
Remiz pendulinus
Beutelmeise
Das Nest der Beutelmeise ist ein kleines Meisterwerk: An einem herabhängenden Zweig einer Birke, Erle oder Weide baut sie ein flauschiges, beutelartiges Nest aus verschiedenen Naturmaterialien wie Bastfasern, Tierhaaren oder Samenhaaren von Pappeln oder Weiden. Abgesehen von der Einschlupfröhre ist dieser Beutel fast komplett geschlossen. Meist brütet sie in der Nähe von Flüssen, Seen oder Sumpfgebieten.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
vom Aussterben bedroht
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
1.400 – 2.400 Brutpaare
Bestandstrend
- 69 %
Beschreibung
Aussehen
Der Kopf ist überwiegend grau-weißlich gefärbt. Eine schwarze Maske erstreckt sich über beide Augen, die an der Stirn rotbraun gesäumt ist. Diese Maske ist beim Weibchen deutlich schmaler als beim Männchen. Die Oberseite ist mehrheitlich dunkelrotbraun. Die Unterseite ist hellockerfarben, beim Männchen ist die Brust diffus rotbraun gefleckt.

Verhalten
Beutelmeisen besitzen ein kompliziertes Fortpflanzungssystem und leben polygam.
Lebensraum
Die Beutelmeise ist ausschließlich an Gewässern und Sumpfgebieten zu finden. Dort baut sie in Laubbäumen ihr Nest. Außerhalb der Brutzeit ist sie vor allem in Röhrichten und in Büschen anzutreffen.
Gefährdung
Der Brutbestand der nicht häufigen, aber bisher ungefährdeten Beutelmeise hat sich in wenigen Jahren halbiert und ist damit im Vergleich zum Langzeittrend sehr negativ. Sie wurde deshalb in der aktuellen Roten Liste direkt in die Kategorie 1 gestellt und gilt nun als vom Aussterben bedroht.
Nahrung
Sie ernährt sich in erster Linie von kleinen wirbellosen Tieren, die sie am Röhricht und im Schilf erbeutet. Dazu zählen zum Beispiel Raupen, Zweiflügler und Spinnen. Gerade im Winter ernährt sie sich auch von Pollen und Samen.
Stimme/Laute
Der Ruf der Beutelmeise ist ein feines abfallendes „psiiiu“. In den Gesang werden viele Pausen, Triller und Rufe eingebaut.
Zugverhalten
Die Beutelmeise überwintert mehrheitlich in Südwesteuropa und im nordwestlichen Mittelmeerraum.
Beobachtungstipps
Beutelmeisen kann man vor allem an Seen, Teichen oder Fließgewässern beobachten. Ihre Nester sind bauliche Meisterwerke, die man manchmal an herabhängenden Ästen zum Beispiel von Weiden entdecken kann.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie Ihren Schutz. Unterstützen Sie uns und werden Sie NABU-Mitglied!
