Raus aus dem Verbrennerzeitalter

Elektromobilität

Der Verkehrssektor ist für ein Viertel der europäischen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Diese müssen deutlich reduziert werden, um die Klimaziele zu erreichen. Batteriebetriebene Elektromobilität wird dabei einen wichtigen Beitrag leisten.
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Im Vordergrund wird ein Elektroauto aufgeladen, im Hintergrund ist eine Benzintankstelle zu sehen.
Lieber laden als tanken – Elektromobilität ist besser für Klima und Umwelt© Foto: NABU/Jan Piecha

Mobilität ist für uns ein zentraler Bestandteil des Alltags – vom täglichen Weg zur Schule oder Arbeit über den gelegentlichen Wochenendausflug bis hin zur Urlaubs- oder Dienstreise. Um dieses Mobilitätsbedürfnis mit Umwelt-, Natur- und Klimaschutz in Einklang zu bringen, ist sowohl eine Mobilitäts- als auch eine Antriebswende notwendig. 

Im Klartext: Wir brauchen in Zukunft unter anderem kürzere Wege, eine flexiblere Verkehrsinfrastruktur und klimaschonende Technologien der Fortbewegung.

Antriebswende

Eigenes E-Auto ist die zweitbeste Lösung

Grundsätzlich gilt: Die Abkehr vom motorisierten Individualverkehr sollte Vorrang haben, wo immer sie möglich ist. Bessere Luft, mehr Zeitersparnis, mehr Platz für Fußgänger*innen und Radfahrende im Stadtraum und natürlich weniger Treibhausgase – weniger Autos auf den Straßen bringen viele Vorteile. Um den Pendelverkehr zu reduzieren, können Homeoffice-Lösungen sinnvoll sein. Durch einen verbesserten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), gut und sicher ausgebaute Fahrradinfrastruktur und Carsharing werden Staus vermieden und der Verkehrsfluss auf den Straßen verbessert.

Für manche ist ein Leben ohne eigenes Fahrzeug jedoch noch auf viele Jahre schwierig machbar, weil klimafreundliche Alternativen nicht überall verfügbar oder die passende Lösung sind. Für alle, die auch weiterhin aufs private Auto angewiesen sind, stellt die batteriebetriebene Elektromobilität die effizienteste Antriebsform dar.

Was ist eigentlich Elektromobilität?

Der Oberbegriff „Elektromobilität“ umfasst verschiedene Antriebsarten. In der Regel ist batteriebetriebene Elektromobilität gemeint, aber auch Pkw, angetrieben durch Hybridtechnologie, Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe gelten strenggenommen als E-Autos.

Verbrenner-Aus ab 2035

Die Europäische Union sieht vor, den CO2-Ausstoss bis 2050 auf nahezu Null zu reduzieren und Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt zu machen. Einen zentralen Baustein dabei stellen die Flottengrenzwerte dar, die eine schrittweise Senkung des erlaubten CO2-Ausstosses der neu angemeldeten Fahrzeuge einzelner Hersteller im Durchschnitt vorgeben. Ab 2035 muss der CO2-Ausstoß für Neuzulassungen bei Null liegen, was umgangssprachlich als „Verbrenner-Aus“ bezeichnet wird. Fahrzeuge, die bereits zugelassen sind, werden als Verbrenner weiterhin auf den Straßen unterwegs sein dürfen.

NABU-Blog: Aus vom „Verbrenner-Aus“?

Um die Ziele bis 2035 im Straßenverkehr zu erreichen, ist der zeitnahe Umstieg auf Elektrofahrzeuge dringend notwendig. Elektromotoren sind nicht nur energieeffizienter als Verbrennungsmotoren, sie sind auch deutlich leiser und stoßen weniger Schadstoffe aus. Diese Vorteile kommen besonders zum Tragen, wenn der eingesetzte Strom aus einer erneuerbaren Quelle wie Wind- oder Solarenergie kommt. Daher ist auch ein schneller Umstieg auf erneuerbare Energien relevant für die Antriebswende.

Soziale und technische Herausforderungen der Elektromobilität

Bei dieser Antriebswende sind noch einige Herausforderungen zu bewältigen. Vor allem soziale Aspekte sind bisher noch nicht gelöst, denn E-Autos sind oft deutlich teurer als Verbrenner. Zwar werden mehr Modelle unter 25.000 Euro angekündigt oder sind bereits erhältlich, aber solange es noch keinen funktionierenden Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos gibt, sind diese weiterhin für die Wenigsten bezahlbar. Um mehr Menschen an der Elektromobilität teilhaben zu lassen, sind staatliche Unterstützungsprogramme für Geringverdienende hilfreich, die klimafreundliche Mobilitätsarten vergünstigen.

Ladeinfrastruktur

Um die Elektromobilität so zugänglich wie möglich zu machen, ist zudem ein deutschlandweit verlässliches und umfassendes Netz an Ladestationen notwendig.  

Während Menschen mit Eigenheim in vielen Fällen mit Photovoltaik-Anlage und Wallbox kostengünstig laden können, ist die Situation für Menschen in (Miet-)Wohnungen schwieriger. Deshalb braucht es neben den privaten Lademöglichkeiten auch (halb-)öffentliche Ladevorrichtungen. Der Ausbau auf aktuell circa 150.000 öffentliche Ladepunkte hat die sogenannte „Reichweitenangst“ schon deutlich gesenkt. Weitere Ladepunkte sind aber notwendig.

Dabei ist zu unterscheiden: Während entlang Autobahnen vor allem Schnellladesäulen gebraucht werden, sind beispielsweise auf Firmenparkplätzen niedrigere Ladeleistungen ausreichend. So können viele Arbeitnehmende das Auto während der Arbeitszeit einfach laden.

E-Mobilität als Wirtschaftsfaktor

Für den Automobilstandort Deutschland hat die Frage der Elektromobilität immer auch eine sozial- und industriepolitische Relevanz.  

Damit die Automobilwirtschaft in Deutschland bei der Umstellung auf klimafreundlichere Antriebe nicht den Anschluss verpasst, müssen Politik und Wirtschaft Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen in diesem Bereich wirksam unterstützen. Die seit Jahrzehnten in Deutschland fest verankerte Automobilwirtschaft, deren Unternehmen zu den Größten des Landes zählen, ist als Arbeitgeber und durch ihre Wirtschaftsleistung von größter Bedeutung für ganze Landstriche in Deutschland. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass die Unternehmen sich zukunftssicher aufstellen. Dazu gehört auch, dass sich deutsche Automobilunternehmen auf neue Realitäten einstellen, Elektromobilität als Zukunftstechnologie anerkennen und das Ende des Verbrennerzeitalters einleiten.

Flottengrenzwerte fördern E-Mobilität

Möchte Deutschland weiterhin konkurrenzfähig sein oder sogar als Technologie-Vorreiter gelten, müssen wir uns von der Verbrennertechnologie so schnell wie möglich verabschieden. Wettbewerber, insbesondere aus Asien, haben technologisch in den letzten Jahren massiv auf- und in großen Teilen Deutschland auch schon überholt. Bei Batteriefertigung, Software-Ausstattung und weiteren zentralen Bereichen der Fahrzeugproduktion muss die deutsche Industrie sich anstrengen, um nicht völlig abgehängt zu werden.  

Planungssicherheit durch Flottengrenzwerte ist deshalb essenziell, um den Übergang in die batteriebetriebene Mobilität der Zukunft so reibungsfrei wie möglich zu gestalten und die Ausweitung der E-Mobilität politisch zu unterstützen.

Häufig gestellte Fragen zur E-Mobilität

Letzte Aktualisierung: 08/2026

Redaktioneller Hinweis von Andrea: Hier soll noch ein aktuelles Papier zum Download eingefügt werden. Pauline kümmert sich.

Ansprechperson

Porträtaufnahme NABU-Mitarbeiter Nikolas von Wysiecki.
Nikolas von Wysiecki
Stellv. Teamleiter Verkehrspolitik
+49 (0) 173 573 3754
Nikolas.vonWysiecki@NABU.de

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