werden. Auch Strandspaziergänger*innen und Wattwander*innen sollten darauf achten, Bereiche mit rastenden Tieren zu meiden und großräumig zu umgehen, vor allem in der Mauser, wenn sie nicht wegfliegen können. Ebenso können Sie beim Einkauf die Fangmethode erfragen, um beispielsweise Fische aus Stellnetzfischerei zu meiden.
