So fühlen sich Tiere im Winter wohl
Viele Tiere suchen im Herbst nach einem kuscheligen und nahrhaften Ort für den Winter. Damit sie in unseren Gärten fündig werden, braucht es nicht viel. Im Gegenteil, am besten ist es, seinen Garten so wenig wie möglich aufzuräumen. Denn abgeblühte Stauden, Reisig und Laub bieten vielen Tieren ein sicheres Winterquartier und sollten deshalb im Garten bleiben. Eine dicke Schicht Laub unter Büschen oder ein Laubhaufen in einer geschützten Gartenecke sind gute Rückzugsorte für Igel, Mäuse, Lurche und verschiedene Insekten. Auch Äste, die beim Rückschnitt von Gehölzen anfallen, sollten am besten im Garten bleiben. Als Reisighaufen, besonders in Kombination mit Laub, sind sie ebenfalls gute Winterquartiere für Kleinsäuger und Insekten.
Kuschelhöhlen für Säugetiere
Kleine Säugetiere verschlafen den Winter gerne in unseren Gärten. Eine naturnahe Gestaltung und etwas Unordnung helfen den Tieren. Durch einfache Maßnahmen ermöglichen wir den kleinen Winterschläfern einen ruhigen Winter und einen guten Start ins nächste Frühjahr.
Igel benötigen abwechslungsreiche Lebensräume wie Wiesen, Feldraine, Gebüsche, Laubhaufen und Totholz. Diese bieten Nahrung und insbesondere im Winter auch Schutz. Durch den Rückgang solcher Strukturen in der Kulturlandschaft finden Igel jedoch immer seltener geeignete Plätze, um sich bis Mitte November ausreichend Fettreserven anzufressen und sich danach in Laub und Reisig sicher einzuigeln. Viele weichen daher auf Gärten und Parks aus, die jedoch oft zu aufgeräumt und nährstoffarm sind. Konkrete Tipps, wie du dem Igel im Garten gut über den Winter hilfts, findest du hier.
Auch für Fledermäuse finden sich im Garten geeignete Winterquartiere. Schon kleinste Lücken in Dächern und Dachböden werden von ihnen genutzt. Alte, dicke Bäume mit natürlichen Baumhöhlen sind ebenfalls ein guter Unterschlupf. Bei Bauarbeiten sollte daher auch immer an die kleinen Tierchen gedacht werden, und der der Zugang zu ihren Winterquartieren in der Fassade oder anderen vor Zugluft sicheren Quartieren erhalten bleiben. Wer einen Brennholzstapel vor dem Haus hat, sollte zudem auf überwinternde Fledermäuse achten, sie könnten sich hier aufhalten.
Anders halten es die Siebenschläfer. Ihr Winterschlaf ist sehr lang und ohne Unterbrechung. Bereits im September oder im Oktober bereiten sich die Tierchen darauf vor. Sie fressen sich schön fett, um die lange Zeit zu überstehen, denn erst im Mai oder Juni wachen sie wieder auf. Als Winterquartier dienen den Siebenschläfern Höhlen, die tief ins Erdreich gegraben sind. Diese nutzen sie auch als Vorratskammer, um sich nach dem Aufwachen für das Frühjahr stärken zu können. Aber auch bereits vorhandener Wohnraum wird gerne angenommen: verlassene Nistkästen oder Baumhöhlen.
So überwintern Amphibien und Reptilien
Auch für Amphibien und Reptilien sind unsere Gärten Lebensräume. Manchmal bleiben sie auf Dauer, manchmal sind sie nur auf der Durchreise. Doch egal ob Dauergast oder Wanderer: Unsere Gärten können ihnen beim Überwintern helfen.
So unterschiedlich die Lebensgewohnheiten der wechselwarmen Tiere sind, so unterschiedlich ist auch ihre Art, die kalten Wintermonate zu verbringen. Die Erdkröte zum Beispiel verkriecht sich an frostfreie Orte wie Komposthaufen, Laubhaufen, Baumwurzeln oder feuchte Erdlöcher und verfällt dort in eine Winterstarre. Der Grasfrosch hingegen überwintert am Gewässergrund. Ein Gartenteich sollte mindestens einen Meter tief sein, damit er nicht komplett zufriert. Hier überwintert auch der Teichmolch, zumindest im Larvenstadium. Adulte Tiere verbringen die Wintermonate in der Regel an Land. Laub, Steinhaufen oder Baumstümpfe sind für sie ideal. Auch Trockenmauern sind beliebt.
Zauneidechsen verschlafen die kalten Monate in frostfreien Schotterhaufen, Holzhaufen, Baumstümpfen oder Gesteinsspalten, manchmal auch in Mäuse- und Kaninchenlöchern. Ein Steinhaufen oder eine Sandfläche sind ein hervorragender Winterunterschlupf für die flinken Tiere. Hier können sie entspannt das Frühjahr abwarten. Auch Ringelnattern leben in manchen Gärten. Die beeindruckenden, ungefährlichen Schlangen überwintern gern im warmen Komposthaufen.
So überwintern Insekten
Für Insekten sind abgeblühte Stauden ein gutes Winterquartier. In den hohlen Stängeln und an den Blattachsen von Sonnenblumen und Disteln richten sich Solitärbienen, Marienkäfer und Ohrwürmer ihre Winterschlafstuben ein. Die meisten Arten überwintern nicht als erwachsenes Tier, sondern gehen als Ei, Larve oder Puppe in die Winterstarre. Im Frühling schlüpft dann die neue Generation aus den trockenen Stauden. Erst dann ist der Zeitpunkt für den Rückschnitt gekommen.
Vögel: Wintergäste im Garten
Zwar halten Vögel keinen Winterschlaf, Gäste in unseren Wintergärten sind sie trotzdem gerne. Auf der Suche nach Nahrung freuen sie sich über das Angebot, das im naturnahen Garten bereitsteht: Samenstände der verblühten Stauden und heimischen Gehölze wie Holunder, Speierling und Vogelkirsche sorgen auch in der kalten Jahreszeit für einen vollen Vogelmagen.

Einen trockenen und geschützten Unterschlupf bieten ihnen im Winter übrigens Nistkästen. Die schätzen aber auch kleine Säuger wie der Siebenschläfer als sicheren Schlafplatz. Damit sich Parasiten nicht ausbreiten können, ist es daher wichtig, Nistkästen vor der Wintersaison gründlich zu reinigen.
So geht’s: Klicken Sie auf die Schneestern-Symbole und lesen Sie, wer es sich im Garten gemütlich macht.
Illustration: NABU/Jule Roschlau








