Plastik ist billig, leicht zu transportieren und ermöglicht Dinge, die früher undenkbar oder mühsam waren: Es macht Fahrzeuge und Elektrogeräte leichter, Lebensmittel oftmals länger haltbar, verpackt To-go-Speisen dicht in Mehrwegboxen und isoliert Kabel. Auch wenn viele Kunststoffprodukte sich gut durch Naturmaterialien wie Holz ersetzen lassen – ein Leben ganz ohne Plastik ist nur schwer vorstellbar. Das wäre tatsächlich auch ökologisch nicht zu empfehlen. Aber man muss genau hinschauen, wo es von Vorteil ist, Plastik einzusetzen und wir müssen die zunehmende Verschmutzung der Umwelt durch Plastik verhindern.
Wie Plastik Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung antreibt
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts heizt Plastik den Konsum immer stärker an: Fast Fashion, Einweg-Elektrozahnbürsten, überflüssige Plastikverpackungen oder To-go-Einweggeschirr gibt es in dieser Fülle nur, weil Kunststoffe – auch [synthetische Textilien] – deutlich günstiger sind als andere Materialien. Wird Plastikmüll verbrannt statt recycelt, belastet das zusätzlich das Klima. Zudem gelangt immer mehr Mikroplastik in die Umwelt, in Deutschland insbesondere durch den Reifenabrieb.
Warum das Plastikproblem so hartnäckig ist
Was Gesetze gegen Plastikmüll bewirken – und was nicht
Zahlreiche Gesetze regeln den Umgang mit Kunststoffen – bis hin zu EU-weiten Verboten bestimmter Einwegprodukte. Quoten legen fest, wie viel Kunststoffabfall recycelt werden muss und wie viel Recyclingplastik in neue Verpackungen oder Autos gehört. Zudem müssen alle EU-Mitgliedstaaten jährlich 800 Euro pro Tonne nicht recycelter Verpackungsabfälle aus Kunststoff an die EU zahlen. Weitere Beispiele: Die EU verbietet absichtlich zugesetztes Mikroplastik schrittweise. Einwegteller und Einwegbesteck aus Plastik sind bereits verboten. Ab 2030 trifft es dann auch Plastikverpackungen für frisches Obst und Gemüse unter 1,5 Kilogramm. Das ist gut so, denn es kann unseren hohen Plastikverbrauch senken. Doch ausgerechnet bei Verpackungen und Einweggeschirr setzt die EU nur darauf, Plastik durch andere Einwegmaterialien zu ersetzen. Sinnvoller ist es, Mehrweg zu fördern statt Einweg – egal aus welchem Material.
Plastik vermeiden statt ersetzen: So geht es im Alltag
Beim Einkaufen
- Nimm zum Einkaufen genug alte Tüten und Beutel mit – und kauf nicht zu viele Baumwollbeutel, ihre Herstellung belastet die Umwelt stark.
- Kauf Obst und Gemüse lose: Vorverpackungen aus Plastik oder Pappe verbrauchen unnötig Material.
- Verzichte auf vorverpackte frische Ware wie Fleisch, Käse oder Wurst. Auch die neuen [Verpackungen in Papier-Optik] sind keine gute Wahl für die Umwelt.
- Kauf Getränke in Mehrwegflaschen aus Kunststoff oder Glas, am besten aus der Region.
Unterwegs
- Fahr weniger Auto: Reifenabrieb ist in Deutschland die größte Quelle von Mikroplastik.
- Du kaufst öfter Kaffee zum Mitnehmen? Dann lohnt sich ein Mehrwegbecher aus Edelstahl oder Porzellan.
- Achte bei Mehrweggeschirr aus Kunststoff darauf, dass es aus einem einzigen Material besteht, etwa Polypropylen (PP) – das lässt sich recyceln.
- Auch für den Mittagsimbiss kannst du Mehrweg statt To-go-Einweg wählen oder ein eigenes Gefäß mitbringen.
- Füll dir Leitungswasser in deine eigene Mehrwegflasche, statt abgefüllte Getränke zu kaufen. Aluflaschen sind keine gute Wahl: Ihre Herstellung kostet viel Energie, und innen brauchen sie eine Kunststoffbeschichtung – plastikfrei sind also auch sie nicht.
Zuhause
- Einweggeschirr verschwendet Ressourcen, auch solches aus Pappe oder Papier. Und es landet verschmutzt und fettig in der Verbrennung.
- Für Picknick und Partys lohnt sich Mehrweggeschirr aus Plastik oder Edelstahl – Edelstahl ist etwas teurer.
- Für größere Veranstaltungen kannst du Becher und Geschirr aus Porzellan oder Kunststoff auch leihen.
Bei Textilien und Elektrogeräten
- Kauf Geräte, Spielzeug, Möbel, Kleidung und Küchenutensilien, die lange halten und sich gut reparieren lassen.
- Überleg vor dem Kauf, was du wirklich brauchst. Auch hier gilt: nicht nur Plastik ersetzen, sondern bewusster und insgesamt weniger konsumieren.
- Weniger ist besser: Auch bei Textilien solltest du nicht einfach von Synthetik auf Baumwolle umsteigen – ihr Anbau verbraucht enorm viel Wasser und Pestizide.
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