Aktive ziehen gemischte Bilanz

Amphibienwanderung nahezu vorbei

Auch in dieser Saison haben wieder viele Ehrenamtliche beim Amphibienschutz geholfen. Ohne sie würde es den Beständen noch schlechter gehen.
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29. April 2025 – Der April ist fast vorbei – und auch das Wandergeschehen von Erdkröte und Co. neigt sich vielerorts dem Ende entgegen oder ist sogar schon beendet. Viele NABU-Aktive halfen den Amphibien in den vergangenen Wochen – durch Schutzzäune, Kontrollgänge und beim Tragen über die viel befahrene Straßen. Wir bedanken uns daher bei allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Ohne die vielen helfenden Hände würde es den Beständen deutlich schlechter gehen.

Eine positive Bilanz zieht Katrin Sell vom NABU Aßlar in Hessen: „Im vergangenen Jahr erlebten wir einen wahrlichen Amphibien-Boom! Über 5.000 Tiere konnten wir zu den Laichgewässern retten. Eigentlich nicht zu toppen.“ Eigentlich, denn in diesem Jahr zählten sie sogar 7.150 Amphibien. „Den ehrenamtlichen Helfern kann man nur herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz danken. DANKE – von Herzen!“, schreibt uns Katrin Sell. Sie hofft auf weiterhin gute Entwicklungsquoten und eine aussichtsreiche Amphibiensaison 2026. 

„Kein gutes Jahr für Frühlaicher“

Ein durchwachsenes Fazit zieht Norbert Möller vom NABU Großenhausen (Hessen). „Das war bisher kein gutes Jahr für die Frühlaicher. Infolge der ungünstigen Wetterbedingungen ist die Wanderung abgeschlossen.“ Leider gingen die Populationen des Grasfrosches und der Erdkröte weiter zurück. „Nun hoffen wir auf bessere Bedingungen für Laubfrosch, Kreuzkröte und Gelbbauchunke in unserem nahegelegenen Naturschutzgebiet.“

Weniger Amphibien als in den Vorjahren zählten auch die großen und kleinen Aktiven vom NABU Bad Sobernheim in Rheinland-Pfalz, die zwei Krötenzäune betreuen. „Wir vom NABU Bad Sobernheim organisieren seit 28 Jahren den Schutz der Wanderung der Amphibien in Auen. Wir sorgen dafür, dass Erdkröten, Grasfrösche, Molche und Feuersalamander unbehelligt und gesund die Kreisstraße überqueren und im angrenzenden Staugewässer oder im Getzbach ablaichen können“, berichtet Karl-Heinz Fuldner. 

In diesem Jahr zählten die Aktiven 946 Erdkröten, Grasfrösche und Schwanzlurche – leider deutlich weniger als in den Jahren zuvor, wie auch anhand der Grafik deutlich wird.

Die zunehmende Trockenheit macht vielen Amphibien zu schaffen. Und auch der Straßenverkehr ist eine Gefahr für die Bestände. Bleibt zu hoffen, dass die Bedingungen für unsere Amphibien im kommenden Jahr wieder besser aussehen.

Amphibienwanderung steuert auf Höhepunkt zu

„Letzten Freitag kam der große Run“

25. März 2025 – Milde Temperaturen in der Nacht und viel Feuchtigkeit: Die Amphibienwanderung hat vielerorts nun ordentlich Fahrt aufgenommen und dürfte nun den Höhepunkt erreichen. Das berichten uns derzeit viele Ehrenamtliche.

So Conny Schwanemann vom NABU Hanstedt-Salzhausen, die mit einigen ehrenamtlichen Helfer*innen einen 180 Meter langen Schutzzaun in der Lünebürger Heide betreut. Der Zaun wurde Ende Februar errichtet. Zunächst fanden die Aktiven ein paar Teichmolche und Springfrösche in den Eimern.

„Aber letzten Freitag, am 21. März, kam der große Run“, berichtet Conny Schwanemann. „Es deutete sich schon mit größeren Wanderbewegungen gegen 17 Uhr an. Gegen 19 Uhr bis in die Nacht waren es mindestens 350 Erdkröten in den Eimern und auf der Straße davor und dahinter.“ Das alarmierte Helferteam sei kaum nachgekommen, die Tiere rechtzeitig von der Straße abzugreifen. „Als ob sie sich einen Wecker gestellt hatten, kamen sie an diesem Abend alle aus dem Unterholz.“

Alle Hände voll zu tun hatten auch Monika Habermann und ihr Team am Wochenende. Sie betreuen den Krötenschutzzaun in Oblfing/Schöllnach in Niederbayern, dort herrschen aktuell ebenfalls sehr gute Witterungsbedingungen für die Amphibienwanderung. „Nachts haben wir acht Grad plus und es ist auf den Wiesen feucht – beziehungsweise es regnet immer wieder mal leicht.“

So konnten die Ehrenamtlichen aktuell erfreulich gute Zahlen verzeichnen: „Wir haben derzeit schon 233 Erdkrötenmännchen und 32 Weibchen in den Eimern, das sind mehr als im letzten Jahr.“ Der Zaun bleibe auf jeden Fall in dieser Woche noch stehen, vielleicht auch länger.

Gute Zahlen gibt es auch aus Rheinland-Pfalz. „An unserem Schutzzaun bei Seesbach meldet der Betreuer Stefan Knipf mit 215 Tieren schon mehr als im Vorjahr, obwohl die Wanderung erst eingesetzt hat“, berichtet Karl-Heinz Fuldner vom NABU Bad Sobernheim. „Am Zaun in Auen wurden bisher 310 Amphibien gerettet, wie die Betreuerin Irene Gellweiler mitgeteilt hat. Das ist aber erst ein Viertel der in den letzten Jahren gezählten Tiere.“

Auch im Landkreis Kassel hat die Amphibienwanderung so richtig begonnen. In den vergangenen Nächten waren dort an verschiedenen Stellen Erdkröten, Bergmolche und auch Teichmolche unterwegs.

Meldungen beim NABU-naturgucker-Portal

Weitere Meldungen gehen auf der Meldeplattform NABU-naturgucker-beobachtungen.de ein. Ulrich Schäfer vom NABU Frankenau meldet aus Nordhessen am Rand des Nationalparks Kellerwald am Sonntag 450 Erdkröten: „Leichter Regen, 9 Grad, erster Tag mit hohem Aufkommen.“ Ebenfalls am Sonntag zählte Ute Eilenstein von der L 261 am Altendorfer und Hilberather Bach im Ahrgebrige südwestlich von Bonn sogar 700 Erdkrötenpaare.

100 Kilometer weiter nördlich am Niederrhein waren es an den diversen Zäunen des NABU Kaarst-Korschenbroich östlich der Kaarster Baggerseen 570 Erdkröten am Samstag und 670 am Sonntag.

Übrigens: Der NABU Brandenburg ruft explizit zur Meldung von Moorfröschen auf. Aus Brandenburg selbst sind beim Naturgucker-Portal allerdings noch keine Beobachtungen eingetragen worden. Aber aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gibt es seit anderthalb Wochen immer wieder Meldungen zum Lurch des Jahres 2025 mit Fotos, die Männchen in blauer Balztracht zeigen.

Berichte von fehlenden Schutzzäunen und überfahrenen Amphibien

Immer wieder erreichen uns Berichte von überfahrenen Amphibien auf Straßen, dass Krötenschutzzäune oder entsprechende Warnschilder fehlen oder sich Autofahrer*innen nicht an die geltenden Tempolimits zum Schutz der wandernden Tiere halten.

Als NABU-Bundesverband fehlen uns die Einblicke und Handlungsmöglichkeiten vor Ort, aber sicher gibt es auch in Ihrer Nähe eine NABU-Gruppe, die die lokalen Gegebenheiten und Ansprechpersonen besser kennen oder sogar aktiv im Amphibienschutz sind. Hier finden Sie unsere NABU-Gruppensuche.

Alternativ empfehlen wir, die Untere Naturschutzbehörden bei Ihnen vor Ort beziehungsweise in der Nähe zu kontaktieren und auf die Missstände aufmerksam zu machen. Vielleicht können dann im kommenden Frühjahr entsprechende Maßnahmen zum Schutz der wandernden Amphibien durchgeführt werden.

Sie möchten uns vom Wandergeschehen bei Ihnen vor Ort berichten? Schreiben Sie uns gerne einen kurzen Bericht an . 

So können Sie helfen

Es gibt wohl kaum eine Naturschutzgruppe, die nicht dringend weitere Helfer*innen sucht, denn Amphibienschutz ist aufwändige Handarbeit. Um mitzumachen, sind Vorkenntnisse nicht zwingend nötig. Die Saison erstreckt sich in der Regel über zwei bis drei Monate, mit dem Höhepunkt gegen Mitte März. Es ist schön, wenn jemand an vielen Tagen mit anpacken kann, wer nur einmal oder zweimal Zeit hat, ist aber auch willkommen.

Zunächst müssen Zäune aufgestellt werden – teils übernimmt das die Kommune oder die Straßenbauverwaltung. Stehen die Zäune, müssen diese jeden Tag kontrolliert werden, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimer umgefüllt und über die Straße getragen. In der Regel werden dabei auch Anzahl, Arten und Geschlechter notiert. Wie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist schnell gelernt.

Wer weiß, dass im Heimatort oder in der Nachbarschaft Krötenzäune betreut werden, kann sich einfach an die jeweilige Naturschutzgruppe wenden. Ist dies nicht bekannt, lohnt es sich, auf den lokalen NABU-Websites nachzuschauen. Mehr als tausend Schutzzäune samt Kontaktadressen sind zudem in der Schutzzaundatenbank des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie versammelt.

21. März 2025 – In den letzten Tagen war es an den meisten Amphibienzäunen recht ruhig. Nur in geschützten Lagen gingen einige Molche, Frösche und Kröten auf Wanderschaft. Nachts blieb es oftmals frostig.

Wie Norbert Möller von der NABU-Gruppe Großenhausen aus dem hessischen Main-Kinzig-Kreis uns mitteilte, gab es Anfang der Woche ebenfalls keine Aktivitäten am örtlichen Zaun. Tagsüber sei es zwar sonnig gewesen, aber nachts frostig. Das sah Anfang März schon mal anders aus. „Zwischen dem 7. und 9. März zeigten sich die ersten Erdkröten“, schrieb er. „In der Woche In der Woche darauf stagnierte die Wanderung – nachts Frost – am 13. März fiel wieder Schnee.“ Deshalb hieß es: „Wir warten weiter ab.“

Hoffen und abwarten ist auch die Devise von Marion Kühr und Mitstreiter*innen in Porta Westfalia Barkhausen: „Nachdem wir jetzt eine Woche die Eimer geschlossen hatten, hoffen wir auf wärmere Nächte und Feuchtigkeit. Heute waren es auch nur ganz wenige Tiere.“

Jetzt ist es höchste Zeit

Zum Wochenausklang aber verbessern sich die Bedingungen für die Amphibien Stück für Stück. Schon in der Nacht zu Donnerstag blieben die Temperaturen im Westen über plus fünf Grad, in den Folgenächten wird es von West nach Ost und von Süd nach Nord immer milder. Am Wochenende ist daher im Flachland mit starkem Wanderverkehr vor allem durch Erdkröten zu rechnen. Kröten richten sich nach der Tageslänge und die sagt ihnen, dass es jetzt höchste Zeit ist. Kommt noch Regen dazu, zunächst im Süden und Südwesten, sind volle Sammeleimer garantiert.

Sie möchten uns vom Wandergeschehen bei Ihnen vor Ort berichten? Schreiben Sie uns gerne einen kurzen Bericht an . 

Die Amphibienwanderung stockt weiter

Gute Bedingungen in Süddeutschland

11. März 2025 – Trotz Trockenheit und frischer Nächte sind an einigen Orten in den vergangenen Tagen wieder Amphibien losgelaufen. Auf unserer Meldeplattform NABU-naturgucker-beobachtungen.de findet man vor allem Meldungen vom Niederrhein. Die Tiere wandern in den frühen Abendstunden, wenn es noch nicht ganz so kalt ist, beispielsweise an den Zäunen des NABU Kaarst-Korschenbroich seit Donnerstag durchgehend.

Melden auch Sie gerne auf der Plattform Ihre Beobachtungen, wenn Sie beispielsweise im Amphibienschutz aktiv sind.

„Wir haben schon jetzt mehr wandernde Tiere als im letzten Jahr“

Auch in Baden-Württemberg sind schon einige Amphibien unterwegs. Trotz kältebedingten Unterbrechungen laufe die Hinwanderung der Amphibien in diesem Jahr sehr gut an, berichtet uns Regine Carl vom Verein für Umwelt- und Naturschutz Untergrombach e.V. per Mail: „Wir haben schon jetzt mehr wandernde Tiere als im letzten Jahr und nun auch die ersten Laichballen des Springfroschs entdeckt.“

Fleißige NABU-Mitglieder des NABU-Regionalverbandes Osthavelland betreuen auch in diesem Jahr wieder mehrere Amphibienschutzzäune in der Region. Noch sind die Nächte im brandenburgischen Havelland frostig, aber die ersten Amphibien sind bereits unterwegs.

So auch im Bredower Forst zwischen Falkensee und Brieselang, westlich von Berlin, wo eine bedeutende Erdkrötenpopulation vorkommt, die durch einen 300 Meter langen Schutzzaun vor dem Straßentod bewahrt wird.

In Niederbayern hat Monika Habermann mit weiteren Helfer*innen am Wochenende den Schutzzaun an der Verbindungsstraße Sola-Olbfing wieder aufgebaut. „Die gute Wetterprognose, leichter Regen und nächtliche Plusgrade in der nächsten Woche haben uns angespornt“, schreibt sie uns. Die Aktiven hoffen auf mehr Amphibien als im vergangenen Jahr.

Geduld ist aktuell noch bei der NABU-Gruppe Bad Sobernheim im Nahetal (Rheinland-Pfalz) gefragt. „An den beiden Amphibienschutzzäunen und an der Leitanlage des NABU Bad Sobernheim ist bisher noch kein einziges Amphibium gesichtet worden, obwohl wir mehrfach abends die Wegstrecken abgesucht haben“, berichtet Karl-Heinz Fuldner. Es sei zwar tagsüber warm genug, aber nach Sonnenuntergang fielen die Temperaturen rasch ab, bis morgens unter den Gefrierpunkt. „In Verbindung mit der tagsüber herrschenden Trockenheit lockt das die Erdkröten und weitere Tiere wohl noch nicht aus ihren Winterquartieren“, so Fuldner.



Bleibt also abzuwarten, wie sich das Wandergeschehen in den kommenden Tagen gestaltet. In den Nächten zu Mittwoch und zu Donnerstag könnten vor allem in der (Süd)-Westhälfte Deutschlands noch erträgliche Temperaturen und einsetzender Regen zusammentreffen – gute Voraussetzungen für viele Amphibien.



Sie möchten uns vom Wandergeschehen bei Ihnen vor Ort berichten? Schreiben Sie uns gerne einen kurzen Bericht an . 

„Krötenzaun & Co. – Schutzeinrichtungen für Amphibien“

NABU-Kurs

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Stillstand bei der Amphibienwanderung

Manche Braunfrösche haben aber schon abgelaicht

03. März 2025 – Das Wetter wird in den nächsten Tagen weiterhin durch eine Hochdruckwetterlage bestimmt, die uns trockene Luft und nachts wieder frostige Temperaturen beschert. Nach einigen Wanderbewegungen in der letzten Woche ist nun also wieder Stillstand bei der Amphibienwanderung angesagt und die Eimer wurden vielerorts wieder geschlossen. 

Während es zum Beispiel im hessischen Spessart beim NABU Großenhausen noch gar keine Wanderbewegungen gab, erreichten uns aus anderen Regionen vereinzelte Berichte über Aktivitäten an den Krötenzäunen. Über unsere Meldeplattform NABU-naturgucker-beobachtungen.de gab es einige Meldungen von Grasfröschen und Springfröschen samt Laichballen unter anderem aus Karlsruhe, Tübingen, Neckarrems und rund um Frankfurt/Main, sogar aus dem zentralen Odenwald. Auch Erdkröten waren dort unterwegs. Weitere Erdkrötenwanderungen wurden außerdem vom Niederrhein gemeldet, unter anderem in Hürth bei Köln und in Viersen, vereinzelt zudem in der Leinemasch im Süden Hannovers.

Der NABU Hambrücken betreut seit 2012 die Amphibienwanderstrecke an der L 556 zwischen Hambrücken und Forst vor der Autobahnzufahrt Richtung Karlsruhe und meldete letzte Woche einen vorübergehenden Wanderhöhepunkt um den 22. Februar: Während sich die Erdkröten bei den Wanderungen aktuell noch etwas zurückhielten, sah es bei den seltenen Springfröschen und Teichmolchen weitaus besser aus. Die Amphibienschützer der NABU Gruppe Hambrücken waren am 22. Februar von 18.30 bis 23 Uhr vor Ort und hatten an diesem Abend 24 Teichmolche, 4 Erdkröten und 6 Springfrösche vor dem Straßentod gerettet.

Marion Kühr aus Porta Westfalica berichtet: „Wir haben am 22. Februar die Eimer geöffnet. Bis Dienstag waren insgesamt mehr Erdkröten unterwegs. In 35 Eimern konnten wir 36 Kröten und einen Molch einsammeln und sicher über die Straße bringen. Ab Freitag war wieder Kälte angesagt. Daher werden die Eimer für die nächsten Tage wieder geschlossen.“

Im Straßenverkehr: Rücksicht auf wandernde Amphibien nehmen!

Das könnte auch in anderen Region Deutschlands zum Problem werden, denn Krötenschutzzäune werden oft erst Ende Februar errichtet. Hinzu kommt: An einigen stark befahrenen Straßen können gar keine Zäune aufgebaut werden. Doch für die wandernden Tiere, die solche Straßen auf dem Weg zu ihren Laichgewässern überqueren müssen, ist das äußerst gefährlich. Ganze Populationen können deswegen den Verkehrstod erleiden.

Der NABU bittet daher Autofahrer*innen, in den kommenden Wochen auf die Gefahrenschilder „Amphibienwanderung“ zu achten und Rücksicht auf wandernde Kröten, Frösche und Molche zu nehmen. Um die Tiere nicht unnötig zu gefährden, sollten Autofahrer*innen außerdem Tempo 30 einhalten. Denn bei höheren Geschwindigkeiten werden auch Amphibien getötet, die nur am Straßenrand sitzen: Der Strömungsdruck der vorbeifahrenden Autos bringt die inneren Organe zum Platzen.

19. Februar 2025 – Wie vorhergesagt wird es jetzt wärmer in Deutschland und die Kältewelle mit zum Teil strengen Nachtfrösten scheint bis auf wenige Ausnahmen in Süddeutschland erst einmal vorbei. Das bedeutet, dass sich auch Kröten, Frösche, Molche und Co. zeitnah auf den Weg machen werden – oder ja sogar schon gemacht haben.

Nun wird es also höchste Zeit, die Schutzzäune aufzubauen und deren Betreuung zu organisieren. Viele Amphibienretter*innen hatten bereits vor einigen Wochen Amphibienschutzzäune aufgebaut, allerdings hat die folgende Kältewelle die Wanderungsbewegungen erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt.

Wenn Sie Lust haben mitzumachen und auch Amphibienretter*in zu werden, melden Sie sich doch einfach bei Ihrer NABU-Gruppe vor Ort und fragen Sie nach, ob Hilfe benötigt wird. Wenn es wirklich über einen längeren Zeitraum so frühlingshaft warm wird und bleibt, werden sich sehr viele Amphibien gleichzeitig auf den Weg machen – da ist sicher jede helfende Hand willkommen.

13. Februar 2025 – Nach wie vor ist es kalt – zu kalt für größere Wanderbewegungen. Der Deutsche Wetterdienst hat wieder frostige Temperaturen vorhergesagt. Skandinavische Kaltluft und ein Hochdruckgebiet bestimmen unser Wetter in den nächsten Tagen.

Amphibien, die sich bereits auf den Weg gemacht hatten, haben hoffentlich in Erdlöchern Unterschlupf und Schutz vor den eisigen Temperaturen gefunden. In ihren Verstecken werden sie wohl noch ein Weilchen bleiben. Und die Fangeimer an den vielerorts schon aufgebauten Amphibienschutzzäunen bleiben geschlossen.

30. Januar 2025 – Die ersten konkreten Meldungen haben uns bereits erreicht.

Im Berliner Raum betreut das Ökowerk Berlin unter anderem die viel befahrene Havelchaussee und berichtet von Wanderungsbewegungen der Erdkröten am vergangenen Samstag. Dieser Nachweis konnte allerdings nur durch die Sichtung überfahrener Tiere erbracht werden. Am 27. Januar begann das Ökowerk mit dem Aufbau der Schutzzäune und konnte am 28. Januar bereits erst Fänge vermelden: Eine Erdkröte und elf Teichmolche wurden aus den Fallen geborgen und sicher über die Straße gebracht.

Aus Mecklenburg-Vorpommern schreibt uns die Ökologische Dienste Ortlieb GmbH, dass dort schon vor Weihnachten bereits erste Molche unterwegs waren, die bei Nachttemperaturen bei teilweise um die acht Grad schon ihre Wanderungen begonnen haben. Aktuell sind an Gewässern nachts Kammmolche und Grünfrösche zu beobachten.

Im Landkreis Karlsruhe haben sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag, also vom 25. auf den 26. Januar, laut der Meldung des Vereins für Umwelt- und Naturschutz Untergrombach e.V . die ersten Springfrösche an der Strecke zwischen Untergrombach und Weingarten auf den Weg zu ihren Laichplätzen gemacht. Hinzu kamen im weiteren Verlauf weitere Springfrösche und ein weiblicher Kammmolch. Einige junge Berg- und Teichmolche trieben sich zwar auch in der Anlage herum, waren jedoch noch nicht geschlechtsreif.

Wie viele andere ehrenamtliche Amphibienretter*innen bereitet sich auch der hessische Odenwaldkreis auf die Saison vor, weil dort die Wanderungen noch nicht begonnen haben. Die ersten Schutzzäune werden dort am kommenden Samstag in Betrieb genommen, weitere Zäune folgen in der Woche darauf.

Etwas besorgt müssen wir wohl auf die Wetterprognose der nächsten Tage schauen: Vorhergesagt sind vor allem in den niedrigen Lagen tagsüber eher milde Temperaturen, allerdings begleitet von deutlichen Minusgraden in der Nacht, im Bergland bis -7° Grad. Erst ab Donnerstag sind in der Nacht wieder mildere Temperaturen zu erwarten. Wie immer sind diese Prognosen aber auch noch recht unsicher, so der Deutsche Wetterdienst.

Hoffen wir, dass die bereits wandernden Amphibien die mancherorts frostigen Nachttemperaturen heil überstehen.

Können Sie auch von Wandergeschehnissen in Ihrer Region berichten? Dann schreiben Sie uns doch gerne und schicken Sie uns Fotos zu:

27. Januar 2025 – Wir berichten an dieser Stelle auch in diesem Jahr über das Wandergeschehen der Amphibien. Der Startschuss jeder neuen Amphibiensaison hängt vom Wetter ab. In manchen Jahren geht es bereits Ende Januar los, während sich in anderen vor Anfang März kaum eine Kröte sehen lässt. In diesem Jahr gibt es bereits erste Aktivitäten: Am nördlichen Oberrhein und am Harz-Nordrand sind über NABU-naturgucker.de vereinzelt Teich- und Bergmolche, Springfrösche und Erdkröten gemeldet worden.

In ganz Deutschland machen sich die Amphibienretter*innen bereit, um auch in diesem Jahr wieder Amphibien auf ihren Wanderungen zu ihren Laichplätzen zu schützen. Es wird zwar wieder etwas kühler in den nächsten Tagen, jedoch wurden vielerorts bereits sehr milde Temperaturen gemessen.

„Krötenzaun & Co. – Schutzeinrichtungen für Amphibien“

NABU-Kurs

Dieser Kurs zeigt, wie Amphibienschutzzäune geplant, richtig aufbaut und kontrolliert werden. Schauen Sie einer NABU-Gruppe über die Schulter! Darüber hinaus werden stationäre Amphibientunnel gezeigt und Sie erhalten einen Überblick über weitere wichtige Schutzmaßnahmen.

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