Das wilde Leben
Eine Wildblumenwiese anlegen

Schön, lebendig und pflegeleicht
Statt der stupiden wöchentlichen Rasenmahd künftig nur noch ein- bis zweimal im Jahr die Sense auszupacken - die Idee hat was für sich. Außerdem ist so eine Blumenwiese viel bunter, der Wasserbedarf ist geringer und die heimische Tierwelt vom Schmetterling bis zum Igel freut sich auch.
Welche Wiese passt zum Garten?
Der erfolgreiche Weg zur Traumwiese erfordert jedoch Zeit und Geduld. Am Anfang steht die Frage, was genau entstehen soll: eine blütenreiche Wiese - die neben Naturbeobachtung kaum andere Nutzungen zulässt – oder ein robuster Trittrasen? Wer Kinder hat, die über das Krabbelalter hinaus sind, wird sich vielleicht eher für das letztere entscheiden. Sinnvoll ist es in jedem Fall, kleine Wege in die Wiese zu mähen, damit man den verschiedenen Gräsern und Kräutern näher kommen kann.
Der Weg zur Wiese
Ebenso wichtig: Was ist jetzt da, wo künftig die Wiese hin soll? Besteht bereits ein Intensivrasen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihn schrittweise in eine Wiese umzuwandeln.
Variante 1: Die Natur arbeiten lassen
Düngung einstellen, seltener mähen und Schnittgut entfernen. So sinkt der Nährstoffgehalt des Bodens langsam. Ein solcher Umwandlungsprozess wird allerdings besonders langsam vonstattengehen und die Zuwanderung wiesentypischer Kräuter ist vom Samenflug aus der unmittelbaren Umgebung abhängig.
Variante 2: Die Wiese „impfen“
Der Rasen wird punktuell entfernt und an diesen Stellen werden gezielt die gewünschten Blütenpflanzen ausgesät, beziehungsweise vorgezogene Kräuter eingepflanzt. Arten, die auf nährstoffarme Untergründe angewiesen sind, werden allerdings nicht gut kommen. Hier sind Arten für Fettwiesen eher geeignet.
Variante 3: Neustart auf vorbereiteten Flächen
Den Rasen im Herbst oder im zeitigen Frühjahr kräftig vertikutieren und hier mit der Einsaat beginnen. Wer den Aufwand nicht scheut, kann auch die Grasnarbe komplett abheben und zur Nährstoffsenkung gleich zehn Zentimeter Oberboden dazu. Die Ausgangslage ist dann ähnlich wie bei einer Neuanlage im gerade bezogenen Garten.
Wer unbedingt eine besonders magere Wiese mit ihren typischen Blumen wie Nelken und Skabiosen sein Eigen nennen möchte, kann den Boden noch durch Untermischung von Sand oder feinem Kies weiter abmagern. Obwohl auch bei vielen Naturschützern Magerwiesen das große Schönheitsideal sind, muss sich kein Gartenbesitzer grämen, wenn es „nur“ zur sogenannten Fettwiese mit Schafgarbe, Hahnenfuß und Schaumkraut reicht. Inzwischen sind in der Agrarlandschaft mit ihren dichten Grasdschungeln auch blütenreiche Fettwiesen selten geworden.
So entsteht eine Wildblumenwiese:
Gute Nachrichten: Eine Wildblumenwiese anzulegen, ist keine große Sache. Nachdem der Platz für das neue Schmuckstück gewählt ist, sollte die Größe der Fläche gemessen werden. Denn von der Fläche hängt ab, wieviel Saatgut besorgt werden muss. Wichtig bei der Wahl der Samen ist, dass es sich um regionales Saatgut heimischer Pflanzen handelt.
Gute Zeitpunkte für die Anlage einer Wildblumenwiese sind März bis Mai und September bis Oktober. Am besten, wenn feuchte Witterung zu erwarten ist.
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