Wasserparadies im Garten

Einen naturnahen Gartenteich anlegen

Wasser ist die Basis für alles Leben auf unserer Erde – und es bereichert jeden Garten. Denn je vielfältiger ein Garten gestaltet ist, desto interessanter ist er in der Regel nicht nur für uns, sondern auch für die Tierwelt. Wer das Leben und Naturerleben in seinem Garten fördern möchte, sollte ein naturnahen Gartenteich einplanen. Wir zeigen, wie es geht.
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Gartenteich
Naturnaher Gartenteich© Foto: NABU/Christine Kuchem

Lage und Größe

Damit sich ein natürliches Gleichgewicht zwischen Jägern und Beutetieren in dem künstlichen Gewässer einstellen kann, sollte die Wasserfläche mindestens 10 Quadratmeter groß sein. Eine Mückenplage braucht niemand zu befürchten, wo es Libellenlarven und Molche gibt. In naturfernen, eher architektonischen Wasserbecken sieht das anders aus: Hier fehlen diese natürlichen Gegenspieler, Mücken können sich hier massenhaft vermehren.

Teiche zwischen 20 und 30 Quadratmetern Wasserfläche bieten die besten Voraussetzungen für eine problemlose und pflegeleichte Bewirtschaftung. Ein so gebauter Folienteich benötigt keine technischen Einrichtungen wie Filter oder Pumpen. Wenn keine Störungen auftreten, stellt sich automatisch ein natürliches Gleichgewicht aus Nährstoffeintrag und -entzug ein.

Der Teich sollte eher sonnig als schattig positioniert werden, da die meisten heimischen Wasserpflanzen lichthungrig sind und Wärme benötigen. Damit sich der Teich nicht zu stark aufheizt und das Wasser zirkulieren kann, ist außerdem eine ausreichende Wassertiefe wichtig.

Um den Teich herum sollte genügend Platz für Pflanzen sein, damit der Teich eine ansprechende Umgebung erhält. Als Eigentümer*in des Gewässers haften Gärtner*innen übrigens für die Verkehrssicherung, das heißt der Teich sollte nicht frei zugänglich sein und auf einem abgesperrten Grundstück liegen.

Die richtige Abdichtung

Plastik sollte im Garten und im Gartenboden möglichst vermieden werden. Untersuchungen zeigen, dass etwa Mikroplastik im Boden negative Folgen für Tiere und Pflanzen haben kann. Bei der Abdichtung von Gartenteichen haben sich Folien allerdings durchgesetzt. Hauptsächlich werden zwei Materialien für die künstliche Folienabdichtung von naturnahen Teichen verwendet:

Am günstigsten ist zwar nach wie vor die PVC-Folie, die sich gut verarbeiten und verschweißen lässt. Die Herstellung und Entsorgung von PVC-Folie ist aber ökologisch äußerst problematisch, da sie unter anderem Weichmacher enthält. Auf ihre Verwendung sollte daher verzichtet werden.

Eine robuste und sehr langlebige Alternative, die keine Weichmacher enthält, ist die EPDM-Variante (Ethylen-Propylen-Dien-Monomer), auch Kunstkautschuk genannt. Sie ist etwas teurer, hält aber rund 50 Jahre und ist zudem anschmiegsamer als PVC. EPDM-Folie lässt sich in der Regel aber aufwändiger verschweißen, sodass sie am besten als vorkonfektioniertes Folienstück gekauft werden sollte.

Folien aus Polyethylen (PE) sind weniger elastisch und schwerer zu verlegen, außerdem weniger langlebig als solche aus EPDM und PVC. Daher kommen sie Privatgarten kaum noch zu Einsatz.

Andere Abdichtungen wie Ton, Beton oder Asphalt haben sich für den Privatgarten nicht durchgesetzt. Allenfalls Becken aus glasfaserverstärktem Kunststoff sind noch eine langlebige Alternative.

Aufbau und Zonierung

Ein Folienteich sollte grundsätzlich in einem Stufenprofil angelegt werden. Dieses Profil bietet den verschiedenen Ansprüchen der Teichpflanzen beste Wachstumsvoraussetzungen und erleichtert gleichzeitig die Teichpflege. Durch die klaren Pflanzzonen wird verhindert, dass der Teich zuwuchert und verlandet. Die Wasserpflanzen gedeihen also nur dort, wo es gewünscht ist. Außerdem bieten die Stufen ausreichend Halt für das Pflanzsubstrat und die Steine, die zur Befestigung und als Gestaltungselemente dienen. Schräge Teichwände dagegen führen dazu, dass Materialien zur Teichmitte hin abrutschen und können zur Gefahrenquelle beim Betreten des Teiches werden. Ein Stufenprofil bietet dagegen überall einen sicheren Tritt.

Der anspruchsvollste Teil des Teichbaus ist die Gestaltung des Teichrandes. Hier muss gewährleistet werden, dass das Wasser nicht über sogenannte Kapillarkräfte aus dem Teich „gesogen“ wird. Dafür wird eine klare Sperre zwischen angrenzendem Boden und Teichsubstrat angelegt, eine sogenannte „Kapillarsperre“. Sie trennt den Teich und die Teichpflanzen vom umgebenden Erdreich. Die Teichfolie darf außerdem nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein, damit sie nicht spröde wird. Gestalterisch gelungen ist ein Teichrand, bei dem die Bepflanzung der Sumpfzone optisch fließend in die umgebene Pflanzenwelt übergeht. Eine Kieswulst, die komplett um den Teich herumläuft, ist keine gute Lösung, denn sie ist sehr pflegeintensiv und schafft eine unnatürliche Trennung zwischen Teich und Umgebung.

Die drei Stufen

Die erste Stufe des Folienteiches ist die Sumpfzone. Sie sollte nicht tiefer als 20 Zentimeter sein, damit die senkrechte Folienkante, die die Kapillarsperre bildet, ausreichend Halt findet. In dieser Zone bietet vor allem dauerfeuchtes Substrat solchen Pflanzen Raum, die nicht unbedingt im Wasser stehen wollen. Diese erste Stufe sollte nicht zu schmal, sondern mindestens 50 Zentimeter breit angelegt werden. Pflanzenfreund*innen können gern mehr Raum geben, um spannenden Pflanzenarten Lebensraum zu bieten, die sonst nicht im normalen Garten gedeihen.

Die zweite Stufe, die Flachwasserwasserzone, sollte etwa 50 Zentimeter Tiefe haben, sodass das Wasser 20 bis 30 Zentimeter über dem Substrat steht.

In der Tiefenzone sollte der Teich mindestens einen Meter messen, damit sich das Wasser im Sommer nicht zu sehr aufheizt. Die Wände zwischen den Zonen sollten aus den beschriebenen Gründen senkrecht sein

Die Bepflanzung

Als Teichsubstrat für die Pflanzen empfiehlt sich der Aushub der untersten Bodenschicht aus der Teichmitte. Er ist relativ nährstofffrei und sollte frei von spitzen Steinen sein. Oberboden (Mutterboden) darf auf keinen Fall zur Bepflanzung verwendet werden, da die darin enthaltenen Nährstoffe zu einer Algenblüte führen. Das Teichsubstrat kann mit Steinen fixiert und zoniert werden. Kalksteine eigenen sich dafür nicht, da sie den pH-Wert des Teichwassers erhöhen und damit ebenso das Algenwachstum fördern.

Sumpfzone bis 20 cm Tiefe (3 - 5 Pflanzen pro m² Pflanzfläche)

NameBotanischer NameWassertiefe in ZentimeterBemerkung
Blut-WeiderichLythrum salicaria0 bis 10kann dauerhaft im Wasser stehen
PfennigkrautLysimachia nummularia0 bis 2kann Folienkanten zum Garten verdecken
Sumpf-DotterblumeCaltha palustris0 bis 10Frühlingsbotin am Teich, Nachblüte im Herbst
Sumpf-SchwertlilieIris pseudacorus0 bis 30wunderschöne gelbe Blüten
Sumpf-VergissmeinnichtMyosotis palustris0 bis 5kompakter Wuchs, himmelblaue Blüten
Wasser-MinzeMentha aquatica0 bis 10duftend, violette Dauerblüher im Sommer

Flachwasserzone bis 50 cm Tiefe (3 - 5 Pflanzen/m² Pflanzfläche)

NameBotanische NameWassertiefe in ZentimeterBemerkung
PfeilkrautSagittaria sagittifolia10 bis 30interessante pfeilförmige Blätter
Schmalblättriger FroschlöffelAlisma plantago-aquatica5 bis 20zierlicher Blütenstand
SchwanenblumeButomus umbellatus5 bis 30rosa Blütenschirme
TannenwedelHippuris vulgaris20 bis 50Blätter ragen aus dem Wasser
WasserfederHottonia palustris10 bis 30seltenes heimisches Primelgewächs

Tiefwasserzone bis 100 cm Tiefe (1 Pflanze/2‒10 m² Wasserfläche)

NameBotanische NameWassertiefe in ZentimeterBemerkung
FroschbissHydrocharis morsus-ranae50 bis 100Schwimmblattpflanze, bildet kleine weiße Blütenteppiche auf der Wasseroberfläche
Quirliges TausendblattMyriophyllum verticillatumab 50Unterwasserpflanze zur Wasserreinigung
SeekanneNymphoides peltata50 bis 100gelbes Meer aus Blüten
SeeroseNymhaea alba50 bis 200klassische Schönheit, verschiedene Sorten

Fachliche Mitarbeit (Text und Abbildungen): NABU Itzehoe/Leonhard Peters, Norddeutsche Fachschule für Gartenbau, Ellerhoop

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Tipps zur Pflege

Bei der beschriebenen Bauweise und ausreichender Bepflanzung werden dem Teich genügend Nährstoffe entzogen, so dass sich wenig Algen entwickeln sollten. Im ersten Jahr wird das Wachstum der Pflanzen eventuell noch etwas reduziert sein, aber spätestens ab dem dritten Jahr wird sich das gewünschte Gleichgewicht einstellen. Um dieses zu erhalten, sollte auf große, zu fütternde und stark wühlende Fische wie Karpfen oder Goldfische verzichtet werden. Keine Probleme hingegen bereiten kleine Fischarten wie Moderlieschen, Stichlinge oder Bitterlinge.

Der Teich sollte sich über die Jahre ungestört entwickeln können. Es kann zeitweise notwendig sein, zu starken Bewuchs alle zwei bis drei Jahre zu reduzieren. Jährliches „Säubern“ und eventuelle Neubefüllung sollten aber unbedingt vermieden werden. Nach 8 bis 10 Jahren kann es notwendig sein, Faulschlamm und Verlandungen zu beseitigen. Auch Falllaub sollte nicht in den Teich geraten. Um das zu vermeiden, kann der Teich im Herbst während des Blätterfalls mit einem Netz abgedeckt werden. Achte zudem darauf, dass die Funktion der Kapillarsperre erhalten bleibt: Die ca. 5 mm breite Folienkante über der Teichschiene sollte immer sichtbar bzw. frei sein.

Tipp für den Winter: Halte bei Frost einen Teil der Wasseroberfläche eisfrei beziehungsweise offen, damit im Teich überwinternde Frösche und Fische ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht.

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