
Charadrius morinellus
Mornellregenpfeifer
Das Herz eines jeden Ornithologen hüpft ein wenig höher, wenn er im Frühling oder Herbst den Mornellregenpfeifer auf seinem Durchzug entdeckt. Er rastet dann häufig in kleineren Trupps auf den abgeernteten Feldern oder kurzen Wiesen.
Vorkommen in Deutschland
Gefährdungsgrad
Stark gefährdet
- Nicht gefährdet
- Extrem selten
- Vorwarnliste
- Gefährdet
- Stark gefährdet
- vom Aussterben bedroht
- Ausgestorben
Bestandszahl
151 - 400 Individuen
Bestandstrend
unbekannt
Steckbrief
Beobachten
im Mai und August/September zu beobachten
Größe
20-24 cm groß
Besonderheit
helle Überaugenstreifen und Brustband
Reise
Mittelstreckenzieher, überwintert in Nordafrika
Funfact
Mornell leitet sich vom lateinischen „morinellus“ ab und bedeutet „kleiner Narr“.
Beschreibung
Aussehen
Mornellregenpfeifer haben ein deutliches weißes Brustband, das die graubraune Brust und die rostrote Unterseite abgrenzt. Die Weibchen haben einen schwarzen Unterbauch und eine einheitlich graue Oberseite. Die Männchen sind etwas diffuser braungrau. Deutlich sind bei beiden die weißen Überaugenstreifen, die sich im Nacken treffen und ein V bilden.

Verhalten
Während des Brutgeschäfts sind sie als Paar territorial, ansonsten aber in geselligen Gruppen unterwegs. Mornellregenpfeifer sind nicht scheu und lassen auch Menschen nah herankommen. Feinden gegenüber präsentieren sie sich zum Teil verletzt oder sogar sterbend mit zitternden Flügeln.
Lebensraum
Sie brüten oberhalb der Baumgrenze im Bergland nördlich des Polarkreises und Skandinaviens. Dort trifft man sie in steinigen, spärlich bewachsenen Gebieten an. Während des Zuges rasten sie an der Küste, auf Äckern, im Heideland und auf kurzen Wiesen.
Gefährdung
Als Brutvogel ist der Mornellregenpfeifer bei uns schon länger ausgestorben. Der weltweite Bestand gilt als sicher, schwankt jedoch stark.
Nahrung
Der Mornellregenpfeifer ernährt sich überwiegend von Insekten, aber auch von Spinnen, Regenwürmern, Schnecken und seltener Sämereien und Beeren.
Stimme/Laute
Mornellregenpfeifer rufen im Flug weich rollend und abfallend „pjürr“. Außerdem wird pfeifend „titi-ri-titi-ri“ wiederholt. Die Weibchen balzen über dem Brutrevier kreisend „bütt bütt bütt“.
Zugverhalten
Im Herbst ziehen die Vögel bei uns durch in Richtung Nordafrika. Im Frühling brechen sie wieder in den Norden auf. Der Vogelzug geschieht insgesamt recht heimlich.
Beobachtungstipps
Gut getarnt und heimlich fliegend ist der Mornellregenpfeifer bei uns unterwegs. Dann trifft man ihn vor allem im Herbst auf Ackerflächen an. Durch seine graubraune Oberseite ist er jedoch sehr gut getarnt.
Aktiv werden
Was kann ich tun?
Der NABU ist seit über 100 Jahren im praktischen Naturschutz vor Ort aktiv, um die Vielfalt unserer heimischen Vogelwelt zu erhalten. Heute betreut der NABU mehr als 5.000 Schutzgebiete in Deutschland. Damit wir auch in Zukunft die Vielfalt und Schönheit der Natur für die Vogelwelt erhalten können, braucht sie Ihren Schutz. Unterstützen Sie uns und werden Sie NABU-Mitglied!
