Brachvogel in hohem Gras.
Vogel des Jahres 1982
Brachvogel© Foto: Mathias Schäf

Numenius arquata

Brachvogel

Beim Brachvogel ist der Name Programm: Er ist der größte Vertreter der Watvögel in Europa. Seine Beine sind lang, und das Gefieder ist überwiegend braun gesprenkelt. Durch seinen langen, stark nach unten gebogenen Schnabel sticht er aus der Masse heraus. Als Bodenbrüter trifft man ihn in Feuchtwiesen und anderem extensiven Grünland an. In Deutschland brütet er vor allem im Nordwesten, aber auch als Durchzügler ist er regelmäßig zu beobachten.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

vom Aussterben bedroht

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

2.700 - 2.800 Brutpaare

Bestands­trend

- 45 % (abnehmend)

Steckbrief

Beobachten

ganzjährig zu beobachten

Größe

48-57 cm groß

Besonderheit

charakteristischer nach unten gebogener Schnabel

Reise

Standvogel, Kurz- und Langstreckenzieher

Funfact

Sein langer nach unten gebogener Schnabel ist ein echter Hingucker.

Der Brachvogel ist der größte Watvogel Europas.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Der Brachvogel sticht vor allem aufgrund seiner Körpergröße, der langen Beine und des langen nach unten gebogenen Schnabels heraus. Sein Gefieder ist überwiegend braun gesprenkelt, der Bürzel hingegen ist weiß, und im Flug sind ein weißer Rückenkeil sowie dunkle Handschwingen erkennbar.

Der Brachvogel zeigt überwiegend braun gesprenkeltes Gefieder.© Foto: Hartmut Mletzko

Verhalten

Mit dem langen Schnabel kann der Brachvogel Tierchen vom Boden aufpicken oder aber in Erdlöchern oder zwischen Steinen nach ihnen stochern. Er brütet in Bodenmulden, die mit Pflanzenmaterial ausgepolstert werden.

Lebensraum

Die Brutgebiete des Brachvogels erstrecken sich über weite Teile Mittel-, Nord- und Osteuropas. Dort brütet er vor allem in Mooren, Dünen, Feuchtwiesen und auf störungsarmen Weiden. Er rastet an Küsten sowie in der Nähe von überfluteten Äckern, Wiesen und an Flachwasserzonen von Seen.

Gefährdung

Er ist mit zunehmendem Lebensraumverlust hierzulande leider vom Aussterben bedroht. Intensiv genutztes Grünland und Entwässerung sind Hauptursachen.

Nahrung

Auf dem Speiseplan des Brachvogels stehen vor allem Insekten und deren Larven und andere Kleintiere wie Schnecken und Regenwürmer, aber auch Krebstierchen. Ab und zu frisst er auch Amphibien, Reptilien oder Fische.

Stimme/Laute

Der Balzruf des Brachvogels ist charakteristisch. Im Flug lässt er dabei aneinandergereihte wehmütige „guuh-guuh“-Töne verlauten, die auf einen Triller enden. Seine Rufe sind sehr vielseitig.

Zugverhalten

Europäische Populationen des Brachvogels sind vor allem Kurzstreckenzieher oder Standvögel. Überwinterungsquartiere liegen zum Beispiel an der westlichen Mittelmeerküste Europas.

Beobachtungstipps

Der Brachvogel sticht durch seine Körpergröße und den langen nach unten gebogenen Schnabel zwischen anderen Küstenvögeln heraus. Im Binnenland kann man ihn vor allem auf dem Durchzug an Seen oder überfluteten Wiesen beobachten.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Sie können aktiv werden gegen industrielle Landwirtschaft mit Intensivgrünland (Düngung, zu frühe Mahd).