Interview mit Anika Rabeler aus Hamburg

Safari ist überall

Anika Rabeler aus der NABU-Stadtteilgruppe Öjendorf weckt auf Vogelexkursionen die Begeisterung für die Natur vor unserer Haustür. Ein Interview mit dem NABU-Mitglied und Safari-Guide aus Hamburg.
  • Artikel
  • Lesedauer: 4 Min.
Frau in NABU-Jacke beobachtet Vögel mit Fernglas, an einem See.
Anika Rabeler bei einer Vogelexkursion am Öjendorfer See.© Foto: NABU/Kamil Janus

Ein grauer Sonntag im November in Hamburg. Das Wetter schreit nach einer Tasse Tee in einem gemütlichen Café oder zu Hause. Doch am Öjendorfer See ganz im Osten der Stadt zieht es an diesem Vormittag doch ein paar Menschen nach draußen. Eine von ihnen: Anika Rabeler. Als NABU-Mitglied bringt sie den Menschen in ihrer Stadt die Natur vor der Haustür näher. Auf dem Programm heute steht eine Vogelexkursion rund um den See. Zu sehen sind neben der Schönheit des Öjendorfer Sees in buntem Herbstgewand ein Seeadler, Eisvogel & Co. Und die Begeisterung der Hamburgerin für unsere Natur und ihre Bewohner ist so ansteckend, da stören auch graue Novemberwolken überhaupt nicht mehr.

Seit wann bist du beim NABU und was hat dich dazu bewegt, Mitglied zu werden?

Anika Rabeler: Tatsächlich bin ich noch recht frisch beim NABU, um genau zu sein erst seit Juni 2021. Ich kam gerade aus Südafrika zurück. Dort war ich etwa zwei Monate für eine Ausbildung zum Safari-Guide. Zu dem Zeitpunkt wusste ich definitiv mehr über die Natur in Südafrika als hier in Deutschland. Konnte zum Beispiel mehr Pflanzen bestimmen oder Vögel am Gesang erkennen. Aber ich war mir sicher, dass ich aus der Zeit etwas behalten will und, dass es fester Bestandteil meines Alltags in Deutschland werden soll. Also beschloss ich, Mitglied beim NABU zu werden und das fehlende Wissen unserer heimischen Arten nachzuholen und der Natur in meiner Stadt mehr Beachtung zu schenken.

Stichwort Natur: Was war dein erstes oder prägendstes Erlebnis in oder mit der Natur?

In meiner Kindheit hatte ich kaum Berührungspunkte mit der Natur. Wir waren zwar viel draußen, aber nie, um etwas zu entdecken oder uns intensiv mit der Natur zu beschäftigen. Geprägt haben mich vor allem die zwei Monate in Südafrika - ununterbrochen waren wir draußen und haben in und mit der Natur gelebt.

Besonders angetan haben es mir zwei Nächte unter freiem Himmel. Hier musste immer jemand Wache halten, nachts kamen auch mal Elefanten oder Hyänen am Camp vorbei. Da wird einem klar, wie unbedeutend wir Menschen doch eigentlich sind und dass wir eigentlich als Teil des großen Ganzen gedacht waren. Auch zu Fuß durch den Busch zu wandern, immer aufmerksam zu sein, weil hinter jeder Ecke eine potenzielle Bedrohung lauern könnte, erdet einen und sorgt dafür, dass man viel mehr im Hier und Jetzt lebt.

Als Mitglied engagierst du dich aktiv ehrenamtlich – was gehört dazu und was macht dir besonders viel Spaß?

Beim NABU kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen. Alle mit dem Ziel, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Da wir alle ehrenamtlich dabei sind, ist es ganz normal, dass jeder unterschiedlich viel Zeit hat. Das bedeutet auch, dass jeder selbst entscheidet, wie viel er beitragen kann. Am meisten Spaß macht es aber natürlich, wenn wir alle zusammenkommen und gemeinsam etwas vollbringen. Besonders Spaß macht eigentlich alles, wo ich mit meiner Leidenschaft andere Leute anstecken kann und sie dazu bewegen kann, die Wahrnehmung zu schärfen und Dinge wahrzunehmen, die sie bisher nicht wahrgenommen haben, zum Beispiel bei Führungen oder auch bei NABU-Veranstaltungen am Vogelstand.

Welche Aufgaben können Mitglieder übernehmen?

  • Kontrolle und Pflege von Nistkästen
  • Führungen
  • Aktiv in Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen
  • Stände bei NABU-Veranstaltungen betreuen
  • Gemeinsam miteinander und voneinander lernen

 

Was gibt dir die Motivation dich aktiv für die Natur und Umwelt zu engagieren?

Unsere Erde hat so viel Schönes zu bieten, was wir schützen sollten. Und zwar nicht nur weit weg in Afrika oder anderen noch unberührten Orten der Welt. Sondern auch hier in Deutschland. Mein Motto lautet: Safari ist überall! Es geht nicht immer nur um das prominente Aussterben von Eisbären, Nashörnern oder Tigern. Artensterben passiert auch vor unserer Haustür und wenn wir es schaffen, ein paar Menschen mehr von der Schönheit zu begeistern, dann haben wir doch schon wieder einen kleinen Schritt getan.

Was würdest du neuen Mitgliedern empfehlen – was sollen sie unbedingt machen oder ausprobieren?

Geht unbedingt zu so vielen Führungen wie möglich. Dort habe ich immer Menschen erlebt, die für ihr Ehrenamt brennen und mich immer wieder angesteckt haben mit ihrer Leidenschaft. Es gibt so vieles vor der Haustür zu entdecken: Fledermäuse, Insekten, Bäume, Vögel. Man wird durch diese Führungen auch viel aufmerksamer und ich verspreche, dass man nach ein paar Monaten mit ganz anderen Augen durch diese Welt geht.

(Das Interview führte Theresa Schunk.)

The video player cannot render on the server side

Wir sind für Sie da

NABU- Mitgliederservice
030.28 49 84-40 00
Service@NABU.de
fünf Personen, einer davon in NABU-Jacke, stehen neben einem Hochbeet und schauen sich etwas an

Treten Sie ein für Mensch und Natur!

Werden Sie Mitglied in einer starken Gemeinschaft

Um auch in Zukunft die Schönheit der Natur genießen können, braucht sie gerade jetzt unseren Schutz. Gemeinsam können wir uns für die Natur einsetzen.

Mehr anzeigen