So kommt Leben in den Garten

Hecken aus heimischen Sträuchern

Eine Hecke gibt den Garten Struktur und fördert ein gutes Kleinklima. Eine Hecke aus heimischen Wildsträucher fördert zudem die Artenvielfalt, denn die bietet bunte Blüten, attraktives Laub, leckere Früchte und Lebensraum für zahlreiche Tiere.
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Weißdorn mit Beeren
Weißdorn mit Beeren© Foto: Mathias Schäf

Vorteile einer Hecke

In jeden Naturgarten gehört eine Hecke. Hecken sind nicht nur eine ästhetische Bereicherung, sondern sie haben auch eine hohe Bedeutung im Haushalt der Natur: Im Schutz einer Hecke bildet sich im Garten ein günstiges Kleinklima; Hecken filtern Staub, Schmutz und schädliche Abgase und wirken lärmdämpfend. So bieten sie in dicht besiedelten Gebieten einen Schutz vor negativen Umwelteinflüssen und gleichzeitig einen Lebensraum für zahlreiche Tiere.

Heimische Gehölze fördern Artenvielfalt

Damit diese vielen dort lebenden Nützlinge das ökologische Gleichgewicht stabilisieren und den Befall unerwünschter Gartentiere gering halten, ist die Wahl der Sträucher von großer Bedeutung. Unseren Durchschnittsgärten mangelt es an Artenvielfalt, da häufig exotische Gehölze dominieren. Diese Gehölze bieten aber der Natur keine verwertbaren Früchte. Entweder sind die Ziersträucher gänzlich unfruchtbar gezüchtet (Zierkirsche, Gefüllter Schneeball), oder ihren Früchten fehlen die entsprechenden Abnehmer.

Das Pfaffenhütchen ist ein heimisches Gehölz© Foto: NABU/ A. Zettl

Manche Sträucher sind für unsere Tierwelt wiederum völlig wertlos, da ihre Früchte im hiesigen Klima nicht ausreifen (Rhododendron, Perückenstrauch, Scheinhasel). Im Gegensatz dazu bieten unsere heimischen Gehölze der Tierwelt über das ganze Jahr einen mehr oder weniger reich gedeckten Tisch. Zum Vergleich: Von der heimischen Stieleiche leben rund 300 Insekten- und 28 Vogelarten, von der eingebürgerten Rosskastanie lediglich vier Insekten- und zwei Vogelarten. 

Dekorativ und anspruchslos

Wildsträucher sind anspruchsloser und widerstandsfähiger als Ziergehölze. Sie sind unempfindlich, da Wildsträucher in unseren Breiten wachsen und daher Wetter, Wind und Kälte besser überstehen. Daher kann man auf Kunstdünger und giftige Spritzmittel verzichten, und somit bleiben Wasser, Luft und Boden sauberer. Naturgärten mit heimischen Sträuchern benötigen weniger Pflegemaßnahmen und einen geringeren Pflegeaufwand. Zudem sind heimische Gehölze über das ganze Jahr hinweg dekorativ – von der Blattfärbung, der Blüte bis hin zu den Früchten – während Ziergehölze hingegen nur für eine relativ kurze Zeit eine Blütenpracht entwickeln. 

Es ist allerdings darauf zu achten, dass im Garten nicht nur heimische Gehölze wachsen, sondern dass diese auch standortgerecht sind. Pflanzen haben immer bestimmte Ansprüche an ihre Umwelt und sind so an gewisse Standortfaktoren wie Bodenart, Bodenfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse angepasst.

Beispiele für heimische Gehölze

Schneeball: Ob man den Wolligen Schneeball oder den Wasserschneeball mit seinen hortensienähnlichen Schaublüten bevorzugt, ist Geschmackssacke. Beide sind bei der Insekten- und Vogelwelt sehr beliebt.

Kornelkirsche: Eine echte Allrounderin. Blüht vor allen anderen, später im Jahr schmecken die Früchte Mensch und Tier. Gut schnittverträglich; wenn man sie lässt, wächst sie aber auch baumartig.

Gemeine Berberitze: Dicht und stachelig. Wenn eine Berberitze im Garten, dann bitte die einheimische! Wurde als Zwischenwirt des Getreiderostes in der freien Natur lange bekämpft und ist daher selten geworden. Attraktive gelbe Blüten, die Wildbienen, Hummeln und Käfer anlocken; die roten Früchte sind essbar.

Faulbaum: Sehr anpassungsfähig, verträgt feuchte und saure Böden. Optisch eher unscheinbar, doch nektarreiche Blüten, die Blätter stehen bei Schmetterlingsraupen hoch im Kurs.

Rote Heckenkirsche: Typische Geißblattblüten, später glänzend rote Früchte. Wird nicht sehr hoch, dafür umso dichter. Großer Wert für die Tierwelt.

Besenginster: Der Spezialist für karge Sand- und Steinböden. Schnellwüchsiger Bodenverbesserer und einfach eine Augenweide.

Tipps zur Sträucherpflanzung

Hinweis zum Heckenschnitt

In der Brutzeit der Vögel dürfen Hecken laut Bundesnaturschutzgesetz nicht stark geschnitten werden (1. März bis 30. September). Erlaubt sind in dieser Zeit nur schonende Form- und Pflegeschnitte. Aber auch diese sollten nur durchgeführt werden, wenn es unbedingt nötig ist. Denn je weniger die Tiere gestört werden, desto besser. 

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