NABU-Projektregion ist UNESCO-Biosphärenreservat

Schutz für den Tanasee

Das Biosphärenreservat Tanasee ist ein einzigartiges Ökosystem und gilt als Gen-Zentrum für einheimische Nutzpflanzen. Die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat 2015 war ein wichtiger Schritt, um das Gebiet langfristig zu schützen.
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Lebensraum für seltene Vögel und der größte See Äthiopiens: Die Rede ist vom Tanasee. Mit seinen Feuchtgebieten ist der See von großer ökologischer Bedeutung und bietet die Lebensgrundlage für Millionen von Menschen. Doch Eingriffe in den sensiblen Lebensraum führten zu immer stärkeren Umweltbelastungen. Selektive Rodung hatte das Verschwinden von Waldflächen an den Ufern des Tanasees zur Folge. Zusätzlich hat die intensive Landwirtschaft zu schwerwiegender Erosion geführt. Viele Tier- und Pflanzenarten sind bereits ausgestorben. Die Bewässerungs- und Infrastrukturentwicklung, Wasserkraftwerke und Anbauflächen für den Export haben zu einem erhöhten Bevölkerungszuzug und einer Verschlechterung der Wasserqualität geführt. Doch es gibt Hoffnung für den Tanasee! 

Die NABU-Projektregion am Tanasee in Äthiopien wurde 2015 von der UNESCO als Gebiet in das Weltnetz der Biosphärenreservate aufgenommen. Der NABU hatte sich seit 2012 in der Region dafür eingesetzt, um in Kooperation mit der Regierung des Amhara-Regionalstaats und der Michael Succow Stiftung die Entwicklung eines Biosphärenreservats voranzubringen. Die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat war ein wichtiger Schritt, um das einzigartige Ökosystem langfristig zu schützen.



Heute bringt die vom NABU initiierte Lake Tana Stakeholder Alliance alle Interessensvertreter*innen an einen Tisch, um Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Jobs für die Menschen in der Region weiter zu etablieren. Denn: Mit sicheren und nachhaltigen Einkommensmöglichkeiten sinkt der Druck auf das Ökosystem. Mensch und Natur haben wieder eine Zukunft. 

Wenn Natur unter Druck steht, sind Frauen in ländlichen Regionen Äthiopiens besonders betroffen. Wir müssen Frauen stärker im Naturschutz beteiligen – angefangen von lokalen Aktivitäten bis hin zu Führungspositionen. Sie sollten ihre Perspektiven teilen, ihre Stimme nutzen und in leitende Positionen kommen. Bei der Lake Tana Alliance setze ich mich dafür ein.  

Natur und Kultur am Tanasee

Das UNESCO-Biosphärenreservat Tanasee ist Teil des Biodiversitäts-Hotspots der Ostafrikanischen Hochlandregion und gilt als Gen-Zentrum für einheimische Nutzpflanzen, wie beispielsweise Ramtillkraut (Guizotia abyssinica), Zwerghirse (Eragrostis tef) und Wildkaffee (Coffea arabica). Zahlreiche paläarktische Wasservögel wie beispielsweise Graukraniche (Grus grus), Uferschnepfen (Limosa limosa) und Kampfläufer (Philomachus pugnax) nutzen den See als Futter- und Rastplatz auf ihren Zugrouten. Auch den wunderschönen Kronenkranich (Balearica pavonina) kann man mit etwas Glück am Tanasee entdecken.

Gemeinsam Kraniche schützen

Der Tanasee ist Heimat vieler seltener und ikonischer Vogelarten: Auch Kronenkraniche gehören dazu. In intakten Feuchtgebieten rund um den Tanasee fühlen sie sich besonders wohl. Um seinen Lebensraum zu schützen, brauchen Kronenkraniche unsere Unterstützung. Helfen wir ihnen jetzt!

Jetzt Kranich-Patenschaft übernehmen

Außerdem wurden im Tanasee bereits rund 30 verschiedene Fischarten entdeckt, von denen etwa 70 Prozent nur dort vorkommen. Sie sind also endemisch.

Weitläufige Feuchtgebiete, in denen dichte Papyrus- und Rohrkolben-Bestände wachsen, umgeben den Tanasee. Einige diese Gebiete zählen zu den größten und ökologisch wertvollsten Flächen in Äthiopen und am gesamten Horn von Afrika. Am Tanasee finden sich zudem einzigartige äthiopisch-orthodoxe Kirchen und Klöster, deren Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen.

Mehr als zwei Millionen Menschen leben innerhalb des Biosphärenreservats, die auf eine intakte Natur und Umwelt für Landwirtschaft, Handel, Fischerei und Tourismus angewiesen sind.

NABU-Projekt begleitete die Einrichtung des Biosphärenreservats

Im Rahmen des NABU-Projekts wurden rund um die Einrichtung des Biosphärenreservats über 1.500 Menschen aus 75 Gemeinden trainiert, um sich an der Zonierung des Schutzgebiets zu beteiligen. Die nutzungsfreien Kerngebiete des Schutzgebietes umfassen fast vier Prozent des Biosphärenreservats (24.157 Hektar), das sich insgesamt über eine Fläche von knapp 700.000 Hekar erstreckt.



Außerdem wurde für das Biosphärenreservat eine Verwaltungseinheit innerhalb der lokalen Regierung eingerichtet sowie ein Management- und Ökotourismusplan erstellt. Nachhalige Einkommensquellen und Renaturierungsprogramme unterstützen das Biosphärenreservat dabei, sich weiter  zu einer lebendigen Modell-Region zu entwickeln. Der langfristige Schutz des Tanasees und seiner Umgebung mit Hilfe des Biosphärenreservats-Konzept ist weiterin Hauptziel des NABU und seiner Partner in der Region. 



Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Deutsche Welle-Bericht zum Tanasee

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