Gut versteckt am steinigen Bachgrund

Die Groppe

Die Koppe bewohnt saubere, rasch fließende Bäche und kleinere Flüsse mit steinigem Grund, aber auch sommerkühle, sauerstoffreiche Seen. Da sie ein schlechter Schwimmer ist, bewegt sie sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden.
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Groppe
Groppen bevorzugen sommerkühle Seen und Fließgewässer mit kiesigem oder sandigem Substrat.© Foto: NABU/Jan Piecha

Die Groppe – wissenschaftlich Cottus gobio, auch als Koppe oder Mühlkoppe bekannt – bewohnt saubere, rasch fließende Bäche und kleinere Flüsse mit steinigem Grund, aber auch sommerkühle, sauerstoffreiche Seen. In den Bächen der so genannten Forellenregion trifft man sie in einer Höhe von bis zu 2.000 Metern über dem Meeresspiegel an. 

Die Groppe ist ein Grundfisch, der sich tagsüber zwischen Steinen und Wasserpflanzen verbirgt. In der Dämmerung geht sie auf Jagd nach Insektenlarven, Bachflohkrebsen und Fischbrut. Da die Groppe ein schlechter Schwimmer ist und zudem keine Schwimmblase besitzt, bewegt sie sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden.

In weiten Teilen Deutschlands wie in Österreich zählt die Groppe zu den bedrohten Tierarten. Sie wurde zum Fisch des Jahres 2006 gewählt.

Groppen leben dicht am Gewässerboden.© Foto: NABU/Jan Piecha

Man muss schon genau hinsehen, um den meist zwischen Wurzeln und Steinen versteckt lebenden Bodenbewohner zu Gesicht zu bekommen. Mit ihrem großen Kopf und ihrem breiten Maul wirkt die Groppe trotz ihrer geringen Größe maximal 15 Zentimetern recht imposant. Dazu tragen auch die sehr großen fächerförmigen Brustflossen und zwei Rückenflossen mit Stachelstrahlen bei. Der keulenförmige Körper ist bräunlich bis dunkelgrau gefärbt, mit unregelmäßiger Marmorierung. Wegen ihres dicken Kopfes hat ihr der Volksmund den Namen „Bullenkopf“ verpasst.

Die Laichzeit fällt je nach Gewässer in die Zeit von Februar bis Mai. Das Weibchen legt dabei 100 bis 200 Eier unter Steinen oder in einer Art Laichgrube ab. Das Männchen bewacht das Gelege und sorgt durch Fächeln mit den Brustflossen für Frischwasserzufuhr bis die Larven geschlüpft sind. Nach dem Schlüpfen treiben sie mit dem Wasserstrom abwärts und wandern erst als Jungfische wieder den Bach aufwärts.

Die Groppe ist sehr empfindlich gegenüber Verunreinigungen und kann deshalb als Bioindikator für die ökologische Qualität eines Gewässers angesehen werden. Intakte Groppenvorkommen weisen auf strukturreiche, naturnahe Fließgewässer mit hoher Wasserqualität an.

Vielerorts machen Uferverbau und der Einbau von Wehren in die Gewässerläufe eine Wiederbesiedlung früherer Wohngewässer unmöglich. Groppen gehören zu den Kurzdistanzwanderfischen. Bei ihren Aufwärtswanderungen stellen Barrieren im Bach ein großes Problem dar, weil sie als bodengebundene Fischart ohne Schwimmblase selbst Hindernisse von nur 10 bis 15 Zentimetern Höhe nicht überwinden kann.

Erstellt am 17. Oktober 2005

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