Natürliche Genmutationen entdecken

Wenn der Klatschmohn seine Farbe verliert

Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, wird auch in der Pflanzenwelt „Albinos“ entdecken, also Blüten mit art-untypischer Weißfärbung. Sie sind auch als Weißlinge oder Albiflora-Formen bekannt.
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Blüten kommen teils von im Zellsaft gelösten Stoffen, andere Stoffe lagern sich in bestimmten Zellbestandteilen ein, den sogenannten Plastiden. Unter den Farbstoffen sorgen Anthocyanine für ein breites Spektrum von Rot- und Blautönen, Carotinoide und Flavonoide für orange und gelbe Farben und nicht zuletzt Chlorophyll für grün. Wird aufgrund genetischer Mutationen die Farbstoffbildung blockiert, erscheinen die Blütenblätter weiß.

Besonders häufig scheinen sich solche Mutationen auf Anthocyanine auszuwirken, denn vor allem bei rot, blau oder violett blühenden Arten wie Kuckuckslichtnelke, Wegwarte, Klatschmohn oder Purpurtaubnessel finden sich gelegentlich abweichend reinweiße Blüten. Vergleichsweise häufig kommen solche Besonderheiten bei Orchideen wie Hundswurz oder Knabenkräutern vor. Die Bildung von Anthocyaninen ist ein komplexer Prozess unter Beteiligung mehrerer Enzyme, vielleicht macht sie das auch besonders störanfällig.

Die weiße Blütenfarbe kann an Nachkommen weitervererbt werden. Die Eigenschaft ist aber untergeordnet (rezessiv), so dass sich bei Elternteilen mit weißer und mit „normaler“ Färbung letztere durchsetzt.

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