Löffler steht im Flachwasser.
Löffler© Foto: Mathias Schäf

Platalea leucorodia

Löffler

Wer die großen, stolzen Vögel mit der löffelartig verbreiteten Schnabelspitze sieht, weiß sofort, warum der Löffler seinen Namen trägt. Im Gegensatz zu den sonstigen langbeinigen Vertretern der Störche, Reiher und Ibisse sucht der Löffler nicht gezielt nach Nahrung. Sein Schnabel verhindert nämlich, dass er seine Beute sehen kann. Daher muss er auf eine andere Methode zurückgreifen: das Seihen.

Vorkommen in Deutschland

Gefährdungs­grad

Der Gefährdungsgrad ist der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland 2020 entnommen.

Extrem selten

  • Nicht gefährdet
  • Extrem selten
  • Vorwarnliste
  • Gefährdet
  • Stark gefährdet
  • vom Aussterben bedroht
  • Ausgestorben

Bestands­zahl

1.190 - 1.192 Brutpaare

Bestands­trend

+ 10176 % (zunehmend)

Steckbrief

Beobachten

von Februar bis Oktober zu beobachten

Größe

80-93 cm groß, Flügelspannweite 120-135 cm

Besonderheit

großer löffelartiger Schnabel

Reise

überwiegend Kurzstreckenzieher

Funfact

Der Löffler stockt seine Nester immer weiter auf, sodass eine Art Thron entsteht, der eine stattliche Höhe von 50 Zentimetern erreichen kann.

Der Löffler macht meistens keine Geräusche.© Foto: Mathias Schäf

Beschreibung

Aussehen

Der Löffler ist etwas kleiner als ein Graureiher, hat aber ebenfalls lange Beine und einen langen Schnabel. Er hat ein weißes Gefieder und einen sich an der Schnabelspitze löffelartig verbreiternden Schnabel. Im Prachtkleid trägt er zudem Schmuckfedern am Hinterkopf und ein gold-gelbes Brustband.

Löffler im Prachtkleid© Foto: Mathias Schäf

Verhalten

Beim Nahrungserwerb greift der Löffler auf die Methode des Seihens zurück. Dabei wird der Schnabel mithilfe von Kopfdrehungen von der einen Seite auf die andere bewegt. Um nicht alle aufwirbelnden Organismen aufnehmen zu müssen, nutzt der Löffler kleine Sensoren in der Schnabelspitze. Diese Tastorgane signalisieren ihm, ob es sich um Beute handelt oder nicht.

Lebensraum

Aufgrund seines Nahrungsverhaltens trifft man den Löffler vor allem in Flachwasserbereichen an, in Deutschland an der Wattenmeerküste. Dies können beispielsweise Küstenlagunen, Priele oder flache Seen sein. Sein Nest baut er bevorzugt kolonieartig in gewässernahen Schilfbereichen. Neststandorte sind aber auch in Büschen und ausnahmsweise auch auf Bäumen (Südeuropa) bekannt.

Gefährdung

Der Löffler ist laut der Roten Liste Deutschlands nicht gefährdet. Dennoch sind die noch recht kleinen Populationen immer wieder Schwankungen unterworfen. Gründe hierfür könnten zu große Störungen am Brutplatz, Entwässerungen, Überfischung und Verschmutzung von Gewässern sein.

Nahrung

Die Hauptnahrung des Löfflers besteht aus Kleinfischen, Wasserinsekten und Mollusken wie Muscheln und Schnecken sowie kleineren Krebstieren.

Stimme/Laute

Der Löffler ist weitgehend stumm. Ab und zu hört man jedoch grunzende und heulende Laute am Brutplatz.

Zugverhalten

Etwa ab Ende Februar kann man die ersten aus den Winterquartieren zurückkehrenden Löffler beobachten. Sie haben den Winter vom Mittelmeerraum bis in den Senegal verbracht. Da sie bereits in den Überwinterungsgebieten mit der Balz begonnen haben, können sie fast direkt mit dem Brutgeschäft an den meist vorjährigen Brutplätzen beginnen.

Beobachtungstipps

Am besten kann man den Löffler an der Nordsee beobachten. Hier ist er erst seit einigen Jahren beheimatet. Von der kleinen Population aus den Niederlanden eingewandert, hat er sich auf einigen Ost- und Nordfriesischen Inseln angesiedelt. Und gerade zur Nahrungssuche oder beim Sammeln für den Zug gen Süden kann man den großen weißen Vogel gut im Watt sehen.

Aktiv werden

Was kann ich tun?

Genaue Gefährdungsursachen sind nicht ausreichend bekannt, dennoch sollten Störungen am Brutplatz und an den Rastplätzen so weit wie möglich vermieden werden.