Mit dem Boden fängt alles an

Der Gartenboden

Ein funktionierendes Bodenökosystem ist die Grundlage für einen nachhaltigen, lebendigen Garten. Millionen kleiner und kleinster Lebewesen sorgen dafür, dass organisches Material zersetzt, Nährstoffe freigesetzt und Pflanzen optimal versorgt werden. Ohne dieses Bodenleben wäre kein Garten gesund, keine Pflanze könnte dauerhaft gedeihen.
Bodenbearbeitung
Ein gesunder Boden ist die Basis© Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Das Ökosystem Gartenboden

Im Boden herrscht ein ständiges Zusammenspiel aus Räubern, Beutetieren und Zersetzern. Dazu gehören Einzeller, Würmer, Milben, Käferlarven, Springschwänze und viele andere Tiere. Herrschen optimale Bedingungen, funktioniert dieses Bodenökosystem zuverlässig. Dann erfüllt jede Gruppe von Organismen ihre spezielle Aufgabe: Sie bauen organisches Material ab, regulieren das Wasser- und Nährstoffangebot oder lockern die Bodenstruktur auf und sorgen so dafür, dass der Boden fruchtbar bleibt, Wasser speichern kann und Pflanzen die nötigen Nährstoffe zur Verfügung stehen.

Warum ein lebendiger Boden so wichtig ist

Je mehr nützliche Tiere im Boden leben, desto leistungsfähiger ist er. Ein gesunder Boden baut organisches Material zuverlässig ab, speichert Nährstoffe und Wasser und bietet Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen. Zudem ist er widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Erosion – Probleme, die durch starke Nutzung oder durch die Klimakrise bedingte extreme Wetterlagen immer häufiger auftreten. 

Viele tierische Bewohner liefern wertvolle Hinweise, wie es um den Boden bestellt ist. Diese Arten gelten als sogenannte Zeigerorganismen:

  • Tausendfüßer lieben humusreiche Böden mit wenig Störungen. Bei Stickstoffmangel sind sie häufig, bei Phosphatmangel eher selten.
  • Asseln zeigen feuchte Standorte an und sind typische Bewohner dunkler, schattiger Bodenbereiche.
  • Springschwänze bevorzugen humusreiche Böden, reagieren jedoch sehr empfindlich auf den Einsatz von Pestiziden.
  • Raubmilben kommen nur in gesunden, belebten Böden vor und benötigen ein reiches Angebot an Beutetieren.

Kurztipps für einen guten Boden

  • Auf Pestizide verzichten: Viele Bodenorganismen reagieren empfindlich auf chemische Mittel. 
  • Kompost nutzen: Kompost liefert wertvolle Nährstoffe, unterstützt den Nährstoffkreislauf und stärkt das Bodenleben. 
  • Boden schonend bearbeiten: Sanfte Bodenbearbeitung erhält die Struktur und schont die Lebensräume der Bodenorganismen. 
  • Mulchen und Bodenschutz beachten: Mulch hält Feuchtigkeit im Boden, schützt vor Erosion und schafft gute Bedingungen für Bodenlebewesen. 
  • Versiegelung verhindern: Wasserdurchlässige Flächen fördern das Bodenleben und verbessern die Wasserspeicherung.
Der Gartenboden - NABU