Zwergschnäpper von der Seite fotografiert, sitzt auf einem Ast.
Zwergschnäpper© Foto: Christoph Moning

Ficedula parva

Zwergschnäpper

Den kleinen Zwergschnäpper trifft man bei uns im Sommer und dann im Nordosten des Landes an. Er ist ein heimlicher Vogel, der sich am liebsten im dichten, schattigen Wald aufhält. Sieht man ihn doch einmal, erinnert zumindest das Männchen an ein Rotkehlchen. Allerdings ist beim Zwergschnäpper nur die Kehle rostrot gefärbt, der Kopf bleibt grau.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Vorwarnliste

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

unbekannt

Bestands­trend

unbekannt

Steckbrief

Beobachten

von Mai bis August zu beobachten

Größe

11-12 cm groß

Besonderheit

singt gern von Ästen auf mittlerer Baumhöhe

Reise

Mittelstreckenzieher, überwintert in Westasien

Funfact

Junge Zwergschnäpper werden häufig beim Umkehrzug erwischt. Sie ziehen dann entgegengesetzt zur eigentlichen Zugrichtung.

Zwergschnäpper im Rastgebiet© Foto: Christoph Moning

Beschreibung

Aussehen

Das Männchen ist am Kopf grau gefärbt, mit mehr oder weniger ausgeprägtem rostrotem Kehlfleck. Der Rücken ist graubraun, die seitlichen Schwanzfedern und der Bauch sind weiß. Das Weibchen ist graubraun gefärbt, der Bauch beige-weiß. Auch bei ihm sind die weißen Außenschwanzfedern zu sehen.

Gut sichtbar: der rostrote Kehlfleck beim Zwergschnäpper-Männchen© Foto: Christoph Moning

Verhalten

Er sitzt zum Singen gern erhöht auf Ästen. Grundsätzlich ist er lieber in höheren und schattigen Baumregionen unterwegs. Von seiner Warte aus geht er auch auf Insektenjagd und fängt die Beute im Flug. Sein Nest baut er in Baumhöhlen oder Nischen.

Lebensraum

Zwergschnäpper leben in Laub- und Mischwäldern mit alten Bäumen, ausreichend Baumhöhlen und reichlich Unterholz. Auf dem Zug rasten sie in Wäldern und dichten Büschen.

Zwergschnäppernest© Foto: Christoph Moning

Gefährdung

Zwergschnäpper sind nicht gefährdet, die Bestände nehmen aber ab. Es fehlen Bruthöhlen wegen moderner intensiver Waldwirtschaft und Nahrung durch Pestizideinsatz.

Nahrung

Insekten, Spinnen und hin und wieder Beeren sind Nahrung des Zwergschnäppers.

Stimme/Laute

Zur Balzzeit singt der Zwergschnäpper stimmfreudig und variabel. Er endet meist mit einem Triller oder einer Folge abfallend klarer Töne „tjü tjü tu to ta“. Auch ein schnalzendes „tschick“ lässt er neben kurzen trockenen oder schnurrenden Tönen von sich hören.

Zugverhalten

Zwergschnäpper gehören zu den wenigen Südostziehern. Ab August ziehen sie bis ins Himalayagebirge. Die Rückkehr erfolgt bis spätestens Ende April.

Beobachtungstipps

Er ist selten am Boden zu beobachten, sondern überwiegend in Baumkronen unterwegs. Im Mai können Sie den Balzgesang des Zwergschnäppers am ehesten hören. Das Männchen zuckt dabei häufig mit den Flügeln und stellt den Schwanz in Zaunkönigmanier auf.

Tipps zum Fernglaskauf

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Nistkästen nehmen Zwergschnäpper nur selten an. Beschädigte Baumstämme, kleine Baumhöhlen sowie Nischen und Felsspalten sagen ihnen am meisten zu. Ein „unaufgeräumter“ Wald mit Altholzbestand ist also von Vorteil.

Das macht der NABU

Zwergschnäpper

Waldparadies in der Märkischen Schweiz in sicherer Stiftungsobhut

Happy End für den Zwergschnäpper

Lebendige Naturwälder sind rar in Deutschland. Umso wichtiger ist es, die wenigen ursprünglichen Waldbestände zu erhalten. Mit der Unterstützung von Spenden konnte die NABU-Stiftung Ende 2022 ein 20 Hektar großes Waldparadies in Ostbrandenburg für die Natur erwerben – auch für den Zwergschnäpper!

20 Hektar Laubmischwald