Wiesenexkursion, nächtliche Fahrradtour oder Hüpfer-Terrarium

Heuschrecken beobachten

„Bester“ Heuschreckenmonat ist der August, weil dann praktisch alle Arten mit ihrem Gesang auf sich aufmerksam machen. Das gilt zwar auch noch für September, nur wird es da oft schon etwas kälter und der Gesang klingt dadurch stark verändert, was die Artansprache erschwert.
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Beobachten lassen sich Heuschrecken in ihren natürlichen Lebensräumen während der gesamten Vegetationsperiode von April bis Oktober. „Bester“ Heuschreckenmonat ist bei uns der August, weil dann praktisch alle Arten mit ihrem Gesang auf sich aufmerksam machen. Das gilt zwar auch noch für September, nur wird es da oft schon etwas kälter und der Heuschreckengesang klingt dadurch stark verändert, was die sichere Artansprache natürlich erschwert.

Langsam anschleichen, sonst hüpft die Wiese davon

Wer nicht nach seltenen Spezialisten strebt, kann Heuschrecken am besten in hochgrasigen Wiesen oder an ebensolchen Wegrändern beobachten. Auch innerörtliche Brachen sind gut geeignet. Im Prinzip gilt: Einfach dem Heuschreckengesang nach. Allzu stürmisch sollte man dabei aber nicht vorgehen, denn die Schrecken sind schreckhaft. Die Sänger verstummen und lassen sich bei weiterer Annäherung einfach fallen, sie springen je nach Art davon oder fliegen sogar ein größeres Stück. Es ist nicht ganz einfach, die Tiere dann wieder aufzuspüren.

Selbst „Sitzenbleiber“ wie das Weinhähnchen wissen sich zu tarnen, indem sie bei Annäherung ihre Lautstärke ständig variieren. Das menschliche Ohr nimmt die Tiere dann aus mehreren Richtungen wahr und ist verwirrt. Bei vorsichtiger Annäherung lassen sich bei vielen Arten die Tiere aber - immer dem Zirpen nach - gut aufspüren und beobachten.

Nächtliche Heuschreckentour

Die meisten Heuschrecken singen nur tagsüber, meist nur bei Sonnenschein und damit bei der größten Hitze. Einige Arten wie Feldgrille, Weinhähnchen, Maulwurfsgrille und Grünes Heupferd machen aber auch abends und bis tief in die Nacht hinein Musik. Sitzt der kleine Sänger direkt vor dem Schlafzimmerfenster, kann das mit der Zeit etwas lästig werden.

Wer die Dosis abendliches Sommerfeeling selbst bestimmen möchte, sollte einmal eine Heuschreckentour im Dunkeln unternehmen - am besten mit dem Fahrrad und dabei möglichst oft das störende Dynamo ausschalten. Während die Feldgrille nur im Süden der Republik häufiger vorkommt, ist das Heupferd noch überall häufig. An hochgrasigen Wegrändern, sogar an Getreide- und Maisäckern erklingt der laute Schwirrgesang des Heupferds und ist gut 50 Meter weit zu hören.

Literatur und CDs

Jürgen Fischer et al.: Die Heuschrecken Deutschlands und Nordtirols bestimmen, beobachten, schützen. - 370 Seiten. 24,95 Euro. Quelle & Meyer 2016. ISBN 978-3-494-01670-2. Der geografische Rahmen Deutschland plus Nordtirol ist etwas kurios, alles andere an diesem Bestimmungsbuch ist schlichtweg erstklassig. Es ist didaktisch sehr gut aufgebaut, die Informationen einschließlich der Verbreitungskarten sind auf dem allerneuesten Stand und die Bebilderung samt Bestimmungsdetails lässt keine Wünsche offen. Das beste bezahlbare Heuschreckenbuch auf dem Markt.

Heiko Bellmann: Heuschrecken. Die Stimmen von 61 heimischen Arten. - CD mit 66 Minuten Laufzeit. Ample 2004. 14,90 Euro. ISBN 3-935329-48-2. Beim Dauerbrenner aus dem Ample-Verlag wurde gegenüber älteren Auflagen die Zahl der wiedergegebenen Heuschrecken um zwei östlich verbreitete Arten auf 61 erweitert. Ein kleines Booklet bildet sämtliche Arten ab und zeigt auch die arttypischen Sonagramme.

Heuschrecken beobachten und erkennen - NABU