Ein Paradies fürs Stacheltier

Den Garten igelfreundlich gestalten

Laubhaufen, Totholz und ein offener Zaun: Oft sind es kleine Veränderungen, die einen Garten zu einem wertvollen Lebensraum für Igel machen. Wir geben Tipps, wie der Garten fit für die Stacheltiere wird.
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Igel
Igel im Garten© Foto: Foto: Jan Piecha

Der Igel ist ein ausgesprochener Liebhaber tierischer Kost. Auf seinen nächtlichen Streifzügen frisst er unter anderem Käfer, Schnecken, Spinnen, Regenwürmer und Tausendfüßer. Damit hilft er, das natürliche Gleichgewicht im Garten zu erhalten. Gleichzeitig ist der Igel ein spannender Gartenbewohner, den nicht nur Kinder gerne beobachten. 

In der Landschaft werden geeignete Lebensräume immer seltener. Naturnahe Gärten mit vielfältigen Strukturen können deshalb wichtige Rückzugsorte für Igel sein. Diese Maßnahmen machen den Garten igelfreundlich:

Das Wichtigste auf einen Blick

Nahrung fördern: Beste Voraussetzungen bietet ein naturnaher Garten mit vielen Insekten und anderen Kleintieren, die dem Igel als Nahrung dienen. Heimische Pflanzen und Gehölze schaffen dafür wertvolle Lebensräume.

Verstecke und Winterquartiere schaffen: Reisighaufen, Totholz, Laubhaufen und dichte heimische Sträucher bieten Schutz und Unterschlupf. Besonders im Herbst suchen Igel nach geeigneten Quartieren für den Winterschlaf. Ein geschützter Laub- oder Reisighaufen kann dabei ein ideales Winterquartier sein.

Wege offenhalten: Damit Igel den Garten überhaupt erreichen können, sollten Zäune Durchgänge von mindestens 10 x 10 Zentimetern aufweisen. So bleiben Gärten miteinander verbunden und für Igel zugänglich.

Das mag der Igel

Wer den Igel in seinen Garten locken will, legt im Garten eine Igelecke an. Hier darf es gerne etwas unordentlich zugehen: Reisig, Totholz und das Laub des Herbstes einfach liegen lassen. Hier findet der Igel Nahrung und Schutz. 

Der Igel lebt als Einzelgänger und wird vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Dank seines ausgeprägten Geruchssinns findet er auch im Dunkeln Nahrung und orientiert sich in seinem Lebensraum.

Ein Garten für alle Jahreszeiten

Frühjahr und Sommer 

Der Igel ist ein Winterschläfer, und weil er den Winter verschläft, muss er in Frühjahr, Sommer und Herbst ganz schön was leisten: Zwischen Juni und August ist beim Igel Paarungszeit, hier bringt das Igelweibchen nach 35 Tagen Tragzeit vier bis fünf Junge zur Welt. 

Die Igelkinder haben ein Gewicht von 12 bis 25 Gramm und sind sechs Zentimeter lang. Ihren kleinen Körper bedecken rund hundert weiße Stacheln. Sehen und hören kann das Igelkind noch nicht, erst zwei Wochen nach der Geburt sind Augen und Ohren einsatzbereit. Nach 42 Tagen werden die Jungtiere selbstständig und müssen ausreichend Nahrung finden, um sich auf den kommenden Winter vorzubereiten.

Herbst und Winter 

Bis zum Winter müssen sich Igel ein Fettpolster anfressen. Beste Voraussetzungen hierfür bieten naturbelassene Gärten, in denen es viele Tiere gibt, die dem Igel als Nahrung dienen. Auf Quartierssuche geht es dann ab November, wenn der erste Bodenfrost die kalte Jahreszeit ankündigt. Oft gestaltet sich die Suche nach einem passenden Unterschupf als extrem schwierig. Und hier können wir Menschen helfen: Reisighaufen im Garten, Steine oder dichte, heimische Büsche bieten ihm Schutz und eine Bleibe für den Winter.

Darauf solltest du achten

Checkliste für den Igelgarten:

  • Lasse Laub- und Reisighaufen in einer geschützten Ecke liegen
  • Biete Winterquartiere an, etwa Reisighaufen oder ein Igelhaus.
  • Verwende heimische Pflanzen und Gehölze
  • Schaffe Durchgänge im Zaun von mindestens 10 x 10 Zentimetern
  • Setze Reisighaufen vor dem Abbrennen um
  • Gärtnere giftfrei
  • Decke Löcher, Gruben und Schächte ab.
  • Stelle Trinkwasser bereitn und wechsle es regelmäßig. Milch gehört nicht auf den Speiseplan des Igels
  • Sichere Teiche mit einer Ausstiegshilfe
  • Verzichte auf Mähroboter verzichten

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Igelfreundlicher Garten - NABU