Unvereinbare Werte

NABU-Position zum Umgang mit der AfD

Der NABU trägt Verantwortung, nicht nur für den Natur- und Umweltschutz sondern auch als starke Stimme einer demokratischen Zivilgesellschaft. Wir haben klare Handlungsrichtlinien für den Umgang mit der Partei entwickelt.
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NAJU-Aktive nehmen mit einem Protestschild an der Wir-haben-es-satt-Demo teil.
Die Werte des NABU sind mit denen der AfD nicht vereinbar - das ergibt sich aus unserer Satzung.© Foto: Wir haben es satt/Moritz Richter

Der NABU positioniert sich grundsätzlich gegen rechtsextreme sowie rechtspopulistische Verhaltensweisen. Im Juni 2023 beauftragte der Bund-Länder-Rat die Arbeitsgruppe „Umgang mit politischen Parteien“ damit, eine Position zum Umgang mit der AfD zu entwickeln. Da die Partei Werte vertritt, die denen des NABU laut Bundessatzung widersprechen und gleichzeitig viel zu Naturschutzthemen kommuniziert, besteht Klärungsbedarf zum praktischen Umgang mit der Partei und handelnden Personen.

Unser Blick auf die AfD

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die AfD seit dem 25. Februar 2021 als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein. Diese Einstufung ist gerichtlich bestätigt worden. Einzelne AfD-Landesverbände werden bereits seit 2018 von Landesbehörden für Verfassungsschutz beobachtet. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen gilt sie bereits als „gesichert rechtsextremistisch“. Die AfD vertritt zudem offen ein autoritäres Gesellschaftsmodell und besetzt zahlreiche antidemokratische Positionen.

Damit vertritt die Partei Werte, die denen des NABU widersprechen. Bei ihren Wähler*innen sieht das etwas anders aus. Gründe für eine Entscheidung für die Partei reichen von Protestwahl bis hin zu einer extremen Gesinnung.

Warum ist die AfD für die Ziele des NABU eine Gefahr?

Ein Beispiel: Die AfD leugnet den menschengemachten Klimawandel. Im Bundestagswahlprogramm 2025 fordert die AfD den Austritt Deutschlands aus dem Pariser Klimaabkommen und lehnt den weiteren Ausbau der Windenergie ab. Diese Forderungen widersprechen unserem Einsatz für wirksamen Klimaschutz und eine naturverträgliche Energiewende. Konflikte zwischen Arten- und Klimaschutz wollen wir durch fachlich begründete Planung und Schutzmaßnahmen lösen.

Unser Umgang mit der AfD und ähnlichen Akteur*innen in der Praxis

Im Januar 2024 berichtete CORRECTIV über ein Treffen vom 25. November 2023 in Potsdam, bei dem unter anderem Vorstellungen zur sogenannten Remigration vorgestellt wurden. Die Berichterstattung war ein Anlass für unser damaliges Engagement im Bündnis 'Hand in Hand'. Unser Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und ein diskriminierungsfreies Miteinander folgt aus unserer Satzung und unseren Verbandsgrundsätzen. Wir wollen allen Mitgliedern und Mitarbeitenden eine sichere und gleichberechtigte Mitwirkung an unserer Natur- und Umweltschutzarbeit ermöglichen.

Als NABU wollen wir,

  • die AfD nicht als normale, demokratische Partei darstellen,
  • der AfD keine Bühne für ihre Politik bieten,
  • die Perspektive der AfD nicht aufwerten,
  • deutlich machen, dass die Werte der AfD mit denen des NABU nicht vereinbar sind,
  • den Verschwörungselementen der AfD entgegentreten,
  • der AfD die Argumente des Naturschutzes nicht für ihre ausgrenzende Politik überlassen,
  • der AfD keine Einflussmöglichkeiten auf unsere Strukturen einräumen und uns bewusst abgrenzen,
  • der AfD keine Chance bieten, sich mit dem guten Namen NABU zu schmücken.

Bei Entscheidungen über Kooperationen und beim Schutz vor parteipolitischer Vereinnahmung berücksichtigen wir den konkreten Anlass sowie konkret belegte Positionen und Handlungen. Für Ordnungsmaßnahmen gegenüber Mitgliedern kommt es auf konkretes satzungswidriges oder vereinsschädigendes Verhalten an.

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Letzte Aktualisierung: 10/2026