Grauschnäpper auf einem Ast mit Insekt im Schnabel.
Grauschnäpper© Foto: Frank Derer

Muscicapa striata

Grauschnäpper

Obwohl man Grauschnäpper auch in Vorgärten oder Parks antrifft, können sie zwischen den anderen Vogelgesängen leicht überhört werden. Glücklicherweise ist ihr Verhalten deutlich auffälliger als ihr Gesang. Sie sind nämlich kleine Ansitzjäger, die auf einer exponierten Warte sitzen und auf vorbeifliegende Insekten warten. Sobald diese in die Nähe kommen, jagen Grauschnäpper in aufwendigen Flugmanövern hinterher, um sich dann wieder auf der Sitzwarte niederzulassen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

175.000 – 260.000 Brutpaare

Bestands­trend

- 20 % (stabil)

Steckbrief

Beobachten

von April bis September zu beobachten

Größe

13,5-15 cm groß

Besonderheit

Ansitzjäger, unternimmt Stoßflüge, um Insekten zu fangen

Reise

Langstreckenzieher

Funfact

Neben Baumhöhlen, Astgabeln, Mauerlöchern oder Rankenpflanzen nistet er auch gerne mal in Schwalbennestern, hinter Fensterläden und in Blumenkästen.

Der Grauschnäpper nutzt gern Astspitzen als Sitzwarte bevor er seine Beute fängt.© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Der Grauschnäpper ist ein recht unscheinbar wirkender Vogel mit grauem Obergefieder und weißem Bauch. Dabei ist die Stirn dunkel und die Brust diffus grau gestrichelt. Ansonsten ist der dunkle schlanke Schnabel mit feinem Haken am Ende auffallend. Die Geschlechter können nicht voneinander unterschieden werden. 

Männchen und Weibchen sehen bei den Grauschnäppern gleich aus.© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Als Insektenjäger fängt der Grauschnäpper seine Beute, indem er von Sitzwarten aus Stoßflüge unternimmt. Als Sitzwarte können Astspitzen und Zaunpfähle dienen, aber auch Antennen oder Dachrinnen. Bei Regen liest er Insekten auch vom Boden oder von Blättern und Zweigen auf.

Lebensraum

Er kommt vor allem in lichten Laub-, Nadel- und Mischwäldern vor. Da er besonnte Bereiche bevorzugt, kann man ihn an Waldrändern, Lichtungen oder in halboffenen Gebieten mit hohen Bäumen antreffen. Aber er kommt auch in menschlichen Siedlungen vor, hier aber vor allem im ländlichen Raum oder in Villen- und Gartenstadtvierteln, Friedhöfen oder Parks.

Gefährdung

Der Grauschnäpper befindet sich auf der Vorwarnliste. Neben natürlichen Verlustursachen wie einem langen Zugweg und ungünstigen Witterungen in den Brut- und Überwinterungsgebieten ist er durch die Ausräumung der Landschaft gefährdet. Das Entfernen von abgestorbenen Ästen oder Höhlenbäumen führt zu einem Lebensraum- und Brutstättenverlust.

Nahrung

Der kleine Schnäpper ernährt sich hauptsächlich von fliegenden Insekten. Dabei stehen beispielsweise auch Schmetterlinge, Hummeln oder Heuschrecken auf dem Speisezettel. Im Sommer und Herbst ergänzt er diese tierische Nahrung gelegentlich durch Beeren.

Stimme/Laute

Der unauffällige Gesang des Grauschnäppers besteht aus einer kurzen Reihe einfacher Töne. Zu seinen Rufen zählt neben einem leisen „ziet“ ein warnendes „zie-tek-tek“.

Zugverhalten

Der Grauschnäpper als Langstreckenzieher hat seine Hauptwintergebiete südlich der Sahara bis nach Südafrika. Da er einen sehr langen Zugweg hat, verlässt er seine Brutreviere schon im Spätsommer und kommt erst im April wieder zurück.

Beobachtungstipps

In Deutschland ist der Grauschnäpper fast flächendeckend verbreitet, auch wenn er meist nur in geringen Dichten vorkommt. Lediglich im Süden und im Westen Deutschlands werden in wenigen Gebieten höhere Dichten erreicht. Aufgrund seines Nahrungsverhaltens kann man ihn in der Regel gut beobachten. Er sitzt nicht nur auf exponierten Warten, sondern ist bei Nahrungsflügen auch sehr auffällig. Bei geringem Geräuschpegel kann sogar das Schnabelklappern beim Fang der Nahrung gehört werden.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Grauschnäpper können auch in größeren Gärten im ländlichen Raum oder in Randbezirken vorkommen, insofern ein älterer Baumbestand vorhanden ist, der Bruthöhlen bereitstellt. Daher sollten alte Bäume im Garten unbedingt erhalten bleiben, gerade auch, wenn sie kahle Äste haben, welche die Grauschnäpper als Sitzwarten brauchen.

Vogelporträt: Grauschnäpper - NABU