Vogelkrankheiten: Usutu-Virus

Usutu-Virus bedroht Amseln

Das Usutu-Virus trat erstmals 2010 auf und breitet sich seither aus. Das Virus befällt vor allem Amseln und führt meist zum Tod der Vögel. Was kann ich tun?
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Amselmännchen sitzt im Gras
Das Usutu-Virus befällt vor allem Amseln© Foto: Frank Derer

Kranke oder tote Amsel gefunden?

Bitte gib bei deiner Meldung an, wo und wann genau du den Vogel gefunden hast. Ebenfalls wichtig sind die näheren Fundumstände sowie die Symptome der Vögel. Wir sammeln diese Daten, werten sie aus und stellen sie Wissenschaftler*innen zur Verfügung.

Amselsterben durch Usutu-Virus

Im Jahr 2010 wurde das Usutu-Virus bei uns eingeschleppt, in den beiden Folgejahren kam es vor allem im Nordwesten Deutschlands zu einem alarmierenden Amselsterben. Zwischen 2016 und 2019 trat das Virus erneut stark auf und verbreitete sich nun bundesweit. Seitdem gibt es allerdings nur noch regionale Ausbrüche.

Waren in den ersten Jahren nur wärmebegünstigte Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen, konnte seit 2016 eine Ausbreitung über Nordrhein-Westfalen nach Norden und vor allem im Hitzejahr 2018 eine Ausbreitung in die nördlichen und östlichen Landesteile festgestellt werden. Insgesamt wurden dem NABU damals bundesweit 13.420 Verdachtsfälle mit 27.565 toten oder kranken Vögeln gemeldet. 

Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird. Aber auch andere Vogelarten können sich mit dem Virus infizieren und daran sterben. Vom Usutu-Virus befallene Vögel wirken offensichtlich krank, werden apathisch und flüchten nicht mehr. Sie sterben meist innerhalb weniger Tage. 

Übertragen wird das Virus durch Stechmücken – in regenreichen Sommern vermehren sich die Mücken stärker und es kommt infolgedessen auch zu mehr Infektionen. Die vergangenen eher trockenen Sommer führten dazu, dass sich weniger Mücken entwickelten – so konnte sich auch das Usutu-Virus weniger verbreiten. Ganz verschwunden ist das Virus allerdings auch in den letzten Jahren nicht. In jedem Jahr gibt es einige Meldungen.

Der NABU bittet darum, kranke oder verendete Tiere unter zu melden und möglichst ans Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) zu senden, das die toten Vögel untersucht. Bei etwa 25 Prozent wurde bisher eine Usutu-Infektion nachgewiesen.

Herkunft des Usutu-Virus

Das Usutu-Virus gehört zur Japanischen-Enzephalitis-Virus-Gruppe innerhalb der Familie Flaviviridae und wurde das erste Mal 1959 aus Stechmücken der Art Culex neavei isoliert, die im Ndumo-Nationalpark in Südafrika gefangen wurden. Wildvögel sind der natürliche Wirt für das Usutu-Virus, sodass vermutlich Zugvögel das Virus über große Distanzen hinweg verbreitet haben.

Außerhalb von Afrika trat das Usutu-Virus erstmals 2001 in und um Wien auf. Im Sommer 2009 kam es in Italien erstmals zu Krankheitsfällen beim Menschen: Zwei immungeschwächte Patient*innen erkrankten an einer Hirnhautentzündung, die auf eine Usutu-Infektion zurückzuführen war. 2010 identifizierte die Gruppe um Dr. Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNI), das Virus in Stechmücken der Art Culex pipiens aus Weinheim im Oberrheintal.

Symptome einer Usutu-Infektion

Amseln, die mit Usutu-Viren infiziert sind, zeigen nach den bisherigen Erkenntnissen ein apathisches Verhalten, keine Fluchttendenzen bei Annäherung, torkelnde Bewegungen und im Kopfbereich ein zerzaustes Gefieder.

Was kann ich tun?

Behandeln oder heilen lässt sich die Usutu-Infektion leider nicht. Was aber jede*r tun kann, um Amseln zu schützen, ist die naturnahe Gestaltung deines Gartens. So bietest du  Amseln und auch anderen Vögeln gute Lebensbedingungen, um Verluste durch Krankheiten wieder auszugleichen.

Wichtig ist außerdem, dass wir die Usutu-Infektion und ihre Symptome besser verstehen lernen. Auch wollen wir das Ausbruchsgeschehen verfolgen, geografisch eingrenzen und neue Ausbruchsregionen rechtzeitig erkennen.

Von Mai bis November, also in der Zeit, in der Usutu-Infektionen auftreten können, aktivieren wir unser Postfach . Über dieses Formular kannst du melden, wenn du kranke oder vermutlich an einer Krankheit gestorbene Amseln in deiner Umgebung entdeckst. Bitte mache dabei möglichst genaue Angaben zu Fundort, Funddatum und den näheren Fundumständen und zu den Symptomen der Vögel. Wir sammeln diese Daten, werten sie aus und stellen sie Wissenschaftler*innen zur Verfügung.

Außerdem kannst du kranke oder verendete Tiere an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) schicken, das die toten Vögel untersucht. Bei etwa 25 Prozent wurde bisher eine Usutu-Infektion nachgewiesen.

Immer wieder werden dem NABU verstärkt kranke oder tote Amseln gemeldet, die sich offenbar mit dem Usutu-Virus infiziert haben. Vor allem aus Nordwestdeutschland haben sich die Meldungen von Verdachtsfällen vervielfacht.

Warmer, feuchter Sommer begünstigt die Usutu-Verbreitung

Übertragen wird das Virus durch Stechmücken. Diese haben durch den regenreichen Sommer 2024 optimale Bedingungen zur Verbreitung vorgefunden. Die vergangenen eher trockenen Sommer führten dazu, dass sich weniger Mücken entwickeln konnten – so konnte sich auch das Usutu-Virus weniger verbreiten. Ganz verschwunden war das Virus allerdings auch in den Vorjahren nicht. In jedem Jahr gab es einige Meldungen.

Der NABU bittet darum, kranke oder verendete Tiere unter zu melden und möglichst ans Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) zu senden. Die toten Vögel werden vom BNITM untersucht. Bei etwa 25 Prozent wurde bisher eine Usutu-Infektion nachgewiesen.

Bedrohung für Amseln: Das Usutu-Virus - NABU