Mornellregenpfeifer steht auf einer Blumenwiese.
Mornellregenpfeifer© Foto: Frank Derer

Charadrius morinellus

Mornellregenpfeifer

Das Herz eines jeden Ornithologen hüpft ein wenig höher, wenn er im Frühling oder Herbst den Mornellregenpfeifer auf seinem Durchzug entdeckt. Er rastet dann häufig in kleineren Trupps auf den abgeernteten Feldern oder kurzen Wiesen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Stark gefährdet

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

151 - 400 Individuen

Bestands­trend

unbekannt

Steckbrief

Beobachten

im Mai und August/September zu beobachten

Größe

20-24 cm groß

Besonderheit

helle Überaugenstreifen und Brustband

Reise

Mittelstreckenzieher, überwintert in Nordafrika

Funfact

Mornell leitet sich vom lateinischen „morinellus“ ab und bedeutet „kleiner Narr“.

Mornellregenpfeifer rasten auch gern auf Äckern.© Foto: NABU/ Michael Rüttiger

Beschreibung

Aussehen

Mornellregenpfeifer haben ein deutliches weißes Brustband, das die graubraune Brust und die rostrote Unterseite abgrenzt. Die Weibchen haben einen schwarzen Unterbauch und eine einheitlich graue Oberseite. Die Männchen sind etwas diffuser braungrau. Deutlich sind bei beiden die weißen Überaugenstreifen, die sich im Nacken treffen und ein V bilden.

Durch seine graubraune Oberseite hat der Mornellregenpfeifer eine gute Tarnung.© Foto: Frank Derer

Verhalten

Während des Brutgeschäfts sind sie als Paar territorial, ansonsten aber in geselligen Gruppen unterwegs. Mornellregenpfeifer sind nicht scheu und lassen auch Menschen nah herankommen. Feinden gegenüber präsentieren sie sich zum Teil verletzt oder sogar sterbend mit zitternden Flügeln.

Lebensraum

Sie brüten oberhalb der Baumgrenze im Bergland nördlich des Polarkreises und Skandinaviens. Dort trifft man sie in steinigen, spärlich bewachsenen Gebieten an. Während des Zuges rasten sie an der Küste, auf Äckern, im Heideland und auf kurzen Wiesen.

Gefährdung

Als Brutvogel ist der Mornellregenpfeifer bei uns schon länger ausgestorben. Der weltweite Bestand gilt als sicher, schwankt jedoch stark.

Nahrung

Der Mornellregenpfeifer ernährt sich überwiegend von Insekten, aber auch von Spinnen, Regenwürmern, Schnecken und seltener Sämereien und Beeren.

Stimme/Laute

Mornellregenpfeifer rufen im Flug weich rollend und abfallend „pjürr“. Außerdem wird pfeifend „titi-ri-titi-ri“ wiederholt. Die Weibchen balzen über dem Brutrevier kreisend „bütt bütt bütt“.

Zugverhalten

Im Herbst ziehen die Vögel bei uns durch in Richtung Nordafrika. Im Frühling brechen sie wieder in den Norden auf. Der Vogelzug geschieht insgesamt recht heimlich.

Beobachtungstipps

Gut getarnt und heimlich fliegend ist der Mornellregenpfeifer bei uns unterwegs. Dann trifft man ihn vor allem im Herbst auf Ackerflächen an. Durch seine graubraune Oberseite ist er jedoch sehr gut getarnt.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie Ihren Schutz. Unterstützen Sie uns und werden Sie NABU-Mitglied!

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